Beim Handball-Drittligisten tut sich einiges, auch personell

Wie geht es weiter beim Northeimer HC?

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Jubeln mit den Fans! Das Bild entstand nach dem Heimsieg des NHC gegen Kirchzell. Das Gesicht der Mannschaft wird sich in den nächsten Wochen ändern. 

Northeim – Sechs Runden vor Saisonende in der Staffel Mitte der 3. Handball-Liga zog das Coronavirus der Spielzeit den Stecker. Die Serie wurde vorzeitig beendet, die Tabelle nach der Quotienten-Regelung (Pluspunkte geteilt durch die absolvierten Spiele) berechnet. Damit landete der Northeimer HC auf dem 14. und drittletzten Platz. Letztlich bedeutungslos, da der DHB entschieden hatte, dass es keine Absteiger in die Oberliga geben wird.

Seitdem hat man beim NHC Planungssicherheit und kann mit Blick auf die Spielzeit 20/21 Nägel mit Köpfen machen. Betätigungsfelder gibt es genug. Ein Überblick.

Saisonbilanz

„Am Ende haben wir den Klassenerhalt geschafft und unser Alleinstellungsmerkmal in der Region, nämlich attraktiven Drittliga-Handball, gesichert. Das war unser Ziel“, sagt Oliver Kirch, stellvertretender NHC-Vorsitzender. Der richtet - neben den Sponsoren und Fans, die trotz weniger Heimspielen kein Geld zurückgefordert haben, - einen besonderen Dank an Spieler und Trainer. „Sie haben auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet - jeder nach seinen Möglichkeiten. So konnten wir die Saison 19/20 sauber abschließen.“

Schuhwallhalle

Dass die zu kurze Schuhwallhalle nicht den Ansprüchen des Deutschen Handball-Bundes für die 3. Liga genügt, ist bekannt. Zuletzt durfte dort nur dank einer bis zum 30. Juni 2020 geltenden Ausnahmegenehmigung gespielt werden. Bedingung: ein Ratsbeschluss für den Bau einer neuen Halle. Wegen Corona hat die Stadt nun allerdings die weitere Planung dafür auf Eis gelegt. Wie es weitergeht, ist völlig offen. Was bedeutet da jetzt aber für den NHC?

Kirch: „Wir sind gerade dabei, eine weitere Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Unser Ziel ist und bleibt es, in der Schuhwallhalle zu spielen. Einen Plan B wollen wir nicht und gibt es auch nicht. Wir hoffen, dass uns der DHB in dieser besonderen Situation entgegenkommt und die Genehmigung verlängert.“

Kaderplanung

Die Fans des NHC müssen sich damit anfreunden, dem einen oder anderen Leistungsträger und Zuschauerliebling nicht mehr zujubeln zu können. Der griechische NationalspielerEfthymios Iliopouloswird Northeim verlassen und schließt sich dem Zweitligisten TSV Bayer Dormagen an. Auch Jakob Nowak verabschiedet sich. Er verlässt die Region berufsbedingt. Die TorhüterIvan Martinovic und Fabian Ullrich gehen ebenso von Bord. Kirch: „Ivan hätten wir gern langfristig im Verein eingebunden. Aber er ist privat fest in Kroatien verwurzelt. Daher wird daraus nichts. Fabian hatte sich bei uns toll eingelebt, aber der Aufwand ist einfach zu groß. Man darf nicht vergessen, dass er jedes Mal erst aus Springe anreisen muss.“

Neu besetzt wird der Posten des Co-Trainers. Jens Schuboth verlässt den NHC. Mit einem Nachfolger laufen gerade letzte Gespräche.

„Weitere Abgänge sind nicht auszuschließen“, ergänzt Oliver Kirch und verweist auf die nächste Woche, in der der Klub dahingehend informieren will.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte der Northeimer HC vermeldet, dass Malte Wodarz, Tim Gerstmann und Paul Hoppe ihre auslaufenden Verträge verlängert haben. Dies haben mittlerweile auch Tomislav Buhinicek und Jannes Meyer getan.

„Wir wollen noch vier oder fünf Spieler holen“, sagt Kirch. Gesucht sind beispielsweise Jungs für das Abwehrzentrum, die neben Paul Hoppe, der immerhin rund ein Jahr ausgefallen ist, zupacken können. Körperlich robust sollen sie sein, schließlich verliert man mit Nowak und Iliopoulos zwei Jungs, die fast zwei Meter groß sind. Außerdem auf der Wunschliste: ein Spielmacher und ein Linkshänder für den rechten Rückraum.

Ausblick

Mit Spannung erwartet wird beim NHC die neue Staffeleinteilung. Fest steht schon jetzt: Die Serie 2020/21 wird eine Mammutsaison. 18 Mannschaften pro Staffel bedeuten vier Partien mehr als bisher. „Dementsprechend möchten wir einen großen Kader haben. 16 feste Spieler für die 1. Mannschaft plus drei oder vier Jungs aus dem erweiterten Kader. Nur so können wir der Belastung standhalten“, sagt Kirch.

In welche Staffel der NHC eingeteilt wird, ist ihm relativ egal. „Schön wäre allerdings der Norden. Dann hätte man gegen die Teams aus Hildesheim, Hannover und Braunschweig echte niedersächsische Derbys. Das wäre super. Aber wir nehmen es, wie es kommt.“

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