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Wildunger Vipers wollen dem Angstgegner aus Buxtehude furchtlos begegnen

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Handballerin wirft aufs Tor
Auf die Flugbahn gesetzt: Der Ball hat die Hand der Wildungerin Verena Oßwald verlassen und nun liegt es an Torfrau Katharina Filter (Buxtehude)j ob der im Netz landet oder nicht. Hinten ist Isabelle Dölle nur noch Zuschauerin. © malafo

Wie spielt sich Handball, wenn die Steine vom Herzen gefallen sind? Das werden die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen am Samstag ab 19 Uhr bei ihrem nächsten Bundesligaspiel sehen und spüren.

Bad Wildungen – Dort treffen sie in der Edertalhalle in Bergheim auf ihren Angstgegner Buxtehuder SV. Die Vipers können nach dem wichtigen Sieg in Zwickau, der den Klassenerhalt sehr wahrscheinlich macht, entspannter an diese schwere Aufgabe herangehen. Wie hoch der Druck und wie groß die Erleichterung nach dem 29:28-Sieg war, wurde auf der Heimfahrt von Zwickau deutlich. Der Bus diente als Druckausgleichsbehälter.

„Bei lauter Musik wurde dort gesungen, getanzt und auch ein wenig getrunken“, verrät Trainerin Tessa Bremmer. „Eine große Erleichterung war im Bus deutlich zu spüren und die Gewissheit, dass wir jetzt einen Riesenschritt in die richtige Richtung gemacht haben.“

Was trinken Handballerinnen in so einem Moment Sekt oder Bier? „Die Kiste Bier steht eigentlich immer im Bus, wir haben sie in dieser Saison leider nicht so oft hochgeholt“, sagt die Trainerin und spielt damit auf eine lange sieglose Zeit an. Aber die ist seit einigen Wochen vorbei.

Mischung aus Druck und Leichtigkeit finden

Doch die Vipers-Trainerin weiß, dass sie möglicherweise schon wieder in die andere Richtung gegensteuern muss. „Es ist schön, dass wir gegen Buxtehude nicht mehr so unter Druck stehen und meine Mannschaft mit mehr Leichtigkeit spielen kann, aber wenn sie zu viel Leichtigkeit zeigt, wird das Buxtehude sofort bestrafen.“

Der kommende Gegner spielt eine überragende Saison und ist derzeit hinter dem neuen Meister Bietigheim und Borussia Dortmund die dritte Kraft in Deutschland. Das macht die Aufgabe für die Vipers noch schwerer als sie ohnehin schon ist.

Bremmer spricht es auch mal offen aus: „Buxtehude ist unser Hassgegner, die liegen uns irgendwie gar nicht.“ Und noch viel schlimmer ist: Sie weiß nicht, warum dieser Gegner ihrer Mannschaft nicht liegt. „Dann hätten wir schon längst etwas dagegen getan.“ Wäre denn eine knappe Niederlage schon ein Erfolg für ihr Team?

So weit möchte die Trainerin diesen Angstgegner aber nicht an ihre Mannschaft heranlassen. „Nein, auf keinen Fall, wir können sie auch schlagen, dafür müsste aber alles passen.“

Buxtehuder Prunkstück ist der Rückraum

Der Erfolg der Buxtehuderinnen beruhe vor allem auf starken Rückraumspielerinnen in der Offensive und auf zwei sehr gute Torfrauen, meint Bremmer. „Dadurch können sie in der Abwehr recht defensiv bleiben, sehr kompakt stehen und eher mal einen Wurf aus dem Rückraum zulassen. Der Gegner nimmt dadurch auch öfter mal halbe Würfe, die leichter abgefangen werden können und das nutzt Buxtehude im Konter aus.“

Auf die Frage, was die Vipers am Samstag besser machen sollten als gegen Zwickau, überrascht Bremmer mit dieser Antwort: „Fast alles, außer, dass wir am Ende das Spiel gewonnen haben.“

Dieses wichtige Kellerduell sei im Vergleich zu den Spielen davor eher ein schlechtes gewesen. Die Nervosität sei dem Team im gesamten Spiel anzumerken gewesen, es seien zu viele freie Bälle verworfen worden, die Abwehrarbeit sei nicht gut gewesen und die beiden Torfrauen könnten es eigentlich auch besser. Die Trainerin zieht aber mit einem Satz diese Negativaufzählung wieder gerade: „Ich bin natürlich zufrieden, wenn wir ein schlechtes Spiel machen und gewinnen.“ Die Zuschauer wünschen sich wohl eher ein gutes Spiel der Vipers gegen Buxtehude, aber gegen gewinnen haben sie auch nichts einzuwenden. Bremmer kann auf denselben Kader der Vorwoche zurückgreifen.

Leun: Es wird diesmal schwer, die Vipers zu schlagen 

Wenn es in einer Mannschaft gut läuft, funktionieren plötzlich Dinge, die man sich sonst hart erarbeiten muss. Das sagt Trainer Dirk Leun und er beschreibt damit den Ist-Zustand seines Teams, den Buxtehuder SV, der momentan bei den Frauen die drittstärkste Handballkraft in Deutschland ist.

Leun, der seit 14 Jahren die BSV-Handballerinnen trainiert, lobt vor allem eins an seinem Team: „Ich habe selten eine Mannschaft gehabt, die sich handballerisch so schnell entwickelt hat wie diese.“ Es lägen Welten zwischen den Spielen zu Saisonbeginn und den jetzigen, betont der Coach. Er sei außerdem auch sehr davon angetan, wie gut diese Mannschaft mit Fehlern umgehe. „Sie kann schlechte Aktionen sofort abhaken und wieder nach vorn gucken.“

Die Wildunger Handballerinnen würden ein paar schlechte Aktionen des BSV im Spiel am Samstag begrüßen. Warum liegen die Vipers der BSV-Mannschaft so gut, denn sie gewinnt oft deutlich gegen die Badestädterinnen? Darauf hat Leun keine Antwort oder er möchte sie vor diesem Spiel nicht preisgeben. Er rechnet diesmal auch nicht mit einem Kantersieg, wie etwa Ende Januar im Pokal mit 36:22. „Wildungen hat noch mal die Kurve gekriegt und sich zuletzt gut entwickelt. „Es wird diesmal schwer, sie in eigener Halle zu schlagen.“ (rsm)

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