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Wildunger Vipers wollen den Thüringerinnen Schwerstarbeit anbieten

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Unhaltbare halten: Wenn die Vipers-Torfrau Manuela Brütsch wieder so einen Paradetag erwischt wie im Pokal gegen den Buxtehuder SV, können die Wildungerinnen auch dem Thüringer HC Punkte abnehmen.
Unhaltbare halten: Wenn die Vipers-Torfrau Manuela Brütsch wieder so einen Paradetag erwischt wie im Pokal gegen den Buxtehuder SV, können die Wildungerinnen auch dem Thüringer HC Punkte abnehmen. © malafo

Wie viel gegnerische Stärke verkraften die Wildunger Vipers momentan? Die Handballerinnen können gegen die Großen der Bundesliga oft gut mithalten, diese aber nur sehr selten besiegen. Am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) kommt wieder so ein Großer in die Bergheimer Edertalhalle: der Thüringer HC.

Bad Wildungen – Die Wildungerinnen sind seit Wochen gut drauf, haben zuletzt sogar den Buxtehuder SV aus dem Pokal geworfen. Frau Bremmer, da kommt Ihnen jetzt der THC doch gerade recht, oder? „Ja“, antwortet die Vipers-Trainerin und spricht direkt noch ein zweites „ja“ aus, das aber schon zögerlicher klingt, es folgt ein verlegenes Lächeln, um mit diesen zwei Worten nicht als zu vermessen rüberzukommen.

Bei den Vipers stehen trotz der jüngsten Erfolge noch alle mit beiden Beinen auf dem Boden. „Wir haben es Thüringen ja schon oft schwierig gemacht“, erzählt Bremmer, etwa bei der unglücklichen 30:31-Niederlage im vergangenen Jahr.

Doch sie betont auch, dass der Thüringer HC von 2021 nicht mehr mit dem THC von 2022 zu vergleichen sei. „Sie hatten einen großen Umbruch, zehn Abgänge, neun Zugänge und man erkennt jetzt wieder eine viel bessere Mannschaft.“ Das Team von Trainer Herbert Müller habe auf den Außenpositionen mit Johanna Stockschläder und Nathalie Hendrikse zwei gute Konterspielerinnen hinzubekommen, am Kreis seien sie deutlich stärker und im Rückraum hätten sie mit der Österreicherin Sonja Frey „einen absoluten Knaller“ geholt, die auch andere Spielerinnen wieder besser mache.

Bremmer: Zwischen beiden Teams liegt ein Klassenunterschied

Trotz aller Euphorie im Vipers-Lager sieht Tessa Bremmer zwischen ihrem Team und dem THC schon noch „einen Klassenunterschied“. Thüringen habe auch viele Spielerinnen mit internationaler Erfahrung.

Das THC-Team feierte jüngst das Erreichen der Gruppenphase im Europapokal und sie mussten in der Liga erst eine Niederlage hinnehmen - gegen Meister Bietigheim. Während die THC-Spielerinnen tief die Europacup-Luft in Frankreich und Schweden eingeatmet haben, probierten die Vipers derweil mal ihr kaufmännisches Talent in eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt aus und sie tüftelten im Training unter anderem an einer noch sattelfesteren Abwehrformation. „Unser 6-0-Verbund steht bisher zwar gut, aber wir müssen flexibel bleiben“, betont Bremmer.

Die Wildunger Handballerinnen wollen natürlich für jeden Gegner unberechenbar bleiben. Die bisher starken Ergebnisse resultierten auch aus einer ungewöhnlich guten Stimmung in der Mannschaft, sagt Bremmer. „Wir haben einen gesunden und fairen Konkurrenzkampf, jede spielt für jede und jede kämpft aber auch um ihren Platz in der Mannschaft.“

Die große Taktiktafel will Bremmer vor diesem Spiel aber nicht mehr rausholen. „Wir können nur auf unsere Tugenden setzen, Kampf, aggressive Abwehr, viel Tempo und hoffen, dass wir schwächere Phasen von Thüringen ausnutzen können.“

Müller „Ich bin ein Fan von Teams, die hart arbeiten

Die Vipers und der Thüringer HC haben derzeit eins gemeinsam: Es läuft gut, vielleicht sogar unerwartet gut. Auch wenn THC-Trainer Herbert Müller seine Spielerinnen eindringlich vor den Stärken der Vipers warnt, hört man aus seinen Worten auch das heraus: Meine Mannschaft ist derzeit nur schwer zu schlagen.

Der langjährige THC-Coach hat keine Bedenken, dass seine Spielerinnen durch das Hoch im Europapokal, den Bundesliga-Alltag auf die leichte Schulter nehmen könnten. „Wir wissen, dass wir das alltägliche Brot nicht vernachlässigen dürfen, denn das Privileg international zu spielen, kann man sich nur in der Bundesliga verdienen.“

„Wir tun uns immer schwer in Bad Wildungen.“

Der Coach berichtet, dass er seinen Spielerinnen gleich zu Beginn der Vorbereitungen auf die Begegnung bei den Vipers, diese Worte gesagt habe: „Wir tun uns immer schwer in Bad Wildungen.“ Neun seiner Spielerinnen werden allerdings den Wahrheitsgehalt dieses Satzes noch selbst herausfinden müssen, denn sie spielen erstmals im Thüringer Trikot auf der Wildunger Platte.

Der Coach hat trotz des Umbruchs schnell wieder eine schlagkräftige Truppe geformt. „Wir hatten in der vergangenen Saison mehr Qualität in der Mannschaft als jetzt, hatten aber auch zwei, drei Prinzessinnen drin, die da nicht reinpassten.“

Im Kader viel Wert auf Mentalität und Charakterstärke gelegt

Deshalb habe er bei der Zusammenstellung des jetzigen Kaders viel Wert auf Mentalität und Charakterstärke gelegt. „Wir haben jetzt eine Mannschaft, die gemeinsam kämpft.“ Diese Eigenschaft wird nach Ansicht von Müller auch beim Spiel in Bad Wildungen eine entscheidende Rolle spielen. „Wenn es gegen die Vipers geht, muss man den Kampf annehmen und sich auch mental durch die hohe Aggressivität - und die meine ich positiv – nicht einschüchtern lassen“.

Müller freut sich auch über die derzeit gute Leistung der Vipers. „Ich bin ein Fan von Teams, die nicht das große Geld haben, sondern hart arbeiten. Und dazu gehört Bad Wildungen ohne Frage.“ (rsm)

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