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Vipers wollen gegen den Meister aus Bietigheim „keine verrückten Sachen machen“

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Wunschposition: Wenn die Vipers heute gegen Bietigheim oft so weit kommen wie hier Jolina Huhnstock, dann ist der Torerfolg nicht weit. Xenia Smits (links), Danick Snelder und Julia Maidhof bekommen die Vipers-Kreisläuferin nicht mehr zu fassen.
Wunschposition: Wenn die Vipers heute gegen Bietigheim oft so weit kommen wie hier Jolina Huhnstock, dann ist der Torerfolg nicht weit. Xenia Smits (links), Danick Snelder und Julia Maidhof bekommen die Vipers-Kreisläuferin nicht mehr zu fassen. © malafo

Wenn der eigene Sieg ein Wunder wäre, dann heißt das für jede Mannschaft in der Frauen-Handball-Bundesliga: der nächste Gegner heißt Bietigheim.

Bad Wildungen – Die Unantastbaren zeigen am heutigen Mittwochabend ab 19.30 Uhr in der Bergheimer Edertalhalle im Bundesligaspiel gegen die Vipers aus Bad Wildungen ihre Klasse, die sich in Zahlen so ausdrückt: 58. Pflichtspielsiege in Folge hatte das Team von Trainer Markus Gaugisch eingefahren, doch diese Serie riss vor wenigen Tagen in der Champions League beim 28: 28 in Bukarest.

Wenn das Starensemble aus Bietigheim einem gegenüber steht, hat der Gegner eigentlich einfaches Spiel: Er hat nichts zu verlieren, aber leider auch nichts zu gewinnen. Dieser These stimmt die Vipers-Trainerin Tessa Bremmer nur bedingt zu: „Wir haben gegen Bietigheim nichts zu verlieren, aber gewinnen kann man auch gegen so eine starke Mannschaft immer was.“ Sie meint damit vermutlich nicht den Sieg, sondern eher, sich Selbstvertrauen holen, indem ihre Spielerinnen dem Riesen lange Zeit die Stirn bieten oder ihn in einigen Situationen mit eigenen guten Aktionen überraschen können.

Bremmer: „Wir werden nur auf uns schauen“

Auch wenn ein negatives Erlebnis auf eine Mannschaft zukommt, sollte man ihr positive Vorgaben mit auf den Weg geben. Diese Denkweise hat Bremmer verinnerlicht, deshalb würde sie auch ihre Spielerinnen gegen Bietigheim nie mit dem Ziel auf die Platte schicken, wie wollen die Niederlage unter zehn Toren halten. „Wir werden gegen Bietigheim nur auf uns schauen, und uns vorher fragen, was wollen wir gut machen, wie können wir unsere Ziele möglichst gut erreichen, schaffen wir das, kommt automatisch ein halbwegs gutes Ergebnis für uns heraus“, betont die Vipers-Trainerin.

Die Bietigheimerinnen treffen heute auf eine Mannschaft, die sich in nur drei Bundesligaspielen durch zwei Siege eine Menge Selbstbewusstsein erarbeitet hat und die derzeit auch viel gute Laune im Training zeigt. Außerdem wissen die Vipers, dass sie gerade gegen Bietigheim zu Hause meist gut ausgesehen haben.

„Wir gehen konzentriert, aber auch mit Spaß ran und versuchen, das bestmögliche herauszuholen“, sagt Bremmer. Sie musste in der Länderspielpause nur auf die Schweizer Torfrau Manuel Brütsch im Training verzichten und konnte daher ihr Team besser auf dieses Spiel vorbereiten als ihr Kollege Gaugisch aus Bietigheim, der nicht einmal allein in der Halle stehen würde, weil er in dieser Zeit als deutscher Bundestrainer selbst unterwegs ist und dann auch andere Dinge im Kopf hat als an ein Bundesligaspiel zu denken.

Bietigheimer Trainer Motivation für Ingenpaß?

Und vielleicht ist Gaugisch selbst eine zusätzliche Motivation für alle Spielerinnen, die gegen Bietgheim antreten, denn sie können sich in diesem Spiel immerhin vor den Augen des Bundestrainers für eine mögliche Nominierung im Nationalteam empfehlen. So möchte bestimmt auch die Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß zeigen, dass sie derzeit in einer Form ist, die für eine Rückkehr ins Nationalteam reichen sollte.

Wer in einem Spiel nichts zu verlieren hat, der könnte doch gerade in solchen Partien taktische oder spielerische Dinge testen, die er in einem Spiel, in dem er etwas zu verlieren hat, nicht wagen würde.

Diesem Vorschlag erteilt Bremmer aber eine Absage. „Testen eher nicht, denn genau gegen solch starke Gegner werden viele Aktionen , die wir testen möchten, schneller abgestraft als gegen andere Gegner und das wäre nicht gut fürs Selbstbewusstsein. „Deshalb werden wir keine verrückten Sachen gegen Bietigheim machen, sondern eher auf Disziplin spielen.“

„Spiele in Wildungen haben für uns besonderen Touch“

Wie fühlt sich eine Niederlage in der Handball-Bundesliga an? Darauf kann kaum eine Bietigheimer Spielerin eine Antwort geben, weil sie dieses Gefühl schon seit über einem Jahr nicht mehr spüren musste.

Aber wer so lange so dominant spielt, bei dem ist die Überheblichkeit auch nicht weit weg. Doch der Bietigheimer Trainer Markus Gaugisch sieht in seinem Team bisher keine Anzeichen dafür. „Wir hatten im letzten Jahr nur wenige Spiele, die von der Motivation her nicht gut waren.“ Er weiß, aber auch nicht den genauen Grund dafür, vermutet aber, dass es vor allem die klare Kommunikation mit seinen Spielerinnen ist, die sie davor schützt, die Bundesliga auf die leichte Schulter zu nehmen. „Jeder von uns weiß, du musst Meister werden, wenn du Champions League spielen willst.“

Gerade die Vipers sollten nicht mit Bietigheimerinnen rechnen, die sie womöglich unterschätzen könnten. „Die Wildunger Truppe ist immer unangenehm zu bespielen, weil in ihr sehr viel Herz und Kampfkraft steckt.“

Er erinnere sich an die zwei letzten Auftritte in Wildungen, letztes Jahr habe sein Team lange hinten gelegen und im Spiel davor habe seine Mannschaft erst mit dem Schlusspfiff den Siegtreffer erzielt. „Von daher ist Bad Wildungen für uns immer eines der Auswärtsspiele, die einen besonderen Touch haben.“

Wer die Erfolgsserie der SG BBM Bietigheim betrachtet, kommt nicht auf die Idee, dass dieser Verein mit einem kleinen Kader auskommen muss. „Ich habe auch nur 14 Spielerinnen“, betont der Coach. Das sei auch Corona geschuldet, da in dieser Zeit im Verein der Unterbau etwas weggebrochen sei.

Dann sollten zwei Spielerinnen beim VfR Waiblingen „geparkt“ und mit einem Zweitspielrecht ausgestattet werden. „Aber das ging dann auch nicht mehr, weil Waiblingen in die erste Liga aufgestiegen ist.“ rsm

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