Wesertals Trainer Frank Rossel übt im HNA-Interview harte Kritik an den Schiedsrichtern

„Wir waren kurz vor dem Spielabbruch“

Voll engagiert: Wesertals Trainer Frank Rossel im Gespräch mit Spielern. Foto: Sommerlade

Oberweser. Unzufrieden über die Schiedsrichter äußerte sich Wesertals Trainer Frank Rossel nach der Niederlage bei der MSG Ahnatal. Mit Rossel sprach unsere Mitarbeiterin Martina Sommerlade.

Herr Rossel, beim Spiel in Calden waren Sie sehr emotional. Was hat Sie aufgeregt?

Rossel: Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Die unterirdische, dem heutigen schnellen Handball nicht mehr gerecht werdende Leistung der heutigen Schiedsrichter. Wir haben wirklich einige sehr gute Gespanne in der Klasse und es ist mir auch klar, dass es sehr schwierig ist, junge und gute Schiedsrichter zu bekommen.

War es so schlimm?

Rossel: Wenn nach so einem Spiel, junge Spieler zu mir kommen, die ich zehn Jahre ausgebildet habe, und sagen: „Trainer auf so etwas habe ich keine Lust mehr“, dann sagt das doch alles und macht unseren Sport mittelfristig kaputt. Jeder in der Halle hat gesehen, dass dieses Gespann leider nicht mehr in der Lage ist, diesen schnellen und dynamischen Sport als Schiedsrichter regelgerecht zu leiten. Wir waren kurz vor einem Spielabbruch. Ich hatte zeitweise große Angst um die Gesundheit, nicht nur meiner Spieler. Immer wieder willkürliche Herausstellungen, die zu großen Gelächter unter den Zuschauern in der Halle führte. Höhepunkte waren zweifellos die Zeitstrafen gegen uns in der 50. Minute beim Stand von 29:27 für Calden, als wir im Angriff, ja richtig im Angriff, eine doppelte Zeitstrafe gegen uns erhielten.

Sie sind ja sehr gut in die Saison gestartet. Mit der erneuten Niederlage ist an einen Aufstieg nicht mehr zu denken. Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Rossel: Da wir uns nie das Ziel Aufstieg auf die Fahne geschrieben haben, eigentlich noch recht gut. Die Saison sollte zum Kennenlernen und Integrieren der jungen Spieler dienen und wir wollten sehen, ob das Konzept mit Peter Rommel, der ja auch Trainer bei uns ist, angenommen wird. Leider kann Peter aus gesundheitlichen Gründen nicht mit auf die Bank und kann so unserer Mannschaft auch nicht in schwierigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Im Nachhinein wäre natürlich mehr drin gewesen, aber durch Verletzungen konnten wir noch kein festes System entwickeln und sind immer wieder, gerade in der Trainingsarbeit, zurück geschmissen worden.

Wie sehen die Planungen für die nächste Saison aus?

Rossel: Die laufen auf Hochtouren. Unsere sportliche Leitung mit Holger Lohne und natürlich auch wir als Trainer, mit Peter Rommel und mir, sind im Gespräch mit einigen Spielern, um die Mannschaft punktuell zu verstärken. Konkretes gib es aber noch nicht.

Wichtig ist, dass die Mannschaft zusammen bleibt und sich langfristig einspielen kann. Mit Spielern aus der A-Jugend wie Tim Götze, Tim Warnecke und Miguel Herbold haben wir eine gute Perspektive für die Zukunft. Sie werden nächstes Jahr eine Doppelspielberechtigung erhalten.

Und zuletzt: Was ist Ihr größter sportlicher Wunsch?

Rossel: Wenn unsere Familie, bei der doch sehr Zeit intensiven Arbeit, weiterhin so hinter uns steht, wünsche ich mir natürlich in erster Linie noch einige schönen Jahre zusammen mit meinem Sohn Franco, sei es nun als Trainer, Betreuer oder vielleicht auch einfach nur als Begleiter. Langfristig brauchen wir im Wesertal aber wieder auf jeden Fall eine Landesligamannschaft.

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