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Zehn Tore aufgeholt und doch verloren: Bad Wildungen unterliegt Blomberg 29:31

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Noch zu wenig für einen Sieg: Verena Oßwald war die beste Schützin der Vipers bei der unglücklichen Niederlage in Blomberg.
Noch zu wenig für einen Sieg: Verena Oßwald war die beste Schützin der Vipers bei der unglücklichen Niederlage in Blomberg. © malafo

Einen Zehn-Tore-Rückstand aufgeholt, den Sieg vor Augen und dann gleitet einem der Erfolg doch noch durch die Hände.

Blomberg – Dann lieber gleich hoch verlieren mag der eine denken, der andere lobt die unglaubliche Aufholjagd der Handballerinnen der HSG Bad Wildungen Vipers, die das Bundesligaspiel bei der HSG Blomberg/Lippe doch noch mit 29:31 (10:19) abgeben mussten.

Vipers-Trainerin Tessa Bremmer zählt eher zu jener Sorte Mensch, die sich nicht so recht über diese Aufholjagd freuen kann. „Wenn wir von Anfang an so gut gespielt hätten, hätte es gar keine Aufholjagd geben müssen.“

Das stimmt natürlich. Die Wildungerinnen haben tatsächlich im ersten Durchgang fast alles vermissen lassen, was sie noch vor vier Wochen stark gemacht hat. Bremmer beschreibt die erste Halbzeit ihres Teams so: „Die Mädels waren einfach nicht da, die Emotionen haben nicht gestimmt, in der Abwehr waren sie zu passiv und vorn haben sie ohne Tempo und Bewegung gespielt.“

Trainerin in der Halbzeit „megasauer“

Die Worte der Trainerin wurden in der Kabine natürlich etwas lauter: „Ich war megasauer, nicht nur, wegen mangelnder Einstellung, sondern weil die Mannschaft die Sachen, die wir besprochen hatten, nicht umgesetzt hat.“

Zwei Minuten nach Wiederbeginn kassierten die Badestädterinnen auch noch 10:20. Na, das war’s dann wohl, dachten vermutlich alle Zuschauer, aber die Vipers sahen das anders. Innerhalb von nur sechs Minuten (36. bis 42.) warfen sie sechs Toren in Folge, verwandelten ein bereits verloren geglaubtes Spiel (14:22) in eine Partie, die noch zu gewinnen ist (19:22).

Die Blombergerinnen versuchten sich zu wehren, aber sie kamen nicht mehr in ihr Tempospiel und als Verena Oßwald (49.) zum 25:25 ausglich, Jolina Huhnstock zwei Minuten später für die 26:25-Führung der Gäste sorgte, schienen die ersatzgeschwächten Gastgeberinnen dem starken Willen der Wildungerinnen nichts mehr entgegenzusetzen haben.

Sie mussten nun bei fast jedem Angriff ins Zeitspiel, weil sie keine Lücken mehr in der Wildunger Abwehr fanden. Doch ihnen kam dann der ruhende Ball zur Hilfe, denn sie warfen plötzlich Freiwürfe ins Tor, die normalerweise eine gut stehende Mauer mit ihrer Torfrau verhindern. „Wir haben in der zweiten Halbzeit extrem gut in der Abwehr gespielt, aber wenn man dann immer wieder durch Freiwürfe die Tore doch noch reinbekommt, ist das auch mental ganz schwer zu verarbeiten“, erklärte Bremmer.

Showdown als Schwester-Duell

Und als die Zeit für den Showdown dieser Begegnung anbrach, zog der unbekannte Regisseur dieses unglaublich spannenden Dramas auch noch das Register Schwestern-Duell. Emma Ruwe auf seiten der Vipers und Leni Ruwe im Blomberger Trikot. Es begann Emma, die in ihrem ersten „richtigen“ Spiel für die Wildungerinnen für das 29:28 (56.) sorgt. Blomberg gleicht aus, der Vipers-Angriff verpufft und Leni trifft in der 58. Minute zum 30:29. Verena Oßwald scheitert mit ihrem Wurf, Laetitia Quist trifft zum 31:29. Dann Siebenmeter für die Vipers, Emma nimmt sich den Ball, sie hatte zuvor schon einen Strafwurf verwandelt, doch diesmal scheitert sie und damit auch ihre Mannschaft

Bremmer und ihre Spielerinnen sind enttäuschter als nach so manch anderer Niederlage: „Schade, dass wir ausgerechnet in diesem Spiel die erste Halbzeit so verschlafen haben, denn man hat ja dann gesehen, wie viel drin gewesen wäre, sagt die Trainerin: „Ich denke, dass, heute sogar nur 80 oder 90 Prozent unseres Leistungsvermögens für einen Sieg gegen ein ersatzgeschwächtes Blomberg gereicht hätten.“ (rsm)

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