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Zurück zur alten Stärke: Vipers wollen gegen Bensheim Niederlagenserie beenden

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Erfolgserlebnis: Den Siegeskreistanz möchten die Wildunger Handballerinnen endlich mal wieder aufführen – vielleicht nach der Partie gegen die HSG Bensheim.
Erfolgserlebnis: Den Siegeskreistanz möchten die Wildunger Handballerinnen endlich mal wieder aufführen – vielleicht nach der Partie gegen die HSG Bensheim. © malafo

Der Jahreswechsel kam den Spielerinnen der HSG Bad Wildungen gelegen. Mal zwei, drei Tage abschalten vom Handball, der ihnen in den vier Dezember-Bundesligapartien etwas aus den Händen geglitten ist.

Bad Wildungen – Vier Niederlagen im Dezember – vor allem die jüngste 25:42-Klatsche in Dortmund wirkte für den Beobachter besorgniserregend, weil plötzlich viele überhastete Alleinspielerinnen und keine Gemeinschaft mit Teamgeist mehr auf der Platte standen.

„Wenn wir uns direkt nach dem Dortmund-Spiel im Training getroffen und darüber gesprochen hätten, wäre die Laune bestimmt nicht besser geworden“, meint auch Trainerin Tessa Bremmer, „aber passend zum Jahreswechsel haben wir uns gesagt, okay, jetzt fangen wir auch wieder von vorne an und versuchen, an die alte Stärke anzuknüpfen.“

Vipers gegen Bensheim: Beide Mannschaften kennen sich gut

Diesen guten Vorsatz wollen ihre Spielerinnen bereits morgen (19 Uhr) im Hessen-Derby gegen die HSG Bensheim/Auerbach in die Tat umsetzen. Nach dem guten Saisonstart verspüren die Wildungerinnen jetzt wieder mehr Druck des Gewinnenmüssens. „Ja, leider sind nicht mehr in der komfortablen Situation und wir brauchen jetzt dringend mal wieder zwei Punkte“, betont Bremmer.

Die Vipers treffen morgen auf eine Mannschaft, die sie so gut kennen wie wohl kaum ein anderes Bundesligateam, auch, weil sie oft Testspiele gegeneinander bestreiten, das letzte fand erst im November statt. Dass daraus für die eine oder andere Seite ein Vorteil oder gar Nachteil entstehen könnte, sieht Bremmer nicht. „Es macht es beiden Trainerinnen nur leichter die Mannschaft taktisch auf den Gegner einzustellen, weil jeder weiß, wie der andere spielt.“ Bensheim habe zwar in der Abwehr einiges umgestellt, sie spielten derzeit gern eine 5:1-Abwehr, darauf müsse sie ihr Team noch vorbereiten.

Vipers wollen wieder mehr Sicherheit ins Spiel bekommen

„Ich denke, es ist in unserer jetzigen Lage gut, dass meine Spielerinnen nicht zu viele neue taktische Sachen im Kopf haben müssen, wir wissen, was der Gegner macht und was gegen ihn gut funktioniert.“ Bensheim sei eine ähnliche Mannschaft wie die Vipers, betont die Trainerin, den einzigen kleinen Vorteil für die Südhessinnen sieht sie darin, dass sie mehr erfahrene Spielerinnen hätten. „Das kann in entscheidenden Phasen wichtig werden“, betont Bremmer, aber für sie steht fest, dass in diesem Heimspiel die Tagesform und die kämpferische Einstellung über Sieg und Niederlage entscheiden werde.

Bremmer und ihr Team haben den Fokus in dieser Trainingswoche auch darauf gelegt, wieder mehr Sicherheit ins Spiel zu bekommen und dass jede Spielerin wieder sicherer in ihren Aktionen wird und weniger Fehler macht. „Wir haben eine junge Mannschaft und sind daher auch mental noch nicht so gefestigt, wie manch anderes Bundesligateam. Deshalb liegt die Erklärung für unseren Leistungsabfall auch mehr im psychischen Bereich als im sportlichen.“

Die Vipers-Trainerin hofft, dass die Zuschauer wieder so zahlreich erscheinen werden wie gegen Halle-Neustadt (27:35). „Uns hat diese Niederlage auch deshalb sehr geärgert, weil die Halle endlich mal richtig voll war und wir vergeigen dann das Ding.“

Das soll gegen Bensheim nicht noch einmal passieren. Bremmer fordert von ihren Spielerinnen mindestens zwei Punkte aus den nächsten beiden Spielen gegen Bensheim und in Oldenburg. Diese Vorgabe könnten sie schon morgen erfüllen.

Ahlgrimm sieht kein Wildunger Leistungstief 

Die Vipers schwächeln ein wenig. Ein guter Zeitpunkt jetzt gegen Bad Wildungen Handball zu spielen. Oder Frau Ahlgrimm? Doch die Trainerin der HSG Bensheim/Auerbach will davon nichts hören. „ Es gibt keinen Grund oder Zeitpunkt, dass wir nach Bad Wildungen fahren und denken, ja, das machen wir schon.“

Heike Ahlgrimm sieht auch keine Krise beim hessischen Ligakonkurrenten und nimmt die Wildungerinnen sogar in Schutz: „Von den letzten fünf Spielen waren die Vipers nur in einem Spiel der Favorit und das ging dann verloren, ansonsten waren es normale Ergebnisse und von daher wird das alles von außen ein bisschen überbewertet.“ Natürlich muss Ahlgrimm diese Worte vor dem Hessen-Derby so wählen, doch sie redet sich ihren nächsten Gegner auch nicht schön. Denn sie kennt die Vipers sehr gut und weiß auch, was die Bad Wildunger Handballerinnen auf die Platten bringen können, wenn man sie lässt.

Leistungsschwankungen bei jungen Spielerinnen normal

Die Bensheimer Trainerin weist außerdem daraufhin, dass Höhen und Tiefen in einer Saison normal seien. Das erlebe sie auch immer wieder mit ihrer jungen Mannschaft, die vor allem bei den Niederlagen gegen Neckarsulm oder in Oldenburg weit unter Form agiert habe. „Wir wissen, dass wir spielerisch noch viel Luft nach oben haben, aber wir haben auch schon acht Punkte, die uns keiner mehr nehmen kann.“ Damit haben die Südhessen zwei mehr als die Nordhessen aus Wildungen.

Da Bensheim genau wie Wildungen oft mit jungen Spielerinnen arbeitet, erleben Ahlgrimm und ihre Wildunger Amtskollegin Tessa Bremmer oft ähnliche Momente: „Wer mit jungen Leuten arbeitet, weiß einfach, dass Leistungsschwankungen kommen werden, dass sie normal sind, da fließen viele Dinge in den Sport mit ein, die private Situation, dann setzt man sich selbst zu sehr unter Druck, den man nicht standhält und, und, und....“ Als Trainerin müsse man allerdings versuchen, das Gebilde in Waage zu halten, gerade wenn es um die entscheidenden Spiele gehe.

Das Team aus Bensheim hat in der vergangenen Saison beide Spiele gegen die Badestädterinnen verloren. Auch das motiviere natürlich ihr Team, sagt Ahlgrimm. „Aber die Vipers scheinen in diesem Jahr noch stärker zu sein als in der Vorsaison und haben in Ingenpass, Oßwald und Scheib auch drei sehr gute Spielerinnen.“

Ahlgrimm rechnet mit einem „schweren Spiel auf Augenhöhe, das von der Tagesform entschieden wird“. Insgeheim hofft sie aber schon auf schwächelnde Vipers. (rsm)

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