Für Kirchhofs Trainer Weiss zählt nur der Klassenerhalt

Zwei von drei Favoriten der 2. Handball-Bundesliga zieren sich

BSV Sachsen Zwickau, die Füchse Berlin und der VfL Waiblingen bilden das Favoritentrio auf die Meisterschaft in der kommenden Saison der 2. Handball-Bundesliga.

Kirchhof – Wer zählt zu den Aufstiegskandidaten der kommenden Saison in der 2. Handball-Bundesliga? Mathematisch ist diese Frage leicht zu beantworten. Gingen nach der letzten Spielzeit Spitzenreiter Buchholz/Rosengarten und der Tabellenzweite Halle-Neustadt nach oben, sind nun, da kein Team „runter“ kam, die Nächstplatzierten dran: der BSV Sachsen Zwickau (als Dritter), die Füchse Berlin (4.) und der VfL Waiblingen (5.). Genau dieses Trio wird von den Trainern des Unterhauses am meisten genannt, wenn es um die Titelanwärter geht.Die wiederum zieren sich. Teilweise. Geben die Favoritenrolle bereitwillig an die Konkurrenz ab. Wie Norman Rentsch. „Waiblingen und die Füchse sind für mich die ersten Anwärter“, sagt der Trainer des BSV Sachsen. Und über die eigene Rolle: „Wir stecken mitten in einem Entwicklungsprozess und müssen erst konstanter werden. Da tut uns Demut besser als auf die Pauke zu hauen.“

Dagegen sprechen fünf teilweise hochkarätige Neuzugänge. Rechtsaußen Elaine Rode vom Erstligisten Bayer 04 Leverkusen etwa oder auch Diana Dögg Magnusdottir vom isländischen Meister Valur Reykjavik, die zusammen mit Katarina Pavlovic ein Duo der Extraklasse im rechten Rückraum bilden wird. Zudem konnten die Sachsen Konkurrent Rödertal auch noch die Halblinke Brigita Ivanauskaite abluchsen, die allerdings nach einer schweren Verletzung noch im Aufbautraining ist.

Eine spielerische Aufwertung des Kaders, der Britta Lorenz dazu verleitet, die Rentsch-Schützlinge zusammen mit dem VfL Waiblingen zum „Topfavoriten“ zu erklären. Erst dahinter ordnet die Managerin der Spreefüxxe das eigene Team ein. Durchaus mit dem Ziel, „oben mit zu spielen“, wobei der Aufstieg aber kein Thema sei.

Gedämpft wurden die Erwartungen auch durch die schweren Verletzungen von der neuen Außen Zeliha Puls (Bruch des Handgelenks, kam aus Rosengarten) und Torfrau Chantal Pagel (Kreuzbandriss) in der Vorbereitung. Zudem steht Trainerin Susann Müller vor der kniffligen Aufgabe, Anna Blödorn – zehn Jahre die Torschützin vom Dienst – zu ersetzen, wozu Lynn Molenaar (von Molde HK) verpflichtet wurde.

Die Rolle als vermeintlicher Aufstiegsaspirant nimmt nur der VfL Waiblingen an. „Wir haben uns qualitativ verbessert und sind auch in der Breite stärker geworden“, lautet die Wechselbilanz des neuen Trainers Thomas Zeitz, woraus der das Saisonziel ableitet, „besser als in der letzten Runde abzuschneiden.“

Königstransfer ist mit Branka Zec eine erfahrene Erstliga-Torfrau (von Göppingen), die ihre junge Kolleginnen Celina Eileen Meißner und Vivien David unterstützen soll. „Damit haben wir ein Trio zwischen den Pfosten, das sicherlich zu den besten der 2. Liga gehört“, erklärt der Ex-Mainzer.

Weiß aber auch um die Risikofaktoren seiner vorgenommenen Systemumstellung. Nachdem in den letzten Jahren im VfL-Angriff (fast) alles über Rückraum-Ass Ann Kynast lief, die zum Erstligisten HSG Blomberg-Lippe wechselt, soll nun die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt werden. Ein Prozess, der laut Zeitz „in der Praxis durchaus Zeit in Anspruch nimmt.“

SG-Trainer Gernot Weiss zurückhaltend

Er hat im erweiterten Favoritenfeld genauso wie sein Kollege Norbert Rentsch auch die SG 09 Kirchhof auf der Rechnung. Das ficht den SG-Trainer indes nicht an. „Für unsere junge und unerfahrene Mannschaft geht es erst mal nur darum, so früh wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen“, erklärt Gernot Weiss. Und sagt ob der Ausgeglichenheit der Liga eine Zwei-Klassen-Gesellschaft voraus: „Ab dem sechsten Platz kann sich bis zum letzten Spieltag wohl niemand sicher fühlen.“

Nicht gemeint sind neben dem Favoritentrio die von ihm ebenfalls hoch gehandelten Teams von Werder Bremen („Die Mannschaft wird sich unter Trainer Robert Nijdam und mit der bundesligaerfahrenen Merle Heidergott noch weiter steigern“) sowie SG H2Ku Herrenberg („Die Mannschaft hat enormes Potenzial“).

Eine Rolle im Verfolgerfeld, die auch seinen Schützlingen liegen könnte – wenn die denn nach dem erheblichen personellen Schnitt (sieben Zu- und neun Abgänge) so schnell wie möglich als Mannschaft zusammen wachsen. Sonst droht dem Aufsteiger von 2016 in der Tat Abstiegskampf pur.(ohm)

Nicht mehr im Rödertaler Trikot, sondern als Neuzugang des BSV Sachsen Zwickau wird Brigita Ivanauskaite (l.) auf Kirchhofs Torjägerin Diana Sabljak treffen. 

Rubriklistenbild: © Richard Kasiewicz

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