Geburtstag

Handball-Urgestein Hans Koslowski wird 75: Meister für fünf Sekunden

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Beim Torwurf: Hans Koslowski (rechts) im Trikot des SV Harleshausen. Foto: Archiv

1973 hat er mit den Feldhandballern der SV Harleshausen die Deutsche Meisterschaft im Endspiel nur knapp verpasst, heute wird er 75 Jahre alt: Hans Koslowski aus Vellmar.

Drei, vier, vielleicht fünf Sekunden hat er geglaubt, er wäre Deutscher Meister im Feldhandball, aber das Tor, das kurz vor Schluss für seine Mannschaft gefallen war, wurde vom Schiedsrichter annulliert. Es stand 9:9, es ging in die Verlängerung, der SV Großwallstadt hatte den längeren Atem, gewann 13:10, und der SV Harleshausen war um den eigentlich verdienten Lohn gebracht worden.

HansKoslowski

Aber 45 Jahre danach ärgert sich Hans Koslowski, der heute 75 wird, nicht mehr über diese Szene, die im Juli 1973 nach dem Endspiel in Wetzlar für viel Gesprächsstoff sorgte. Längst überwiegt beim Rückblick der Stolz auf die eigene Leistung, denn die Vizemeisterschaft ist auch heute noch der größte Erfolg einer nordhessischen Handballmannschaft. Und Koslowski hat eine Menge zu diesem Erfolg beigetragen, denn als Außenläufer spielte er eine Doppelrolle und betätigte sich sowohl als Abwehr- als auch als Angriffsspieler.

Bald aber wurde aus dem Handball- ein Tennisspieler, und davon profitierte vor allem Lars, der Sohn von Hans und Brigitte Koslowski. Hans Koslowski erinnert sich: „Lars wartete geduldig, bis ich mein Match absolviert hatte. Aber dann wollte er üben, obwohl er noch ein Kind war.“ Die ersten Ballwechsel mit seinem Vater waren die Grundlage für die spätere Profikarriere, die Lars Koslowski bis auf den 63. Platz der Weltrangliste brachte.

Sein Vater Hans aber war zunächst Fußballer und erzählt vom überraschenden Ende dieser kurzen Karriere: „Ich muss elf oder zwölf Jahre alt gewesen sein, als für meinen Verein, den TV Remscheid, ein wichtiges Spiel anstand. Dieses Spiel habe ich verschlafen, und weil ich mich nicht mehr getraut habe, dort noch mal aufzukreuzen, hieß mein Sport künftig Handball.“ Von dieser Entscheidung profitierte schließlich der SV Harleshausen, nachdem die Familie Koslowski nach Kassel umgezogen war. Der Grund dafür: Hans Koslowskis Vater war ein Henschel-Mitarbeiter.

Ein Sprung in die Gegenwart. Auch mit 75 schwingt Koslowski noch den Tennis-Schläger, und für die Ü 65 der TSG Ahnatal tritt er sogar noch in Medenspielen an. Und sonst? Am liebsten ist er in der Nähe seiner Heimatstadt Vellmar mit dem Mountainbike unterwegs. Aber nur selten allein. Wenn sein Herrchen das Rad aus der Garage holt, wacht Aslan auf. Aslan ist ein achtjähriger Ridgeback und schafft locker mehr als 20 Kilometer.

Und hier die Handballer, die gemeinsam mit Hans Koslowski 1973 Deutsche Vizemeister im Feldhandball wurden: Hans Henne, Wilfried Koch, Jürgen Sattler, Hermann Bork, Klaus Dippel, Vinko Dekaris, Jockel Bock, Kurt Himmelmann, Ewald Fendler, Manfred Nagelschmitt, Henner Nordheim. Archivfoto: privat

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