Handball-WM 2017

Deutschland mit Mühe zum vierten WM-Sieg

+
Steffen Fäth konnte einmal wieder überzeugen gegen Weißrussland.

Rouen - Die deutschen Handballer bleiben bei der WM ungeschlagen auf Kurs. Gegen Weißrussland gelingt der vierte Sieg. Für die entscheidende Phase kommt Rückraum-Ass Glandorf.

Update vom 22. Januar 2017: Im Achtelfinale der Handball-WM 2017 kann die DHB-Auswahl heute die Revanche gegen Katar schaffen. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Achtelfinale der Handball-WM zwischen Deutschland und Katar heute live im TV und im Live-Stream sehen können.

Weiße Weste gewahrt, WM-Joker im Anflug: Mit Rückraum-Ass Holger Glandorf gehen die deutschen Handballer als verlustpunktfreier Tabellenführer bei der WM ins Gruppenfinale gegen Kroatien. Der Europameister bestand am Mittwoch in Rouen den Härtetest gegen Weißrussland, musste beim 31:25 (16:16) allerdings Schwerstarbeit verrichten. Kapitän Uwe Gensheimer war vor rund 4000 Zuschauern mit acht Toren überragender Werfer im DHB-Team, für das Steffen Fäth sechsmal traf.

Glandorf nachnominiert

Vor der Partie zog Sigurdsson sein WM-Ass aus dem Ärmel und nominierte Glandorf für die Titelkämpfe nach. Ab dem abschließenden Vorrundenspiel an diesem Freitag gegen den EM-Dritten Kroatien wird das Rückraum-Ass vom Bundesliga-Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt die Bad Boys verstärken. „Ich freue mich auf die Spiele und werde Vollgas geben“, sagte Glandorf vor seiner Abreise dem ARD-Hörfunk. „Natürlich ist es eine besondere Ehre, bei einer Weltmeisterschaft noch einmal für Deutschland zu spielen.“

Deutschland besiegt Weißrussland - die Bilder

Finn Lemke (Links) versucht den Wurf von Barys Pukhouski abzuwehren.
Finn Lemke (Links) versucht den Wurf von Barys Pukhouski abzuwehren. © AFP
Kai Häfner (Rechts) im Gerangel um den Ball mit Artsem Karalek.
Kai Häfner (Rechts) im Gerangel um den Ball mit Artsem Karalek. © AFP
Barys Pukhouski mit einem Wurf aus der zweiten Reihe.
Barys Pukhouski mit einem Wurf aus der zweiten Reihe. © AFP
Patrick Groetzki (Rechts) feuert sein Team an.
Patrick Groetzki (Rechts) feuerte sein Team immer wieder an. © AFP
Harter Zweikampf zwischen dem Weißrussen Artsem Karalek (Rechts) und Kai Häfner.
Harter Zweikampf zwischen dem Weißrussen Artsem Karalek (Rechts) und Kai Häfner. © AFP
Der Trainer der Weißrussen, Iuri Shevtsov, spielte seit 1992 in Deutschland, zu Beginn in einer Mannschaft mit Stefan Kretzschmar bei Blau-Weiß Spandau.
Der Trainer der Weißrussen, Iuri Shevtsov, spielte seit 1992 in Deutschland, zu Beginn in einer Mannschaft mit Stefan Kretzschmar bei Blau-Weiß Spandau. © AFP
Der DHB-Kapitän Uwe Gensheimer musste sich bei seinem Siebenmeter einmal geschlagen geben.
Der DHB-Kapitän Uwe Gensheimer konnte einen Siebenmeter diesmal nicht verwandeln. Damit keine hundertprozentige Quote mehr für ihn. © AFP
Artsem Karalek (Links) im Kampf um den Ball mit Finn Lemke.
Artsem Karalek (Links) im Kampf um den Ball mit Finn Lemke. © AFP
Kai Häfner peitschte sein Team nach vorne.
Kai Häfner peitschte sein Team nach vorne. © AFP
Patrick Groetzki mit einem seiner Würfe auf das Tor der Weißrussen.
Patrick Groetzki mit einem seiner Würfe auf das Tor der Weißrussen. © AFP
Kapitän Gensheimer war mit seinen acht Toren bester Werfer im Team der Deutschen.
Kapitän Gensheimer war mit seinen acht Toren bester Werfer im Team der Deutschen. © AFP
Paul Drux konnte nach seiner Verletzung im Spiel gegen Chile wieder auflaufen und machte auch gleich seine ersten Tore.
Paul Drux konnte nach seiner Verletzung im Spiel gegen Chile wieder auflaufen und machte auch gleich seine ersten vier Tore im Turnier. © AFP
Kai Häfner konnten die Weißrussen bis zum Schluss nicht unter Kontrolle bringen.
Kai Häfner konnten die Weißrussen bis zum Schluss nicht unter Kontrolle bringen. © AFP
Auch Torhüter Silvio Heinevetter lieferte eine starke Leistung im vierten Spiel der WM ab.
Auch Torhüter Silvio Heinevetter lieferte eine starke Leistung im vierten Spiel der WM ab. © dpa
Patrick Wiencek setzte sich immer wieder durch gegen die Weißrussen.
Patrick Wiencek setzte sich immer wieder durch gegen die Weißrussen. © dpa
Steffen Fäth konnte am Ende sechs Tore auf seinem Konto verbuchen. Er blieb ohne einen Fehlwurf in der Partie.
Steffen Fäth konnte am Ende sechs Tore auf seinem Konto verbuchen. Er blieb ohne einen Fehlwurf in der Partie. © dpa
Handball WM · Weißrussland - Deutschland
Für sein etwas überengagiertes Auftreten holte sich DHB-Trainer Dagur Sigurdsson Gelb vom Schiedsrichter ab. © dpa
Julius Kühn (Links) ging am Ende mit fünf Treffern vom Feld.
Julius Kühn (Links) ging mit fünf Treffern vom Feld. © dpa
Am Ende konnte sich das DHB-Team über einen 31:25-Sieg freuen.
Am Ende konnte sich das DHB-Team über einen 31:25-Sieg freuen. © AFP

Wenn das Comeback des 33-Jährigen mit der ersten deutschen WM-Medaille seit dem WM-Triumph 2007 gekrönt werden soll, darf sich die DHB-Auswahl im weiteren Turnierverlauf jedoch nicht solche Schwächen wie in der ersten Halbzeit leisten. Obwohl Paul Drux nach seiner Verletzungspause im rechten Rückraum zurückkehrte und auch Andreas Wolff trotz einer Po-Prellung aus dem Spiel gegen Saudi-Arabien im Tor ran konnte, lief in den ersten 30 Minuten einiges schief.

4000. Tor für Deutschland 

Dabei ging es gut los: Patrick Groetzki traf zum 1:0 - es war das 4000. deutsche WM-Tor der Geschichte. Doch schnell wurde klar, dass die DHB-Auswahl an diesem Tag kein leichtes Spiel haben würde. In der zuvor nur von Ungarn geforderten Abwehr stimmte die Abstimmung oft nicht, dahinter war EM-Held Wolff nicht der erhoffte Rückhalt. Der Kieler musste seinen Platz zwischen den Pfosten noch in der ersten Halbzeit für Silvio Heinevetter räumen.

Sigurdsson, der die Auftritte gegen Chile und Saudi-Arabien weitgehend emotionslos verfolgt hatte, trieb seine Schützlinge an der Seitenlinie immer wieder lautstark an. Bis zur Pause konnte sich das deutsche Team aber nicht absetzen und ging erstmals bei dieser WM ohne eine Führung in die Kabine.

Nach dem Wechsel startete der Europameister konzentrierter. In der Deckung wurde nun energischer zugepackt und vorne kaum eine Chance liegen gelassen. Beim 21:17 (35.), der ersten Vier-Tore-Führung, ballte Sigurdsson als Zeichen der Zufriedenheit die Faust. Selbst eine doppelte Unterzahl konnte die DHB-Auswahl nun nicht mehr aufhalten, so dass am Ende noch ein sicherer Sieg heraussprang.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.