Porträt des Nationalspielers

Andreas Wolff - EM-Held von 2016 und Rückhalt im deutschen Tor

Handball-EM: Deutschland - Montenegro
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Handball-EM: Deutschland - Montenegro

Bei der Handball-Europameisterschaft in Polen vor drei Jahren zählte er zu den Neuentdeckungen der Handballwelt. Seitdem ist er ein etablierter Star der Szene.

Noch nie hatte eine Mannschaft in einem EM-Finale so wenig Tore kassiert wie 2016 beim EM-Finale gegen Spanien (Endstand 24:17). Ein Garant für diesen Defensivrekord war Andreas Wolff, der Torhüter der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Innerhalb von zwei Wochen wurde der heutige 27-Jährige zum Star einer jungen, teils noch unbekannten Handball-Nationalmannschaft.

Im Dezember vor dem Beginn der EM in Polen entschied sich der damalige Bundestrainer Dagur Sigurdsson überraschend für den Keeper der HSG Wetzlar, anstatt für den etablierten Silvio Heinevetter. Und Wolff zahlte das Vertrauen mit überragenden Leistungen zurück. Wolff sei der Torwart mit der größten Perspektive, sagte Weltmeister-Torhüter Henning Fritz damals in einem Interview. Bei der EM 2018 in Kroatien bildete er zusammen mit Silvio Heinevetter das Torhütergespann. Auch bei der diesjährigen Heim-WM bilden die beiden Das Torhüter-Duo. 

Karrieresprung nach der EM

Im Sommer 2016 wechselte Andreas Wolff zum THW Kiel. Dort trägt der gebürtige Euskirchener die Rückennummer 77. Seinen Vertrag, der beim THW bis zum 30. Juni 2019 läuft, verlängert der 26-Jährige nicht. Anschließend wechselt Wolff in die polnische Liga zum KS Kielce.

Im sportlichen Höhenflug musste sich Europameister Wolff in Kiel nach seinem Wechsel fortan mit dem ebenfalls starken Olympiasieger Niklas Landin aus Dänemark messen. Zwei Torhüter auf Augenhöhe - eine Situation mit der Wolff zunächst einmal klarkommen musste.

Sportlich glich die bisherige Zeit beim THW Kiel einer Achterbahnfahrt, auch abseits des Spielfeldes brodelt es: Denn Andreas Wolff ist unzufrieden mit seiner sportlichen und vertraglichen Situation an der Förde. Im Juni 2017 scheiterten Vertragsverhandlungen aufgrund unterschiedlicher finanzieller Vorstellungen. Im Oktober verkündet der Nationalspieler dann den Wechsel nach Polen.

Werdegang des Torhüters

Andreas Wolff wurde am 3. März 1991 in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) geboren. Der 1,98 Meter große Torwart begann seine Karriere 2007 beim TV Kirchzell. Von 2009 bis 2013 spielte er zudem dank Zweitspielrechtregeleung beim TV Großwallstadt in der 1. Bundesliga. Von 2013 bis 2016 stand er bei der HSG Wetzlar zwischen den Pfosten.

Sein Länderspieldebüt gab Andreas Wolff am 2. November 2013 mit die B-Mannschaft des DHB gegen Norwegen. 74 Mal stand Wolff bisher im Tor des DHB-Teams (Stand 11.1.2019).

Sein größter Erfolg war der Europameisterschaftstitel mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Polen, 2017 wurde er DHB-Pokalsieger sowie zweimal in Folge Handballer des Jahres (2015 und 2016). Wolff ist verlobt. Zu seinen Hobbys zählen spazieren gehen mit der Verlobten und mit den Hunden.

Andreas Wolff in den Medien

Nach der WM vor drei Jahren war Andreas Wolff in den deutschen Medien ein gefragter Mann. Sei es als Gast in Talkshows, beim Jahresrückblick oder als Teilnehmer der ProSieben-Show "Schlag den Star". Im Duell trat der Torhüter gegen einen Tänzer an. Mit 66:12 Punkten sicherte sich der Handballer den Sieg der TV-Show.

Nach dem EM-Erfolg war der Kieler Torhüter das Thema in den sozialen Netzwerken. Hier ein kleiner Auszug aus den besten Sprüchen auf Facebook, Twitter und Co.:

Autgrammadresse: c/o THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG, Ziegelteich 30, 24103 Kiel

Handball-EM 2018: Die deutsche Mannschaft für Kroatien

Silvio Heinevetter
Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), geb. 21.10.1984, 166 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Andreas Wolff
Tor: Andreas Wolff (THW Kiel), geb. 03.03.1991, 58 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Uwe Gensheimer
Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain), geb. 26.10.1986, 145 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Maximilian Janke
Rückraum links: Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig), geb. 28.02.1993 © picture alliance / Sebastian Gol
Paul Drux
Rückraum links: Paul Drux (Füchse Berlin), geb. 07.02.1995, 114 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Julius Kühn
Rückraum links: Julius Kühn (MT Melsungen), geb. 01.04.1993, 37 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Steffen Fäth
Rückraum Mitte: Steffen Fäth (Füchse Berlin), 04.04.1990, 57 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Philipp Weber
Rückraum Mitte: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), geb. 15.09.1992, 11 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Kai Häfner
Rückraum rechts: Kai Häfner (TSV Hannover Burgdorf), geb. 10.07.1989, 57 Länderspiele (Stand 7.1.18) © pic ture alliance / Sebastian Gol
Steffen Weinhold
Rückraum rechts: Steffen Weinhold (THW Kiel), geb. 19.07.1986, 252 Länderspiele (Stand © picture alliance / Sebastian Gol
Patrick Groetzki
Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), geb. 04.07.1989, 117 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Tobias Reichmann
Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), geb. 27.05.1988, 69 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Bastian Roscheck
Kreis: Bastian Roscheck (SC DHfK Leipzig), geb . 24.02.1991. © picture alliance / Sebastian Gol
Patrick Wiencek
Kreis: Patrick Wiencek (THW Kiel), geb. 22.03.1989, 197 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Jannik Kohlbacher
Kreis: Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), geb. 19.07.1995, 37 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Hendrik Pekeler
Kreis: Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), geb. 02.07.1991, 71 Länderspiele (Stand 7.1.18) © picture alliance / Sebastian Gol
Christian Prokop
Bundestrainer: Christian Prokop. Seit Februar 2017 Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft, Nachfolger von Dagur © picture alliance / Sebastian Gol
Handballnationalmannschaft der Männer
Die Deutsche Handball-Nationalmannschaft: In der oberen Reihe steht Physiotherapeut Dennis Finke (von links) neben den Nationalspielern Jannik Kohlbacher, Marian Michalczik, Hendrik Pekeler, Finn Lemke, Patrick Wiencek, Fabian Wiede, Fabian Wiede sowie neben dem Team-Manager Oliver Roggisch. In der mittleren Reihe steht Physiotherapeut Peter Gräschus (von links) neben dem Mannschaftsarzt Kurt Steuer, Julius Kühn, Steffen Weinhold, Philipp Weber, Steffen Fäth, dem Teamkoordinator Volker Schurr, dem Co-Bundestrainer Alexander Haase sowie dem Bundestrainer Christian Prokop. In der unteren Reihe sitzten Maximilian Janke (von links), Bastian Roscheck, Patrick Groetzki, Tobias Reichmann, Silvio Heinevetter, Andreas Wolff, Rune Dahmke, Uwe Gensheimer, Paul Drux und Kai Häfner nebeneinander. © picture alliance / Sebastian Gol

Hier gibt es alle Infos zur Handball WM 2019.

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