Beachtliches und Kurioses

Die Handball-EM brachte Spannung, verletzte Stars und leere Ränge: Eine Bilanz

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Finale in der Arena in Zagreb (Kroatien): Spaniens Viran Morros de Argila (mit Trophäe) und seine Teamkollegen jubeln bei der Siegerehrung.

Kassel/Zagreb. Die Handball-EM in Kroatien ist Geschichte. Mit dem Finale zwischen Spanien und Schweden endete am späten Sonntagabend in der Arena Zagreb der kontinentale Titelkampf. Wir blicken zurück.

Was war beachtlich? Was fiel negativ auf? Was war kurios? Eine Bilanz:

Das war beachtlich

• Leistungsniveau: Bei großen Turnieren kommt es immer schon mal vor, dass die eine oder andere Mannschaft deutlich abfällt. Bei der EM gab es vor allem eines: viele enge Partien. Die einzige richtig heftige Niederlage, ein 15:32 gegen Spanien, bezogen die Tschechen – und das ist der spätere Sechstplatzierte.

• Videobeweis: Er erlebte seine EM-Premiere im Spiel der Deutschen gegen Slowenien. Sieben Minuten schauten sich die litauischen Unparteiischen auf dem Monitor wieder und wieder die letzte Szene an – dann entschieden sie korrekt auf Siebenmeter für den Titelverteidiger, bei dem Tobias Reichmann den 25:25-Endstand markierte.

• Einstimmung im Einkaufszentrum: Die Arena Zagreb und das gleichnamige Shopping-Paradies liegen nur einen Handball-Weitwurf voneinander entfernt. Vor den Spielen stimmten sich die Fans immer dort bei einem Bierchen oder einem Kaffee ein, sangen und schwenkten ihre Fahnen.

• Rettungstat: Auch wenn sie keine Wende im Hauptrundenspiel gegen Spanien bedeutete – wie der deutsche Linksaußen Rune Dahmke mit einem gewaltigen Hechtsprung ein Gegentor der Iberer verhinderte, war schon unglaublich.

Das fiel negativ auf

• Favoriten: Von den vier heißen Anwärtern auf den Gesamtsieg stand kein einziger im Endspiel. Deutschland scheiterte wie EM-Gastgeber Kroatien in der Hauptrunde, Frankreich und Dänemark schafften es nur ins kleine Finale. Das entschieden die Franzosen mit 32:29 zu ihren Gunsten und holten damit die Bronzemedaille.

• Besuch in den Hallen: Klar, wenn die Kroaten spielten, blieben in den Arenen keine Plätze leer. Aber sonst? War die Zuschauerresonanz enttäuschend. Vor allem bei den Partien in der deutschen Vorrundengruppe mit drei Teams vom Balkan war weniger los als gedacht. Das 25:25 der DHB-Auswahl etwa in Zagreb gegen Slowenien sahen 6500 Fans. Damit war die 15 000 Besucher fassende Halle nicht einmal zur Hälfte gefüllt.

• Pechvögel: Der Deutsche Paul Drux verletzte sich in der Hauptrunde so schwer, dass er nun mehrere Monate pausieren muss. Kroatiens Hoffnungsträger Domagoj Duvnjak vom THW Kiel schied bereits im Auftaktspiel gegen Serbien wegen einer lädierten Wade aus. Und der montenegrinische Torwart Nebojsa Simic vom Bundesligisten MT Melsungen verpasste wegen eines Muskelfaserrisses ausgerechnet das heiß ersehnte Auftaktspiel gegen Deutschland.

Das war kurios

• Falsche Karte: Zu Beginn des Halbfinales zwischen Weltmeister Frankreich und Spanien wollte der Schiedsrichter dem französischen Topmann Nikola Karabatic wegen eines harmlosen Fouls die Verwarnungskarte zeigen, versehentlich zückte er aber den Roten Karton. Seinen Fehler korrigierte der Mann in Schwarz aber umgehend.

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