Offizielle Entscheidung am Montag

Top-Spieler drohten mit Rücktritt: Handball-Bundestrainer Prokop vor dem Aus

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Schon nach einem Jahr scheinen seine Tage als Bundestrainer gezählt zu sein: Christian Prokop (hier während der Handball-EM in Kroatien).

Kassel. Nach HNA-Informationen wird Bundestrainer Christian Prokop kein Länderspiel der Handball-Nationalmannschaft mehr leiten. Eine offizielle Entscheidung will der Verband am Montag bekanntgeben.

Die nächsten Länderspiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft finden am 4. und 7. April in Leipzig und Dortmund gegen Serbien statt. Nach Informationen unserer Zeitung wird der arg in der Kritik stehende Christian Prokop dann nicht mehr als Bundestrainer tätig sein. Offiziell will der Deutsche Handballbund (DHB) allerdings erst am Montag über die Zukunft des 39-Jährigen entscheiden. Für 16 Uhr (live im Free-TV bei Sky Sport News HD) ist eine Pressekonferenz im Flughafenhotel in Hannover anberaumt.

Im Gegensatz zu sonstigen Einladungen des DHB wurde diesmal nicht mitgeteilt, wer als Gesprächspartner auf dem Podium dabei sein wird. Schon dieser Umstand deutet auf personelle Veränderungen hin. Vor allem aber haben einige Leistungsträger – wie wir aus sicherer Quelle erfuhren – mit ihrem Rücktritt gedroht, falls Prokop trotz des EM-Debakels seinen Posten behalten sollte. Knapp ein Jahr vor der WM in Deutschland und Dänemark dürfte es sich der Deutsche Handballbund nicht leisten können, wichtige Spieler aus seinem Kader zu verlieren. Einige Akteure, die bei der Europameisterschaft in Kroatien enttäuschten, haben zuletzt bei ihren Vereinsmannschaften groß aufgedreht: allen voran Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer bei Paris.

Ersatz soll schon bereit stehen

Einige Experten sind der Meinung: Wenn Prokop gehen muss, wird ihm Vizepräsident Bob Hanning folgen. Der Manager von den Füchsen Berlin hatte sich für Prokop als Nachfolger von Dagur Sigurdsson stark gemacht. Um den Handball-Lehrer damals vom Erstligisten Leipzig loszueisen, überweist der DHB in mehreren Raten eine Ablöse in Höhe von 500.000 Euro an die Sachsen.

Ein möglicher Ersatz für Prokop könnte Alfred Gislason sein, der aktuelle Coach des Rekordmeisters THW Kiel. Der 58-Jährige verfügt über viel Erfahrung. Zudem ist der Isländer gut befreundet mit Uwe Schwenker – und der Präsident des Liga-Verbandes ist DHB-Präsidiumsmitglied und damit ein wichtiger Funktionsträger im deutschen Handball.

Alfred Gislason

Bei der MT Melsungen, die nach der EM besonders scharfe Kritik an Christian Prokop äußerte, ist man gespannt, wie die Entscheidung des Verbandes aussehen wird. Sollte sich der DHB von seinem jetzigen Bundestrainer trennen, wäre Melsungens Trainer Michael Roth für eine Doppellösung: „Meiner Meinung nach könnten sich zwei erfahrene Bundesliga-Trainer für den Zeitraum von einem Jahr den Job teilen und den Karren aus dem Dreck ziehen.“ Dann hielten sich die Kosten für den DHB in Grenzen, da die Verantwortlichen in erster Linie von ihrem Klub bezahlt würden.

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