Handball-Meister deklassiert Lemgo im Bundesliga-Heimspiel

Höchster Pausenrückstand bisher: Erstes Lemgo-Tor erst nach 16:52 Minuten

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Starker Rückhalt und auch Torschütze: Löwen-Schlussmann Andreas Palicka hatte gut Lachen.

Kassel. Die Handball-Bundesliga meldet sich kurios zurück: Beim Spiel der Rhein-Neckar Löwen gegen den TBV Lemgo dauerte es 16:52 Minuten bis Lemgo erstmals traf.

Wenn die Fans der Heimmannschaft einen Treffer der Gäste bejubeln, dann ist es entweder ein besonders sehenswertes Tor oder einfach nur mitleidiger Beifall. Dass die Anhänger des deutschen Handball-Meister Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend applaudierten, als Christoph Theuerkauf das erste Mal für den TBV Lemgo in der Mannheimer SAP-Arena erfolgreich war, hatte vielmehr etwas mit Mitgefühl zu tun. Denn der Treffer des Ex-Nationalspielers nach 16:52 Minuten war das 1:14 (!) der Lipper. Nach der ersten Hälfte stand es 4:23 – es war der höchste Pausenrückstand der Bundesliga-Geschichte. Was war denn da los?

Da es die Löwen im zweiten Abschnitt deutlich ruhiger angehen ließen und lediglich mit 38:17 triumphierten, verpassten sie den höchsten Sieg der Historie. Den Rekord hält der HSV. Der frühere Erstliga-Spitzenklub aus Hamburg schlug Wilhelmshaven zweimal jeweils mit 27 Treffern Differenz.

Dennoch war die erste Hälfte des Löwen-Spiels auch noch am Freitag das beherrschende Thema in der Handball-Szene. „Ich kann mich nicht erinnern, mal so eine erste Halbzeit erlebt zu haben“, erklärte Jörg Hagemann – und der Redakteur der Lippischen Landeszeitung berichtet seit unzähligen Jahren vom TBV.

Dabei stand die Begegnung von vornherein unter keinem günstigen Stern für die Lemgoer. Vor dem Spiel war bekannt geworden, dass Jari Lemke, Bruder des Melsunger Nationalspielers Finn Lemke, am Montag einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Zu Beginn der 60 Minuten verletzte sich dann auch noch Routinier Fabian van Olphen schwer an der Achillessehne und schied aus.

Weil die Deckung der Badener in verschiedenen Formationen zu großer Form auflief und Torwart Andreas Palicka zudem ein starker Rückhalt war, führten die Löwen in der 17. Minute 14:0. Gudjon Valur Sigurdsson und Patrick Groetzki zeigten ihre Qualitäten im Tempogegenstoß. TBV-Coach Florian Kehrmann nahm früh seine ersten beiden Auszeiten – ohne Erfolg. „Das war phasenweise ein peinlicher Auftritt“, sagte TBV-Manager Jörg Zereike, „Weltklasse gegen Kreisklasse“. Besonders kurios: In der 22. Minute traf Palicka zum zweiten Mal an diesem Abend vom eigenen Freiwurfraum ins verwaiste gegnerische Gehäuse – es war das 18:1. In diesem Moment hatte der RNL-Schlussmann häufiger getroffen als die komplette Gäste-Mannschaft. Da kann man schon mal Mitleid bekommen.

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