Letzter EM-Test der Handballer

Handballer gewinnen  gegen Österreich - das Gelbe vom Ei war es aber nicht

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Ein Tänzchen: Deutschlands Patrick Zieker (links) versucht, Nikola Bilyk am Wurf zu hindern.

Die deutschen Handballer gewinnen den letzten EM-Test 32:28 gegen Österreich. Bei der Generalprobe treten aber einige Defizite zutage. 

Bei einem 32:28 (15:14)-Sieg passt es nicht wirklich, von einer misslungenen Generalprobe zu sprechen. Trotzdem hat der letzte Test der deutschen Handballer vor der Europameisterschaft gegen die Auswahl Österreichs noch einige Defizite offenbart.

Unser Schnellcheck:

Wie war die Begegnung in der Wiener Stadthalle?

Nicht hochklassig, aber schon sehr unterhaltsam. Was nicht zuletzt an den Gastgebern lag, die nach gut zehn Minuten besser in die Partie fanden, ihre Chance witterten und das Spiel in der Folge offen gestalteten.

War das deutsche Team denn nicht auf der Höhe?

Doch schon. Zu Beginn sah es so aus, als würde die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop nahtlos an die Leistung vom Island-Spiel anknüpfen. Balleroberungen in der Deckung, mit Tempo nach vorn – genau nach solch einem Angriff brachte Tobias Reichmann die DHB-Auswahl 6:3 in Führung (9. Minute). Doch dann passierte das, was Prokop so ausdrückte: „Wir haben den Gegner zu leicht ins Spiel zurückgebracht.“ Mit den Chancen gingen seine Spieler fahrlässig um, Österreich legte einen 4:0-Lauf hin – und auf einmal führten die Gastgeber 8:7 (13.). Einmal mehr war es Kreisläufer Fabian Posch, der von seinen Mitspielern in Szene gesetzt wurde. Das war zu einfach. Zudem leisteten sich die deutschen Profis im Angriff zu viele technische Fehler.

Lief es nach dem Wechsel etwas besser?

Das tat es. Prokop probierte zwar weiter unterschiedliche Varianten aus – dafür sind Tests schließlich da. Doch trotz der personellen Umstellungen setzte sich Deutschland ab. Vor allem das Tempospiel funktionierte nun wieder besser.

Gab es einen Spieler, der herausstach?

Den einen Mann des Spiels gab es nicht. Wenn sich einer ein Sonderlob verdient hat, dann Patrick Zieker. Der Linksaußen vollendete nicht nur mehrere Konter, sondern erwies sich auch in der Deckung als gute Alternative auf der Halbposition.

Welche Erkenntnisse lassen sich noch aus dieser Generalprobe ziehen?

Nun ja, bei aller Kritik ist es zunächst wichtig, dass die Mannschaft mit einem Erfolgserlebnis nach Trondheim aufbricht. Was zudem auffällt: Das Torwart-Duo Andreas Wolff und Johannes Bitter ergänzt sich prima. Die zwei scheinen sich richtig gut zu verstehen. Bei der EM muss die DHB-Auswahl die Unkonzentriertheiten abstellen – oder zumindest die Fehlerquote so gering wie möglich halten. Phasen wie gegen Österreich, in denen die deutschen Spieler nur halbherzig in die Zweikämpfe gehen, werden von Top-Teams konsequenter bestraft. Darüber hinaus benötigt die Abwehr noch etwas Feinjustierung.

Wie war die Live-Übertragung bei der ARD?

Sehr gut. Für den Versprecher des Tages sorgte ein Field-Reporter. Er fragte Wolff, wie er mit seinem Torwart-Kollegen klarkomme. Der ARD-Mann taufte Jogi Bitter allerdings in Jogi Löw um. Kann ja mal vorkommen – gibt ja nicht so viele Jogis. Wolff zumindest reagierte äußerst schlagfertig.

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