Nach hartem Spiel nur 22:22

Deutsche Handballer schaffen gegen Russland nur ein Unentschieden

Lücke gefunden: Deutschlands Steffen Weinhold(Mitte) setzt sich gegen Russlands Egor Ewdokimow (rechts) durch. Links im Bild: Kreisläufer Hendrik Pekeler und der russische Verteidiger Vitaly Komogorow.
+
Lücke gefunden: Deutschlands Steffen Weinhold(Mitte) setzt sich gegen Russlands Egor Ewdokimow (rechts) durch. Links im Bild: Kreisläufer Hendrik Pekeler und der russische Verteidiger Vitaly Komogorow.

Die einen jubeln, die anderen sind enttäuscht. Die deutschen Handballer mussten am dritten Spieltag der Heim-WM mit dem 22:22 (12:10) gegen Russland den ersten Punktverlust hinnehmen.

Und es war spürbar: Das Unentschieden war ein echter Dämpfer für die Mannschaft. Umso mehr, als sie mit dem Remis den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde verpasste.

Heute kann die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop ab 20.30 Uhr (live im ZDF) gegen Weltmeister Frankreich Versäumtes nachholen. Die feiernden Russen untermauerten derweil mit der Leistung die Ansprüche auf eine vordere Platzierung.

Immer wenn bei der WM ein Spiel der deutschen Mannschaft ansteht, dröhnt ein paar Minuten vor dem Anwurf ein Hit aus den Siebzigern aus den Boxen: YMCA von den Village People. Das ist das klare Signal an die Fans: jetzt alle raus aus den Sitzen - es darf getanzt werden. Während der ersten beiden Partien gegen Korea und Brasilien übertrug sich die Leichtigkeit von den Rängen direkt auf das Spielfeld. In der Begegnung mit Russland gelang es dem DHB-Team nicht so richtig, über das Parkett zu wirbeln. Dies hatte allerdings auch mit dem Kontrahenten zu tun, der der erwartet schwere Gegner war und einen klaren Plan hatte: den deutschen Rückraum mit einer offensiven Abwehr weit vom eigenen Kasten fernhalten.

Handball WM 2019: Ergebnisse, Spielplan und alle Infos

Es war das erste Mal während dieses Turniers, dass der Gastgeber ernsthaft ins Grübeln gebracht wurde. Mitte des ersten Durchgangs geriet das deutsche Team vor 13 500 Zuschauern in der ausverkauften Berliner Mercedes-Benz-Arena durch Superstar Timur Dibirow mit 6:7 in Rückstand.

Aber jetzt das Gute aus deutscher Sicht: Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop stellte sich auf die aggressiven Gäste recht gut ein. Mal ein energisches Solo von Patrick Groetzki, mal ein entschlossener Abschluss von Paul Drux - die Hausherren fanden gute Lösungen gegen die Osteuropäer. Und zur Pause lag der Europameister von 2016 12:10 in Führung, weil sich Hendrik Pekeler am Kreis durchgetankt hatte.

Eine gute Basis, um nach dem Wechsel weiter an der Dominanz zu arbeiten. Und die deutsche Mannschaft machte Druck: Martin Strobel zum 13:10, Jannik Kohlbacher und Steffen Weinhold zum 15:11. Es war in dieser Phase mehr Lockerheit im Spiel - oder wenn man so will: ganz viel YMCA. Dazu passte die exzellente Parade des erneut prächtigen Schlussmanns Andreas Wolff gegen Vitaly Komogorow (40.).

Nur: Die Russen hielten dagegen. Insbesondere ihr Torwart Victor Kireev erwies sich als ein Meister seines Fachs und parierte einige schwierige Würfe. Gegen den Ball des kurz zuvor eingewechselten Fabian Böhm war aber auch Kireev von Motor Zaporoshje machtlos (18:15/48.). Genauso wenig wie gegen den cleveren Siebenmeter-Heber von Uwe Gensheimer, der mit dem 20:17 die dramatische Phase der Partie einläutete (52.). Ja, es wurde noch eng: Dimitri Zhitnikov traf zum 21:21. Und dieser Name wird noch eine Rolle spielen.

Die letzte Minute: Zunächst erzielt Böhm 40 Sekunden vor Ende das 22:21. Jetzt sind die Russen gefordert. Sie kämpfen um ihre Chance - und werden belohnt: Zhitnikov nimmt sich den Wurf und trifft perfekt. Ein letzter direkter Freiwurf von Fäth bringt nichts ein. Die deutschen Spieler sind gefrustet. Auch aufmunternder Beifall von den Rängen kann sie kaum trösten.

Russland - Deutschland: 22:22 (10:12)

Deutschland: Heinevetter, Wolff, Gensheimer 8/4, Weinhold 3, Böhm 2, Drux 2, Groetzki 2, Pekeler 2, Fäth 1, Kohlbacher 1, Strobel 1, F. Lemke, Musche, Semper, Wiede, Wiencek

SR: Mirza Kurtagic (Schweden)/Mattias Wetterwik (Schweden) Z.: 13500 (ausverkauft)

Strafminuten: 10 / 6

Disqualifikation: - / -

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.