Handballer siegen gegen Lettland

Deutsche Handballer rumpeln in die EM-Hauptrunde

Im letzten Gruppenspiel der Handball-EM bezwingt Deutschland die Letten 28:27. Alles andere als ein souveräner Auftritt. 

Puh. Durchatmen. Die deutschen Handballer haben die Gruppenphase der Europameisterschaft mit einem schmeichelhaften 28:27 (16:11)-Sieg gegen Lettland abgeschlossen.

Unser Schnellcheck:

Was bedeutet dieser Sieg?

Selbst bei einem Unentschieden und sogar bei einer Niederlage hätte die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop die Hauptrunde noch erreichen können. Aber dank des Erfolgs am Montag in Trondheim muss nicht der Taschenrechner herausgekramt werden.

Hat die deutsche Mannschaft das Debakel gegen Spanien abgeschüttelt?

Wenigstens hat sie gewonnen. Ein souveräner Auftritt voller Selbstbewusstsein sieht aber anders aus. Gegen Lettland gab die DHB-Auswahl eine Sieben-Tore-Führung leichtfertig aus der Hand und machte es am Ende unnötig spannend. Anfangs hatte das Ganze sogar etwas von Rumpelhandball. In der 12. Minute lagen die Letten nach einem Treffer von Nils Kreicbergs 6:5 vorn – allerdings führte der krasse Außenseiter im weiteren Verlauf nicht mehr. Die DHB-Auswahl gewann zunächst an Sicherheit – schwamm am Ende aber wieder.

Sorgte der Bundestrainer für eine Überraschung bei der Aufstellung?

Prokop beorderte Timo Kastening für Tobias Reichmann in die Startformation, und Torhüter Johannes Bitter erhielt den Vorzug vor Andreas Wolff. Bitter zeichnete sich erstmals nach einer Viertelstunde aus, als er einen Siebenmeter parierte. Und auch der junge Rechtsaußen aus Hannover zahlte das Vertrauen zurück. Drei Tore bei drei Versuchen in der ersten Hälfte – sehr ordentlich. Ein Profi fiel aber noch mehr auf und hatte großen Anteil daran, dass Deutschland zur Pause 16:11 führte, und zwar Julius Kühn. Später mehr dazu.

Baute das deutsche Team die Führung weiter aus?

Zunächst sah es so aus. Uwe Gensheimer besorgte das 22:15 (40. Minute). In der Folge schwanden aber Konzentration und Konsequenz. Außerdem ließ die deutsche Deckung immer wieder Anspiele an den Kreis zu. Da fehlte der Biss. Lettland fand Lücken. Auch über Außen – und Andis Ermanis verkürzte auf 22:25 (50.). Und plötzlich führte das deutsche Team nur noch mit drei Toren. Eine Minute vor Schluss nur noch mit einem Treffer. Unfassbar, dass da gezittert werden musste. Und unerklärlich, wie plötzlich der Bruch ins deutsche Spiel kam.

Gab es trotzdem einen Spieler, der herausstach?

Nach solch einem Auftritt fällt es nicht einfach, den Mann des Spiels zu küren. Aber wie schon angedeutet, ist beim Melsunger Kühn der Knoten geplatzt. Das Tor zum 23:16 (41.) war sein achter Treffer – bei einer Quote von 100 Prozent.

Fiel sonst noch ein Akteur besonders auf?

Der lettische Schlussmann Edgars Kuksa. Nicht wegen seiner Paraden, sondern wegen seiner Vita. Der Torwart spielte nämlich mal in Nordhessen, und zwar bei Eintracht Baunatal und bei Hofgeismar/Grebenstein.

Wie war die Live-Übertragung im ZDF?

Okay, Dainis Kristopans ist der unumstrittene Star im Team der Letten. Aber das hatte irgendwann auch der letzte Handballfan vor dem Fernseher begriffen. Kommentator Christoph Hamm wurde nicht müde, den 2,14 Meter großen Hünen hervorzuheben. Drücken wir es so aus: Den Namen Kristopans werden wir so schnell nicht vergessen.

Neues zur Handball-EM 2020:

EM-Tagebuch (2): Ein wenig wie bei 1, 2 oder 3 - Vom 9. bis 26. Januar findet die Handball-Europameisterschaft in Norwegen, Österreich und Schweden statt.

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