Eintracht wehrt sich tapfer gegen Kiel

Baunatals Felix Rehberg: Es war ein mega-geiles Erlebnis

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Mal wieder frei am Kreis: Baunatals Felix Rehberg kommt hier zum Abschluss. (Von links) Pavel Horak (THW), Paul Gbur (Eintracht), Patrick Wiencek und Harald Reinkind (beide THW) beobachten die Szene. 

Die Handballer des THW Kiel sind beim DHB-Pokal in der Baunataler Rundsporthalle wie erwartet ins Achtelfinale eingezogen. Doch viel Anerkennung erhielt Gastgeber GSV Eintracht Baunatal.

Als die 1390 Zuschauer in der Rundsporthalle am Samstag um kurz nach 18.30 Uhr kräftig im Stehen applaudierten, galten die Ovationen auch dem Sieger – aber eben nicht nur. Denn anhaltenden Beifall hatte sich auch der Gastgeber und krasse Außenseiter GSV Eintracht Baunatal verdient. Zum Auftakt des DHB-Pokals bereitete der Handball-Drittligist dem Deutschen Rekordmeister und späteren Gesamtsieger THW Kiel im Halbfinale des Auftaktturniers zumindest über weite Strecken der ersten Hälfte ernste Probleme und konnte somit trotz der letztlich klaren 23:43 (13:19)-Niederlage erhobenen Hauptes das Feld verlassen.

„Die Baunataler waren heiß bis in die Haarspitzen“, sagte Kiels Trainer Filip Jicha und sprach dem Kontrahenten ein dickes Lob aus. Die Gegenwehr der Großenritter war sogar so groß, dass der Tscheche schon nach einer Viertelstunde eine Auszeit nehmen musste. Zu diesem Zeitpunkt stand es 9:9. „Unser Anfang war super, wir waren sehr diszipliniert. Einfach toll, dass wir sie zum Nachdenken gebracht haben“, befand Eintracht-Spielmacher Marvin Gabriel. Kreisläufer Felix Rehberg ergänzte: „Es war ein mega-geiles Erlebnis. Wir haben komplett am Limit gespielt.“

Die Hausherren hatten die Gäste-Rückraumschützen Lukas Nilsson und Geburtstagskind Harald Reinkind immer schon früh angegriffen. „Kiel hat wurfgewaltige Spieler, die man nicht auf neun Meter herankommen lassen darf“, erläuterte GSV-Coach Matthias Deppe seine Taktik. Der Lohn: etliche Ballgewinne.

Jicha stellte nach einer Viertelstunde um und schickte mit Nikola Bilyk, Steffen Weinhold, Niclas Ekberg und Rune Dahmke gleich vier frische Spieler aufs Parkett. Danach bekam der haushohe Favorit die Begegnung zusehends besser in den Griff. Was nicht bedeutete, dass die Baunataler keine Akzente mehr setzten. Der Halbrechte Paul Gbur, der junge Fynn Reinhardt und ihre Mitstreiter erarbeiteten sich weiterhin Chancen.

Nach dem Wechsel wurde die Dominanz der Kieler größer (14:25, 37.). Dennoch gelang es den Großenrittern punktuell, den THW zu überraschen. Felix Geßner verwertete ein Kempa-Anspiel gekonnt (37.), Kevin Trogisch traf mit einem Hüftwurf aus der Distanz (47.), und auch der junge Leo Helbig trug sich in die Torschützenliste ein (49.).

„Es war ein tolles Handballspiel, es gab kaum Nickligkeiten“, fasste Deppe seine Eindrücke zusammen. In sein Lob schloss er ausdrücklich den Gast aus Kiel mit ein. Es passte ins Bild, dass THW-Schlussmann Niklas Landin eine Entscheidung der Unparteiischen korrigierte – zu seinen Ungunsten. Die Schiedsrichter hatten einen Wurf von Florian Weiß nicht hinter der Torlinie gesehen (50.), der baumlange Däne aber schon. Weswegen es durchaus nachvollziehbar war, dass die Zuschauer wenig später beiden Seiten viel anerkennenden Beifall spendeten.

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