Früherer Gensunger Bundesliga-Handballer

Jochen Boland wird heute 70: Sternstunde in Kiel

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Im Anflug: Hier setzt sich Jochen Boland (Szene aus dem Heimspiel im November 1973) gegen zwei Spieler der TGB Darmstadt durch. Die Jahner gewannen 18:13.

Gensungen. Der frühere Gensunger Bundesliga-Handballer Jochen Boland feiert heute seinen 70. Geburtstag.

Gut, dass es Timmy gibt. Der neunjährige Mischlingsrüde sorgt dafür, dass sein Herrchen sich regelmäßig an der frischen Luft bewegt. „Dreimal am Tag bittet Timmy meine Lebensgefährtin Marianne und mich zum Auslauf in die Umgebung, und wir erfüllen ihm gern diesen Wunsch“, beschreibt Jochen Boland seine sportliche Tätigkeit. Viel mehr belasten darf sich der frühere Gensunger Bundesliga-Handballer nicht. „Nach Herzrhythmus-Störungen musste ich vor drei Jahren unters Messer. In Rotenburg haben mir die Ärzte in einer sechsstündigen Operation eine Herzkammer repariert“, erzählt Jochen Boland, der heute 70 Jahre alt wird.

Er und seine Freunde bedauern natürlich diese Situation – und sie ist auch kaum vorstellbar. Denn: Jochen Boland, dieser bissige Abwehrspieler, der mit den gegnerischen Stürmern selbst in der Bundesliga-Saison 1978/79 kein Pardon kannte, war auch ein Leichtathletik- und Turn-Talent. Die 100 Meter sprintete er in glatten elf Sekunden, und in der Weitsprung-Grube landete sein größter Satz bei 6,60 m. Und so ganz nebenbei wurde er im Sechskampf Gaumeister.

Boland gab bei den Jahnern nicht nur als Abwehrspieler eine gute Figur ab, sondern auch als Kreisläufer und auf den Außenpositionen. Seine Sternstunde schlug in der Bundesliga beim Gastspiel in Kiel. „Wir verloren zwar beim hohen Favoriten THW 22:23, mir glückten aber fünf Tore“, sagt das Geburtstagskind und blickt noch heute stolz zurück.

Jochen Boland

Ein weiteres Handball-Highlight war sein Einsatz in der Hessenauswahl, die im Januar 1973 in Kassel ein Testspiel gegen die Nationalmannschaft der UdSSR bestritt und in der auch die Gensunger Jockel Bock, Heinz Behne und Peter Barthelmey standen. „Gegen das Team um die Weltstars Maximow und Klimov haben wir uns beim 19:22 gut aus der Affäre gezogen“, erinnert sich der Jubilar. Für Jahn Gensungen absolvierte Boland mehr als 1000 Pflichtspiele. Noch mit 55 Jahren half er einmal in der zweiten Mannschaft in einer Bezirksklassen-Partie aus und erzielte sogar einen Treffer.

Nach seiner aktiven Zeit wechselte er ins Trainer-Geschäft und betreute unter anderem Jugendmannschaften der SG Ost-/Mosheim, der MT Melsungen, des TV Jahn Gensungen und die Frauen der WVC Kassel. Seinen größten Erfolg errang er mit der Jahner A-Jugend, die 2005 Hessenmeister wurde.

Heute geht Boland mit seiner Marianne, die er 2006 kennenlernte, gern auf Reisen. „Unsere schönste Tour war 2008 eine Mittelmehr-Kreuzfahrt mit einem Besuch am Vesuv“, schwärmt Boland, der gerade eine Nordkap-Fahrt plant. Seinen Geburtstag feiert Jochen Boland im „engsten Familien- und Freundeskreis irgendwo außerhalb unseres Wohnortes.“

Von Günter Grabs

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