Handballer haben Halbfinaleinzug in eigener Hand

Verlieren verboten: Der Druck für das DHB-Team nimmt in der Hauptrunde zu

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Der Bundestrainer und einer seiner Hoffnungsträger: Christian Prokop (links) mit Steffen Weinhold.

Kassel. Verlieren verboten: Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft ihre Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung wahren will, darf sie in der EM-Hauptrunde wohl keine Punkte mehr liegen lassen.

Wir erklären vor der Partie heute in Varazdin gegen Tschechien (18.15 Uhr/ZDF), was die DHB-Auswahl bis zum kommenden Mittwoch erwartet:

  • Die Ausgangslage: Nach dem Ende der Vorrunde zogen aus jeder Gruppe die jeweiligen drei Erstplatzierten in die Hauptrunde der EM in Kroatien ein – und nahmen die Punkte aus den Spielen gegen die ebenfalls qualifizierten Teams mit. Da sich in den Gruppen C und D bislang keine Mannschaft schadlos hielt, hat es die DHB-Auswahl trotz zweier Unentschieden in der eigenen Hand, das Halbfinale zu erreichen.
    Nach dem Duell mit Tschechien müssen die Bad Boys noch gegen Dänemark (Sonntag, 18.15 Uhr/ARD) sowie gegen Spanien (Mittwoch, 20.30 Uhr/ZDF) ran. Sollten mehrere Mannschaften danach punktgleich sein, entscheidet zunächst die Tordifferenz zwischen den betreffenden Teams über das Weiterkommen.
  • Die sportliche Lage: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft bei den Deutschen zurzeit eine kleine Lücke – der Druck auf Bundestrainer Christian Prokop hat deutlich zugenommen. DHB-Vizepräsident Bob Hanning schlug bei den Pressekonferenzen während dieser Europameisterschaft schon wiederholt deutliche Töne an.
    Vor der Abreise am Donnerstag sagte er: „Fakt ist, wir müssen jetzt liefern, ohne Diskussion.“ Prokop verzichtet vor der Hauptrunde auf weitere personelle Wechsel. Der Berliner Fabian Wiede ist dem Vernehmen nach noch keine Alternative. Bastian Roscheck, der für Abwehrchef Finn Lemke aus dem Kader genommen wurde, reiste indes aus Zagreb in die Heimat zurück. Große Hoffnung ruht auf Steffen Weinhold. Der Kieler überzeugte zuletzt auf Halbrechts.
  • Die Lage beim Gegner Tschechien: Ins Turnier gestartet waren die Osteuropäer mit einer 15:32-Packung gegen Spanien. „Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt“, erklärt Tschechiens Co-Trainer Daniel Kubes, „danach haben wir es allerdings geschafft, dass unsere Spieler über ihre Leistungsgrenze hinaus gegangen sind.“
    Der frühere Melsunger Bundesliga-Profi und derzeitiger Coach des Zweitligisten Emsdetten freut sich auf die Begegnung mit Deutschland: „Das ist immer etwas Besonderes. Es hilft uns natürlich, dass wir gegen einige Spieler noch selbst gespielt haben.“ Mit „uns“ meint der 39-Jährige auch den Cheftrainer Jan Filip, Dieser ging einst für Nordhorn und die Rhein-Neckar Löwen auf Torejagd. Für die erste Partie in der Hauptrunde formuliert Kubes für das Überraschungsteam ein bescheidenes Ziel: „Wir wollen uns in einem guten Licht präsentieren.“

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