Gespräch über Reisestrapazen, EM-Einstand und das Spiel gegen Tschechien

Interview mit EM-Nachrücker Finn Lemke: "Adrenalin hat vieles überdeckt"

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Im Fokus nach seiner Nach-Nominierung: Finn Lemke bei der Pressekonferenz des DHB-Teams.

Kassel. Am Tag nach seinem Premiereneinsatz bei der Handball-EM in Kroatien war Finn Lemke ein gefragter Interviewpartner. Auch wir haben mit dem Profi der MT Melsungen gesprochen.

Der kurzfristig nachnominierte Profi vom Bundesligisten MT Melsungen hat beim 25:25 gegen Mazedonien in der Rolle des Abwehrchefs überzeugt.

Deshalb ist er ein Hoffnungsträger für die beginnende Hauptrunde. Wir haben mit Lemke vor der Partie in Varazdin gegen Tschechien (18.15 Uhr/ZDF) gesprochen.

Zwölfstündige Anreise, intensives Spiel gegen Mazedonien - welche Signale hat Ihnen Ihr Körper nach Ihrem EM-Einstand gesendet? 

Finn Lemke: Im Spiel selbst war ich voller Adrenalin, das hat vieles überdeckt. Die Reise war natürlich anstrengend. Grundsätzlich merke ich allerdings, dass sich mein Körper auf die nächsten Spiele freut. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass mich gleich 20 Journalisten bei meinem ersten Medientermin in Zagreb interviewen wollten.

Inwieweit können Sie schon realisieren, was in den vergangenen 72 Stunden passiert ist? 

Lemke: Das ging alles ziemlich schnell. Es ging Schlag auf Schlag – angefangen bei der Anreise mit der MT am Montagmorgen nach Fuerteventura. Dort konnte ich mich nicht mal mehr von den Melsunger Kollegen richtig verabschieden. Beim Frühstück war ich mit Trainer Michael Roth allein. Ich habe den Jungs aber noch geschrieben.

Wie war der Empfang bei der Nationalmannschaft? 

Lemke: Erst mal haben die Kollegen verdutzt geschaut, wie ich ausgesehen habe. Ich kam ziemlich abgerackert im Mannschaftshotel in Zagreb an. Allerdings haben sie auch den Eindruck auf mich gemacht, dass sie sich über meine Ankunft gefreut haben.

Bundestrainer Christian Prokop hat nicht lange gezögert und Sie schon nach drei Minuten eingesetzt. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung gegen Mazedonien? 

Lemke: Für den ersten Einsatz war das okay. Ich kann allerdings noch einiges verbessern und dem Team noch bedeutend mehr helfen. Der Einstieg fiel mir nicht schwer, weil ich die Spielsysteme ja kenne.

Sie haben sofort versucht, die Kollegen mitzureißen. Es fiel in Verbindung mit Ihrem Auftreten der Begriff Motivationsriese. Wie gefällt Ihnen dieser Begriff? 

Lemke: Das klingt so, als wäre ich nicht so richtig dabei. Da bleibe ich doch lieber der Finn.

Warum tut sich die Mannschaft bisweilen so schwer? 

Lemke: Ich finde, dass es schon mit der Spielweise der Gegner zu tun hatte. Diese Teams haben uns nicht so gelegen. Auf jeden Fall müssen wir einen Tick konsequenter sein. Dann wird unser Spiel auch wieder besser laufen.

Jetzt warten die Tschechen. Was erwarten Sie für ein Spiel? 

Lemke: Ich muss erst mal das Videostudium abwarten, weil ich die Tschechen noch gar nicht gesehen habe. Sie sind definitiv bislang eine Überraschungsmannschaft dieses Turniers.

Wie schätzen Sie die Situation vor dem Start der Hauptrunde in Varazdin ein? 

Lemke:  Ganz gut für uns. Die Gruppe ist sehr ausgeglichen. Nun kommen Spiele, in denen alles möglich ist und die wir alle gewinnen können. (lacht) Erst mal freue ich mich, dass ich jetzt wieder reisen darf.

Zur Person: Finn Lemke - Der Abwehrchef

Finn Lemke (25) stammt aus Bremen und spielt seit Sommer 2017 für den Bundesligisten MT Melsungen. Vorherige Stationen waren die HSG Schwanewede/Neuenkirchen, der TBV Lemgo und der SC Magdeburg. Mit dem SCM wurde er 2016 Pokalsieger. Ein ausführlicheres Porträt über den Nationalspieler lesen Sie hier.

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