Unterwegs bei der Handball-EM: Wo die Kroaten Kaffee trinken

Für Kroatien im Einsatz: EM-Starter Marino Maric erklärt seine Liebe zu Zagreb

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In Aktion bei der Handball-EM für die kroatische Nationallmanschaft: Der Melsunger Spieler Marino Maric.

Zagreb. Der kroatische Nationalspieler Marino Maric kennt Zagreb gut. Fünf Jahre spielte er beim Vorzeigeklub RK Zagreb. Mit der Nationalmannschaft ist der Spieler der MT Melsungen jetzt bei der EM in der Stadt im Einsatz.

Die Jadranska Avenija ist eine der vielen mehrspurigen Straßen, die nach Zagreb hineinführen. Wer in sein Navigationsgerät die Adresse Ulica Vice Vukova 8 eingibt, der fährt die Jadranska Avenija nicht bis zum Ende, sondern er muss ein paar hundert Meter vorher rechts abbiegen. Das Ziel ist bereits vom Abzweig deutlich zu erkennen: die Arena Zagreb. 86 Betonsäulen umgeben diesen Prachtbau, der 15.200 Zuschauern Platz bietet und der der zentrale Spielort bei der zurzeit laufenden Handball-EM ist.

Einer, dem diese Wegstrecke wohl bekannt ist, ist Marino Maric: 27 Jahre alt, kroatischer Nationalspieler. 2009 wechselte der Kreisläufer als 19-Jähriger aus seiner Heimatstadt Mostar zum Vorzeigeklub RK Zagreb und blieb fast fünf Jahre in der Metropole an der Save, ehe er nach einem kurzen Gastspiel im slowenischen Maribor den Sprung in die deutsche Bundesliga zur MT Melsungen schaffte.

Wenn er nicht in Melsungen oder in seiner Heimatstadt Mostar in Bosnien-Herzegowina weilt, dann hält er sich mit großer Wahrscheinlichkeit in Zagreb auf. Dort stammt seine Frau Virgilija her. „Es ist eine großartige Stadt, meine zweitliebste Stadt nach Mostar“, erklärt Maric am Rande der EM.

Aus dem Vorort, wo seine Schwiegereltern leben, bis hin ins Zentrum sind es nur etwa fünf Minuten. Wer die Straßenbahn nutzt, fährt meist bis zum Ban Josip Jelacic. Es ist der Hauptplatz von Zagreb – benannt nach dem Nationalhelden Kroatiens. Eine Reiterstatue zeigt den Feldherrn. Bei einer Stippvisite in der Hauptstadt genießt Maric das Ambiente in einem der vielen Cafés, die rund um diesen Platz zum Verweilen einladen.

Erinnerungsfoto: Marino Maric (vorn links) von der MT Melsungen trinkt am Rande der EM gern einmal einen Kaffee mit den kroatischen Teamkollegen. Hinter Maric: der Ex-Welthandballer Ivano Balic, mittlerweile Koordinator im kroatischen Männerhandball.

In diesen Tagen bleibt ihm keine Zeit, um mit Virgilija und ihren drei Kindern auf der Ilica, der Prachtstraße Zagrebs, spazieren zu gehen. Es ist Europameisterschaft. Der wichtigste Platz ist die Arena. Donnerstag hatte er gegen Weißrussland seinen ersten EM-Einsatz. Donnerstag warf er sein erstes Turniertor. Und das in Zagreb, wo er vor acht Jahren noch ein Sternchen unter vielen Stars war. Die Mitspieler waren die Weltmeister Ivano Balic, Goran Sprem und Mirza Dzomba – sie stehen in Kroatien für eine goldene Handballer-Generation.

„Das war eine besondere Erfahrung, ich bin da mit absoluten Top-Handballern aufgelaufen“, erzählt Maric immer noch ein bisschen ehrfürchtig.

Inzwischen kennen die Menschen in Kroatien sein Gesicht. In der Werbung taucht er in diesen Tagen so oft auf wie Ex-Fußballer Michael Ballack zu seinen besten Zeiten im deutschen Fernsehen. 2016, nach dem Gewinn von EM-Bronze, wurden Maric und seine Nationalmannschaftskollegen von Staatspräsidentin Kolina Grabar-Kitarovic im Präsidentenpalast empfangen.

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