Deutschland trifft am Donnerstag auf die Niederlande

Vor Start der Handball-EM: Bundestrainer Prokop hat 17 coole Jungs dabei

Ein Blick voller Entschlossenheit: Bundestrainer Christian Prokop. 
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Ein Blick voller Entschlossenheit: Bundestrainer Christian Prokop. 

Für die deutsche Handball-Nationalmannschaft beginnt am Donnerstag mit der Partie gegen die Niederlande die Europameisterschaft. Wir blicken auf die Ambitionen des Teams. 

Zu beneiden war Christian Prokop in den vergangenen Wochen wahrlich nicht. Noch nie haben so viele Nationalspieler vor einem großen Turnier verletzungsbedingt abgesagt. Für die morgen beginnende Handball-Europameisterschaft in Norwegen, Schweden und Österreich musste der Bundestrainer sieben Stammkräfte ersetzen, allesamt Akteure aus dem Rückraum. Dennoch blickt Prokop entschlossen auf das Turnier. Er spricht von „17 coolen Jungs“, die gestern mit nach Norwegen geflogen sind.

Bundestrainer Prokop hätte gerne mehr Zeit für die Vorbereitung gehabt

Probleme haben die personellen Veränderungen nicht verursacht. „Wir brauchten keine Vorstellungsrunde“, sagt beispielsweise Uwe Gensheimer, der die Auswahl der Deutschen Handball-Bundes (DHB) als Kapitän aufs Feld führen wird. 

In Norwegen musste Prokop den Kader auf 16 Spieler reduzieren. Der Ex-Melsunger und aktuelle Flensburger Profi Johannes Golla wurde am Mittwoch für die Vorrunde gestrichen, kann jedoch wieder vor der Hauptrunde berücksichtigt werden. 

Nicht nur wegen der vielen Ausfälle hätte der Bundestrainer gern mehr Zeit für die Vorbereitung gehabt. Nur logisch, dass der Rückraum in den ersten Trainingseinheiten die meiste Aufmerksamkeit bekam. Außerdem die Abwehrsysteme. Prokop sagt: „Wir haben keinen Superstar im Rückraum. Wir bauen auf unsere Deckung und wollen mit Tempo zum Erfolg kommen.“

Im aktuellen Kader der Nationalmannschaft stehen sechs Europameister

Was mit Teamgeist zu erreichen ist, wissen sechs Spieler aus dem aktuellen Kader. Andreas Wolff, Tobias Reichmann, Hendrik Pekeler, Jannik Kohlbacher, Julius Kühn und Kai Häfner gehörten zu jener Mannschaft, die vor vier Jahren in Polen den EM-Titelgewinn feierte. Zu den Erfahrenen gesellen sich junge Profis wie Golla, Timo Kastening und Marian Michalczik – sie stehen vor ihrem ersten großen Turnier. Gleiches gilt für Patrick Zieker und David Schmidt.

Zum Auftakt am Donnerstag in Trondheim bekommt es das deutsche Team mit der Auswahl der Niederlande zu tun (18.15 Uhr/live im ZDF). Die habe sich toll entwickelt, warnt Prokop: „Man darf die Niederlande nicht unterschätzen und kleinreden.“ 

Die deutsche Nationalmannschaft will von Spiel zu Spiel schauen

So sieht es auch der Kapitän. Gensheimer glaubt an die Chance, ein gutes Turnier zu spielen. Mit Blick auf die jüngsten, nicht ganz so erfolgreichen Meisterschaften sagt der 33 Jahre alte Linksaußen: „Wir haben sehr oft den Fehler gemacht, zu weit vorausgeblickt zu haben.“

Klingt nach der guten, alten Devise, dass die Mannschaft nur von Spiel zu Spiel schauen möchte. Warum auch nicht? Ähnlich wie vor vier Jahren startet die DHB-Auswahl nicht unbedingt als Favorit in diese Europameisterschaft. Das Ziel lautet dennoch Stockholm. In der Tele2-Arena in Schwedens Hauptstadt wird am 26. Januar das Finale ausgetragen.

Und vor allem Gensheimer dürfte auf das Erreichen brennen. Beim Coup vor vier Jahren musste der Routinier zuschauen. Damals in Polen fehlte der Kapitän wegen einer Verletzung.

Unser Experte Michael Roth blickt bei der Handball-EM optimistisch auf die Chancen der deutschen Auswahl. Er rechnet damit, dass die Jungs von Christian Prokop das Halbfinale erreichen. 

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