31:23-Sieg in der Vorrunde

Handball-EM: Deutsche Nationalmannschaft schlägt Weißrussland - die Aufholjagd hat begonnen

Das DHB-Team meldet sich mit dem deutlichen 31:23-Sieg bei der Handball-EM zurück. Trotz einem Missgeschick in der Halbzeitpause.

  • Die Deutsche Handball Nationalmannschaft hat gegen Weißrussland gewonnen. 
  • Damit hat das Team weiterhin die Chance das Halbfinale zu erreichen. 
  • Der nächste Gegner ist Kroatien

Schritt eins? Gemacht. Die deutschen Handballer sind bei der Handball-Europameisterschaft mit einem klaren 31:23 (18:11)-Sieg gegen Weißrussland in die Hauptrunde gestartet. Damit erhielten sie sich die Chance, noch das Halbfinale in Stockholm zu erreichen – die Aufholjagd hat begonnen.

Handball-EM: DHB-Team spielt als nächstes gegen Kroatien

Bei einer Niederlage wäre ein Weiterkommen wohl schon fast unmöglich gewesen. Nun muss das DHB-Team am Samstag ab 20.30 Uhr (ZDF) gegen die starken Kroaten nachlegen.

Während der Vorrunde in Trondheim wirkte die deutsche Mannschaft teilweise verkrampft. Und jetzt? War ihr deutlich mehr Lockerheit anzumerken. 

Ob es am freien Vormittag lag? Tobias Reichmann und Patrick Wiencek beispielsweise waren noch zum Kaffeetrinken im Café Mozart – einem traditionsreichen Wiener Kaffeehaus im 1. Bezirk.

Getragen von 1000 deutschen Fans in der ausverkauften Wiener Stadthalle übernahm das Team von Bundestrainer Christian Prokop direkt das Kommando auf dem Feld. 

Handball-EM: Deutsche waren zu Schnell für die Weißrussen

Hendrik Pekeler und Timo Kastening waren wiederholt zu schnell für die weißrussische Verteidigung. Ein Beleg für die deutsche Leichtigkeit: Der Berliner Paul Drux passte im Liegen auf dem nach vorn geeilten Kastening (6:3).

So durfte es gern weitergehen. Und ging es auch: Kai Häfner aus dem Rückraum zum 7:3, Jannik Kohlbacher vom Kreis zum 8:3 (11.). Kein Zögern, kein Zaudern – die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) trat so auf, als hätte es die dürftigen Leistungen von Norwegen nie gegeben. 

Bezeichnend, dass der viel gescholtene Kapitän Uwe Gensheimer dreimal in den ersten 20 Minuten erfolgreich war und Torwart Andreas Wolff vom Start weg gut im Spiel war.

DHB-Team legte vor der Pause vor

Der Olympia-Dritte von Rio setzte sich durch Treffer von Julius Kühn, Gensheimer und Philipp Weber bis auf 15:7 ab. So konsequent wie das DHB-Team in den schnellen Gegenstoß ging und in der eigenen Deckung die Räume eng machte, schien zur Pause eine frühe Vorentscheidung im Bereich des Möglichen. Der deutsche Anhang verabschiedete das DHB-Team mit kräftigem Beifall in die Kabine.

Im letzten Vorrundenspiel gegen Lettland lag der Europameister von 2016 nach 30 Minuten 16:11 vorn - und musste dennoch bis zur letzten Minute zittern. Nun war der Vorsprung deutlicher.

MT-Melsungen-Spieler in der Kabine eingeschlossen

Allerdings musste das deutsche Team zu Beginn der zweiten Halbzeit den Fauxpas wegstecken, dass der Melsunger Kühn aus Versehen in der Kabine eingeschlossen worden war. 

Zum Glück war der Hüne beim Anpfiff wieder da. „Ich bin oft als Letzter in der Kabine, deswegen habe ich immer damit gerechnet, dass das mal passiert“, sagte Kühn schmunzelnd. 

Die Weißrussen deckten nun offensiver. Dennoch schaffte es Häfner, seinem Bewacher Ivan Brouko zu entwischen – 19:12. Ganz nebenbei: Es war der Zweikampf zwischen einem aktuellen und einem Ex-Melsunger Profi.

DHB-Team behielt konstant die Überhand

Auch wenn der Favorit nun auch ein paar Nachlässigkeiten offenbarte und einige Chancen ausließ - es entstand nie der Eindruck, dass die Partie noch einmal kippen könnte. Der erst am frühen Morgen in den Kader berufene Johannes Golla kam sogar zu seinem ersten EM-Treffer (23:16, 40.). 

Immer dann, wenn die Osteuropäer etwas herankamen, legte die deutsche Mannschaft sofort wieder einen Zahn zu. Der eingewechselte Reichmann, vielleicht noch vom Kaffeetrinken am Vormittag im Café Mozart etwas gepuscht, führte sich mit einem verwandelten Siebenmeter zum 28:20 glänzend ein (51.).

Und der sprunggewaltige Mann von der MT Melsungen hatte noch einen weiteren spektakulären Auftritt: Nach Kempa-Anspiel von Weber traf Reichmann eiskalt ins lange Eck. Er stand so lange in der Luft, dass man dachte, er würde direkt ins Mannschaftshotel im Süden der Hauptstadt fliegen.

Handball-EM: Kroatien gegen Deutschland live im Free-TV und im Live-Stream

In der Hauptrunde der Handball-EM 2020 trifft Deutschland auf Kroatien. So sehen Sie das Spiel live im Free-TV und im kostenlosen Live-Stream.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa-zentralbild/dpa

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