Zweites Hauptrundenspiel vor 10.000 Fans in Wien

Wie bitter: Deutsches Team verliert Handball-Krimi 24:25 gegen Kroatien

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Im Mittelpunkt des Geschehens: Torhüter Andreas Wolff.

Welch ein Spiel, was für eine Dramatik: Die deutschen Handballer haben bei der Handball-EM das Hauptrundenspiel gegen Kroatien knapp 24:25 (11:14) verloren. 

Damit ist das Thema Halbfinale praktisch gegessen. Nur noch äußerst theoretisch könnte Deutschland das Weiterkommen schaffe - der Halbfinal-Traum ist wohl geplatzt. Unser Schnellcheck:

Wie lässt sich das zweite Hauptrundenspiel der deutschen Mannschaft kurz zusammenfassen?

Packend. Begeisternd. Mitreißend. Beste Werbung für den Handball.

Hatte das DHB-Team alle Mann an Bord?

Nein. Kurzfristig fiel Youngster Johannes Golla aus - ihm war auf dem Weg zur Halle im Bus schlecht geworden. Es ging für ihn umgehend ins Teamhotel. Der Flensburger war erst am Donnerstag für Marian Michalczik nachnominiert worden.

War es das bislang vielleicht beste Spiel bei diesem Turnier?

Garantiert. Bundestrainer Christian Prokop hatte seiner Mannschaft Hochgeschwindigkeits-Handball verordnet. Und genau daran hielten sich seine Spieler. Philipp Weber, Uwe Gensheimer und Timo Kastening spielten ihre Schnelligkeit gnadenlos aus. So bestraften sie das nachlässige Rückzugsverhalten der Kroaten.

Spiegelten sich die Vorteile auch im Ergebnis nieder?

Ja. Von 9:8 setzte sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bis auf 13:8 ab. Einen großen Anteil daran hatte Torwart Andreas Wolff, der bis zur Pause auf sieben Paraden kam. Kroatien vergab allein dreimal von der Siebenmeterlinie. Die deutsche Mannschaft präsentierte sich deutlich geschlossener als der Kontrahent aus der Balkan-Republik.

Ging es nach Wiederbeginn so weiter?

Die Kroaten waren weiter darum bemüht, ihren Rhythmus zu finden. Und die Deutschen? Kämpften so, als ging es schon um den Titel. Zudem fanden sie - obwohl der Druck der Kroaten zunahm - immer wieder gute Lösungen im Angriff. Mal bediente Philipp Weber Kreisläufer Jannik Kohlbacher (19:16), mal traf Kai Häfner gekonnt aus der Distanz (20:17). Dennoch verkürzte der Widersacher durch Luka Stepancic auf 20:21 (47.). Und der Weltmeister von 2003 glich durch David Mandic aus (22:22, 48.). Mehr Spannung ging nicht.

Wer behielt kühlen Kopf in aufgeheizter Atmosphäre?

So einfach ließ sich das zunächst nicht sagen. Beide Teams leisteten sich in der entscheidenden Phase einige Fehler. Wolff war einige Male spektakulär auf dem Posten. Das 24:25 durch den starken Igor Karacic konnte er nicht verhindern. Zwar hatte das DHB-Team noch eine Chance, ein Treffer gelang aber nicht mehr. 

Gab es denn einen Aufreger?

Nur einen? Es war kein leichtes Spiel für die portugiesischen Unparteiischen. So wie sich die beiden Teams nichts schenkten, so war es auch auf den Rängen eine intensive Auseinandersetzung. Das wurde mit der Pausensirene deutlich, als Tobias Reichmann zu einem Siebenmeter antrat. Hinter dem Kasten wollten die kroatischen Anhänger den Schützen mit Gesten und Transparenten verunsichern. Es kam zwischen den Fans beider Lager zu einer kleinen Rangelei. Doch die Sicherheitskräfte hatten die Lage schnell unter Kontrolle. Und vor allem: Der Melsunger Reichmann verwandelte nervenstark den Strafwurf. Auch alle weiteren Siebenmeter nutzte er. Allein es reichte nicht. 

Wie geht es jetzt weiter?

Am Montag ab 20.30 Uhr trifft das deutsche Team auf Österreich. Die ARD zeigt das Spiel live.

Der WDR (TV) kritisiert den Migrantenmangel in der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Alice Weidel (AfD) reagiert auf Twitter lautstark – und spricht von „offener Hetze“.

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