Unterwegs in Kroatien

Handball-Eldorado für TV-Experten: Auch ein Ex-Trainer aus Melsungen ist dabei

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Zeit für einen Kaffee: Matjaz Tominec bei einer Pressekonferenz der deutschen Handball-Nationalmannschaft in Kroatien. 

Die Europameisterschaft in Kroatien, sie ist auch ein Eldorado für Handball-Experten. Wir haben einen Mann getroffen, der gern von slowenischen Medien angefragt wird: Matjaz Tominec.

Sämtliche Fernsehanstalten bitten Spieltag für Spieltag die Fachleute um ihre Meinung: Hannovers Handball-Profi Sven-Sören Christophersen analysiert für das ZDF. Ex-Weltmeister Dominik Klein bewertet die deutschen Auftritte bei der ARD. Und der frühere Bundesliga-Torjäger Goran Sprem setzt sich für RTL Croatia kritisch mit den Spielen des EM-Gastgeberlandes auseinander.

Der 62 Jahre alte Tominec hingegen ist bei den Slowenen gefragt: Er war von 2001 bis 2003 Nationalcoach seines Heimatlandes. Er führte den Klub aus Koper in die Champions League. Weshalb Tominec so interessant ist für die Journalisten? Er ist der einzige slowenische Trainer, der es je in die 1. Bundesliga geschafft hat – im Sommer 2010 kam er nach Melsungen.

Handball-EM: TV-Experte mit Bezug zur Bundesliga

Er war allerdings so kurz bei der MT, dass es nicht gereicht hätte, um eine 100-Tage-Bilanz zu ziehen, wie sie bei Politikern üblich ist. Am 15. Juli 2010 begann er mit der Vorbereitung, am 11. Oktober desselben Jahres wurde er bereits entlassen. „Die Mannschaft hatte vor meinem Amtsantritt wichtige Spieler verloren, und wir hatten auch mit dem Spielplan ein bisschen Pech – es ging gleich gegen viele Top-Mannschaften“, sagt Tominec rückblickend. Er ist nach wie vor davon überzeugt, dass er das Team nach ein, zwei Jahren nach oben gebracht hätte. Das gelang seinem Nachfolger Michael Roth. Tominec ging zurück in seine Schweizer Wahlheimat Luzern, wo er seit 1983 lebt und nach wie vor als Statiker arbeitet. Er trainierte in jüngerer Vergangenheit noch einmal den Spitzenverein Kadetten Schaffhausen, diverse weitere Angebote lehnte er ab.

Nun also begehrter Interviewpartner. Damit er die EM hautnah erleben kann, hat er sich für den Januar freigenommen. „Ich habe gerade erst zwei große Projekte in Zug und Zürich abgeschlossen“, erzählt der 62-Jährige mit leichtem Schweizer Akzent. Er will sich unbedingt Weltmeister Frankreich und noch weitere Teams anschauen. Wenn er mal keine Statements abgeben muss, braucht er nicht nach Luzern zu reisen. Er kann nach Ljubljana/Slowenien fahren – dort besitzt er noch eine Wohnung. 

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