Europameisterschaft

Handball-EM: Jetzt geht die deutsche Party in Wien erst los

MT-Fans in Wien: (von links) Norman Bodenburg, Marco und Melanie Berger, Uwe Vogeley, Gernot Sturm, Peter Schlung sowie (vorn) Alexander Mix.  

Ohne die Fans geht nichts: Bei der Handball-EM wird dem deutschen Team nun in Wien stimmgewaltig der Rücken gestärkt. Auch viele Anhänger der MT Melsungen sind da.

In seiner Stimme schwang etwas Befreiendes mit. „Einfach schön, wenn du so viele Fans hinter dir hast“, sagte Patrick Zieker. Wenn man weiß, wie wenig Unterstützung die deutschen Handballer während der EM-Vorrunde in Trondheim von den Rängen bekamen, dann kommt die Aussage des Linksaußen des TVB Stuttgart nun nicht weiter überraschend.

Tatsächlich hatte sich die Zahl der Anhänger zum Hauptrundenauftakt in Wien verzehnfacht. Mehr als 1000 Fans erlebten den 31:23-Sieg der DHB-Auswahl gegen Weißrussland in der Stadthalle mit.

„Ich fand die Atmosphäre grandios“, erklärte Torjäger Julius Kühn. Und Bob Hanning, der Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), fügte hinzu: „Unsere Fans haben gegen die Weißrussen bereits eine Menge ausgemacht.“ Die Rechnung des Verbandes scheint aufzugehen. Denn: An den Wechsel von Norwegen nach Österreich ist auch die Hoffnung auf eine deutsche Handball-Party geknüpft.

MT-Fans in Wien: (von links) Norman Bodenburg, Marco und Melanie Berger, Uwe Vogeley, Gernot Sturm, Peter Schlung sowie (vorn) Alexander Mix.

Nicht ohne Grund wurde sogar in der Nähe des Stephansdoms im Augustinerkeller Bitzinger ein Deutsches Haus eingerichtet – solche Treffpunkte kennen Sportfans sonst nur von Olympischen Spielen. „Wir wollen unsere Anhänger zusammenbringen“, hatte der Vorstandsvorsitzende Mark Schober im Vorfeld gesagt. Schon am ersten Tag nutzten einige hundert Fans die Anlaufstation, die auch an spielfreien Tagen nachmittags ihre Pforten öffnet. Heute dürfte dort besonders viel los sein. Zum Spiel gegen Kroatien (20.30 Uhr/ZDF) haben sich besonders viele deutsche Zuschauer angekündigt.

„Das wird eine geile Stimmung“, sagt Hanning. Auch wenn es zu einem fairen Gesangswettstreit auf den Rängen nicht kommen kann. Was einen simplen Grund hat: Die gegnerischen Fans werden in der Überzahl sein. Allein in Wien leben 27.000 Kroaten. Die Stadt ist in 23 Bezirke aufgeteilt – speziell in den zweistelligen sind viele Menschen aus der Balkan-Republik heimisch geworden. Nur ein Beispiel: In Favoriten – dahinter verbirgt sich der 10. Wiener Bezirk – sind 3300 Kroaten gemeldet. „Es ist, als ob wir zu Hause spielen“, hört man Duvnjak, Horvat und Stepancic in diesen Tagen häufiger sagen. Am Donnerstag nahmen ihre Fans vor allem die flach ansteigende Ost-Tribüne in der Stadthalle in Beschlag. Dort gibt es zwar eigentlich nur Sitzplätze, die meiste Zeit haben die kroatischen Zuschauer aber stehend das Team nach vorn getrieben.

In der Halle waren neben etlichen Transparenten mit dem typischen Karomuster allerdings auch die schwarz-rot-goldenen Banner nicht zu übersehen. Die MT-Supporters aus Kassel drücken mit einer kleinen Gruppe Tobias Reichmann und Co. die Daumen. Melanie und Marco Berger, zwei Mitglieder des Melsunger Fanclubs Bartenwetzer, grüßen auf einer Flagge alle MT-Profis. Ihr sehnlichster Wunsch: ganz viele Selfies und Autogramme.

Die Behaarlichkeit dieser Fans zahlt sich aus. Kurz bevor die deutsche Mannschaft um 23.15 Uhr zur Abfahrt in den Teambus steigt, dürfen die Bergers ihre Handys zücken: „Die waren alle super nett.“ Auch Bundestrainer Christian Prokop stellte sich sofort zu einem Erinnerungsfoto zur Verfügung. Heute geht es weiter – mit den Fans, den Idolen und der Party.

Der WDR (TV) kritisiert den Migrantenmangel in der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Alice Weidel (AfD) reagiert auf Twitter lautstark – und spricht von „offener Hetze“.

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