Vor den EM-Halbfinals

Experte Michael Roth: Kroaten haben drei Sagosens

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Ausnahmespieler: Norwegens Sander Sagosen. 

Endspurt bei der Handball-Europameisterschaft. Für vier Teams geht es am Freitag um den Einzug ins Endspiel. Unser Experte Michael Roth blickt auf die Halbfinalisten.

Endspurt bei der Handball-Europameisterschaft. Heute geht es für vier Teams um den Einzug ins Endspiel. In Stockholm treffen Spanien und Slowenien aufeinander (18 Uhr/sportdeutschland.tv), die zweite Begegnung bestreiten Norwegen und Kroatien (20.30 Uhr/Eurosport). Unser EM-Experte Michael Roth nimmt die vier Halbfinalisten unter die Lupe. Sein Tipp: „Spanien und Kroatien werden im Endspiel stehen.“

Spanien

Stärken: „Wir haben es gegen die deutsche Mannschaft gesehen. Die Spanier sind ausgebufft. Eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Zu ihren Stärken zählt die Variabilität in der Deckung im Zusammenspiel mit dem Torwart. Und fast alle Spieler sind in der Abwehr einsetzbar, es muss wenig gewechselt werden. Darüber hinaus sind die Spanier beim Gegenstoß gnadenlos. Im gebundenen Angriff verschleppen sie traditionell das Tempo, spielen ihre Stärken im Eins-gegen-Eins aus, finden Wege an den Kreis und sind brutal effektiv.“

Schwächen: „Wenn sich eine Mannschaft auf dieses Konzept einstellt, bekommen die Spanier Probleme, sich umzustellen. Dann haben sie nichts mehr zuzusetzen.“

Schlüsselspieler: „Den einen Star gibt es nicht. Aber Joan Canellas besitzt einen hohen Stellenwert in der Mannschaft. Und er bekommt viel Verantwortung vom Trainer übertragen. Er ist ein Paradebeispiel für den spanischen Einschlaf-Handball.“

Slowenien

Stärken: „Die Slowenen sind das Überraschungsteam der EM. Sie agieren unglaublich beweglich und variabel im Angriff und sind daher schwer auszurechnen. Spielmacher Miha Zarabec vom THW Kiel trifft gute Entscheidungen. Das große Plus ist sicherlich das Tempospiel.“

Schwächen: „Probleme haben die Slowenen in der Abwehr. Sie müssen viel wechseln. Außerdem fehlt es in der Breite. Sieben, acht Spieler tragen die Last – da könnten am Ende die Körner fehlen.“

Schlüsselspieler: „Für mich heißt der entscheidende Mann Ljubomir Vranjes. Was der Trainer in so kurzer Zeit bewegt hat, ist erstaunlich.“

Norwegen

Stärken: „Es ist keine Überraschung, dass Norwegen im Halbfinale steht. Trainer Christian Berge macht einen tollen Job. Überhaupt sind die Norweger ein gutes Beispiel dafür, was mit beständiger und konzeptioneller Arbeit zu erreichen ist. Die Entwicklung in den vergangenen Jahren ist phänomenal. Die Mannschaft ist breit aufgestellt, besitzt klare Hierarchien und eine bärenstarke Abwehr.“

Schwächen: „Gut möglich, dass die Norweger gegen eine offensivere Deckung wie der 3-2-1-Variante etwas Probleme bekommen.“

Schlüsselspieler: „Natürlich Sander Sagosen. Der Spielmacher macht den Unterschied aus. Er verfügt über ein großes Wurfrepertoire und trifft auf engstem Raum und in hohem Tempo geniale Entscheidungen.“

Kroatien

Stärken: „Nicht zuletzt durch den Sieg gegen Deutschland haben die Kroaten Selbstvertrauen getankt. Es läuft. Und sie haben im Rückraum drei Sagosens: Luka Cindric, Igor Karacic und Domagoj Duvnjak. Das ist ein Vorteil und macht das kroatische Spiel sehr variabel.“

Schwächen: „Zuletzt gegen Spanien hat man gesehen, dass auch mal die Durchschlagskraft fehlen kann. Schwächephasen dieser Art leisten sich die Kroaten aber eher selten. Sie spielen sehr diszipliniert.“

Schlüsselspieler: „Cindric ist ein Typ, den kein Abwehrspieler mag. Der kann im Grunde alles.“ 

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