Letzer DHB-Einsatz war 2014

Handball-Weltmeister von 2007 zurück ins Nationalteam? „Wäre eine große Ehre“

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Stuttgarts Michael Kraus (l) im Zweikampf gegen Melsungens Felix Danner.

Dank seiner Treffsicherheit in der Handball-Bundesliga wird der Spielmacher Michael Kraus für die Nationalmannschaft wieder zum Thema. Für ein Comeback des Weltmeisters von 2007 sprächen auch andere Gründe. Es gibt aber auch Gegenargumente.

Stuttgart - Michael Kraus ist selbst daran Schuld, dass er plötzlich wieder ein Kandidat für die Handball-Nationalmannschaft ist. 29 Tore hat der Weltmeister von 2007 in seinen zwei jüngsten Bundesliga-Spielen geworfen, 18 beim Sieg seines TVB Stuttgart gegen den TSV Hannover-Burgdorf, elf in der vergangenen Woche beim überraschenden Erfolg in Berlin. Fast alles, was der 35-Jährige derzeit auf dem Spielfeld macht, scheint zu gelingen. Rund zwei Monate vor Beginn der Heim-WM wird seine unerwartete Leistungsexplosion natürlich längst vom Deutschen Handballbund (DHB) registriert.

„Er ist ein Top-Sportsmann, der sich auch in Nationalmannschafts-Zeiten immer top dargestellt hat. Von daher kann es keinen Grund geben, die Tür für ihn vorzeitig zu schließen“, sagte Axel Kromer, Sportvorstand des Deutschen Handballbundes (DHB), am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Letztmals hatte der Spielmacher 2014 für die DHB-Auswahl gespielt. Eine Rückkehr zur von Deutschland und Dänemark im Januar 2019 ausgerichteten WM „wäre eine große Ehre“, wie er zuletzt sagte. Aber: „Bisher hat das Telefon noch nicht geklingelt.“

Dem DHB-Team fehlt ein  wurfgewaltiger Rückraum-Spieler und Regisseur

Möglicherweise sollte Kraus sein Handy in nächster Zeit aber etwas genauer im Blick behalten. Denn für sein Comeback in der von Christian Prokop trainierten Nationalmannschaft würde nicht nur seine aktuell gute Form sprechen. Seit dem Kreuzbandriss von Julius Kühn fehlt es dem Bundestrainer an einem wurfgewaltigen Spieler aus dem Rückraum. Auch ein starker Regisseur fehlt dem Team. Zuletzt hatte Prokop bereits mit der überraschenden Rückholaktion des 32-jährigen Zweitligaspielers Martin Strobel auf seine Probleme auf der Spielmacher-Position reagiert. Warum sollte also nicht auch der 35 Jahre alte Kraus zurückkehren?

„Kraus könnte die Ergänzung für die besonderen Momente sein“

„Bis zur WM kann noch viel passieren in Sachen Form und Verletzung. Und wir haben unsere langfristige WM-Vorbereitung zuletzt ja ohne ihn begonnen“, sagte Sportvorstand Kromer. In diese war die DHB-Auswahl zwar auch ohne Zweitliga-Profi Strobel gestartet. Strobel aber war immerhin zuletzt schon bei den EM-Qualifikationsspielen gegen Israel und im Kosovo dabei gewesen. Kraus aber steht für etwas, was Strobel fehlt: Torgefahr. „Mimi Kraus könnte die Ergänzung für die besonderen Momente sein“, sagte Ex-Bundestrainer Heiner Brand dem TV-Sender Sky.

Unter Brand war Kraus vor elf Jahren mit dem WM-Titel im eigenen Land einer der größten Erfolge seiner Karriere gelungen. Er weiß also, was auf die Nationalmannschaft zukommt. „Aber mit diesem Hirngespinst setze ich mich aktuell nicht auseinander. Es gab auch keine Anfrage“, sagte Kraus ebenfalls bei Sky. Das könnte sich noch ändern.

dpa

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