Handballer spielen Sonntag um Platz drei

Bundestrainer Prokop nach WM-Niederlage: Wir werden wieder aufstehen

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Enttäuscht: Bundestrainer Christian Prokop.

Die deutschen Handballer spielen bei der Heim-WM nun gegen Frankreich um Bronze - ein Situationsbericht nach der Halbfinalniederlage gegen Norwegen.

Der aufmunternde Applaus wollte nicht enden. Immer wieder spendeten mehr als 12 000 Fans der deutschen Handball-Nationalmannschaft Beifall - und damit auch Trost für eine schmerzhafte 25:31-Niederlage im WM-Halbfinale gegen Norwegen. Allein es half nichts. Den Kopf nach vorn gebeugt, der starre Blick zum Hallenboden - die Pleite gegen die Skandinavier bei der Heim-Weltmeisterschaft traf die Spieler förmlich ins Mark.

„Ich fühle eine Leere im Kopf, und der ganzen Mannschaft geht es genauso“, bekannte Patrick Groetzki, der Rechtsaußen der DHB-Auswahl. „Wir erleben einen kurzen Moment der Enttäuschung“, räumte Bundestrainer Christian Prokop ein, „aber wir werden wieder aufstehen, wir haben noch etwas vor.“ Ja, eine Medaille ist immer noch möglich. Am Sonntag ab 14.30 Uhr (ZDF) geht es im dänischen Herning gegen den Noch-Weltmeister Frankreich.

Das Duell gab es bereits in der Vorrunde in Berlin. Vor knapp zwei Wochen hatte der Gastgeber die Equipe Tricolore am Rande einer Niederlage, musste sich letztlich mit einem 25:25 zufriedengeben. Die Franzosen waren am frühen Freitagabend überraschend deutlich an Dänemark gescheitert. Die Dänen treffen am Sonntag ab 17.30 Uhr (live bei Eurosport) im Finale auf die Norweger, die wie vor zwei Jahren in Frankreich wieder um Gold spielen - und das zurecht.

Das Team von Trainer Christian Berge zeigte sich der DHB-Mannschaft in puncto Spielsteuerung und Abgezocktheit überlegen. Bemerkenswert vor allem, wie die Norweger um ihren Superstar Sander Sagosen die deutsche Abwehr aushebelten. Gerade das Paradestück des Prokop-Teams ließ diesmal phasenweise die nötige Kompaktheit vermissen. Zudem litt Deutschland unter der strengen Regelauslegung der tschechischen Unparteiischen - es hagelte wie schon bei einigen vorangegangenen Begegnungen Zeitstrafen.

„Wir haben nicht am Optimum gespielt und zunehmend den nötigen Mut vermissen lassen“, bedauerte Prokop. Kreisläufer Jannik Kohlbacher ergänzte: „Wir sind nicht ins Tempospiel gekommen.“ Im Positionsangriff stachen - auch bedingt durch das Fehlen des verletzten Martin Strobel - einige Trümpfe nicht. Den besten Eindruck hinterließ noch Hannovers Fabian Böhm.

„Wir werden jetzt alles reinlegen in unser letztes WM-Spiel“, verspricht der Bundestrainer, der bei aller Enttäuschung schon jetzt eine erfreuliche WM-Bilanz für seine Mannschaft zog: „Die Frage war, ob wir es schaffen werden, unseren Sport populärer zu machen - und wir haben einen Riesenjob gemacht.“ Bezeichnend, dass die ARD mit der Liveübertragung am Freitagabend eine überragende Einschaltquote hatte: Fast zwölf Millionen (11,91) Menschen sahen zu - der Marktanteil lag bei beachtlichen 35 Prozent,

Das deutsche Team reiste noch am Freitagabend bei der Handball-WM nach Dänemark weiter. Keine spontane Entscheidung - schon am Vormittag war darüber informiert worden. Der Hintergrund: bessere Möglichkeiten im Bereich der Regeneration. Nun geht es allerdings auch darum, die Spieler mental wieder aufzurichten.

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