Jubilar aus Grebenstein

Handball-Schiedsrichter Gerd Meuler wird 70: 1000 Spiele, viele Episoden

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Zwei Nordhessen leiten den Handball-Gipfel Essen – Großwallstadt (19:18): Die Schiedsrichter Gerd Meuler (links) und Volker Lienhop (rechts) am 16. November 1986 mit den Kapitänen Thomas Happe (Essen/links) und Michael Roth (Großwallstadt/rechts), dem späteren Trainer auch der MT Melsungen. Archivfoto: Sven Simon 

Zusammen mit Volker Lienhop (70) bildete Gerd Meuler ein weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekanntes Schiri-Gespann, das mehr als 1000 Spiele geleitet hat – 51 davon im Europapokal. Heute wird er 70.

Er fühlt sich, wie er stolz erklärt, „nach wie vor fit wie ein Turnschuh“, spielt regelmäßig Golf, hin und wieder Tennis und macht im Winter die Skipisten in den Alpen unsicher. Gerd Meuler, ein Vierteljahrhundert lang Handball-Schiedsrichter des SV Hermannia Kassel, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Zusammen mit Volker Lienhop, der im vergangenen Jahr 70 wurde, bildete Meuler ein weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekanntes Schiri-Gespann, das mehr als 1000 Spiele geleitet hat – 51 davon im Europapokal.

Zu den Höhepunkten ihrer langen Karriere zählen die Weltmeisterschaft 1990 in Südkorea und 1998 das erstmals in Hamburg ausgetragene Final Four des DFB-Pokals, mit dem Meuler und Lienhop ihre Laufbahn beendeten.

Wer so oft und so lange in der Welt herumreist, hat auch eine Menge skurriler Ereignisse erlebt. „Wir waren im März 1997 beim Endspiel um die tunesische Meisterschaft eingesetzt“, erinnert sich Gerd Meuler. „Weil in den Jahren zuvor die Emotionen dort sehr hochkochten, hatte Tunesiens Verband ein europäisches Schiri-Duo angefordert. Die Partie verlief in normalen Bahnen - bis zur 55. Minute. Dann begannen die Anhänger der Mannschaft in Gelb zu randalieren. Erst als Polizei sämtliche gelbgekleidete Fans aus der Halle geschafft hatte, konnte die Begegnung fortgesetzt werden. Das gegnerische Team gewann. Wegen der aufgeheizten Stimmung wurden wir danach von den Ordnungshütern nicht in unser Hotel in Tunis, sondern ins 70 Kilometer entfernte Hammamet gebracht. Unsere Leistung muss den tunesischen Handball-Verband überzeugt haben, denn ein Jahr später sollten wir erneut das Finale pfeifen. Doch es kam nicht dazu, weil sich Volker Lienhop bei einem Freizeitkick schwer verletzt hatte und wir absagen mussten.“

Und noch eine ungewöhnliche Episode gab’s 1997: „Wir waren in der Champions League für das Halbfinalspiel Nyborg gegen Vasas Budapest in Kopenhagen nominiert. Nachdem der ICE in Kassel losgefahren war, der uns eigentlich zum Flughafen nach Hannover bringen sollte, merkten wir, dass wir im Zug nach Frankfurt saßen. Auf Vermittlung unseres Zugbegleiters, der uns den Gegen-ICE in Fulda empfahl und den Airport in Hannover von unserem Missgeschick unterrichtete, erreichten wir tatsächlich noch unser Flugzeug in Hannover - allerdings mit 45 Minuten Verspätung“, berichtet Meuler. „Wir hatten Glück, dass der dänische Pilot ein Handball-Fan war und auf uns gewartet hatte.“

Seinen Geburtstag feiert Gerd Meuler, wie er mitteilte, „außer Haus und im engsten Familienkreis.“

Zur Person

Gerd Meuler, am 16. Juli 1948 in Gudensberg geboren, ist seit 31 Jahren mit seiner Monika verheiratet und hat einen Sohn. Der Jubilar war Verkaufsleiter einer Bank des Autokonzerns Ford. Er lebt in seinem Haus in Grebenstein.

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