13.500 Zuschauer in der ausverkauften Halle am Berliner Ostbahnhof

Gensheimer glänzt gegen Brasilien - deutsches Team siegt erneut

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Er war bester deutscher Werfer: Uwe Gensheimer.

Das zweite Spiel bei der Heim-WM, der zweite klare Sieg. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat die Partie in Gruppe A am Samstagabend gegen Brasilien mit 34:21 für sich entschieden. Unser Schnellcheck.

Wie viel Schwung hat die deutsche Mannschaft denn aus dem WM-Eröffnungsspiel mitgenommen? 

Ganz viel. Die DHB-Auswahl machte von Beginn an deutlich, wer Herr im Haus ist. Nach dem Auftaktsieg hatte ja Abwehrchef Finn Lemke gesagt, der Abend sei „großartig, euphorisch und emotional“ gewesen. Die Attribute passten auch zur Begegnung gegen Brasilien - ergänzt durch: kurzweilig. Doch dazu später mehr.

Hatte der Bundestrainer den kompletten Kader zur Verfügung? 

Nein. Wie schon zu erwarten war, reichte beim Halbrechten Franz Semper die Zeit nicht aus, um sich von einer fiebrigen Erkältung zu erholen. So trat die DHB-Auswahl lediglich mit 15 statt der gemeldeten 16 Akteure an.

Wie verlief die Partie gegen die Südamerikaner? 

Wir hatten es erwähnt. Der Abend war kurzweilig - und das war vor allem ein Verdienst des WM-Gastgebers, der so mächtig loslegte, als hätte er den ganzen Tag nur auf den Anwurf gewartet. Klare Spielstruktur, viel Aggressivität und ein erneut überzeugender Andreas Wolff im Tor - die Heimmannschaft überrollte den Außenseiter in den ersten Minuten förmlich. Im Angriff glänzte erst Steffen Weinhold, dann Steffen Fäth. Über 5:1 und 9:2 zog der Favorit bis auf 14:5 davon (25.). 

Ob den Brasilianern noch die Vorabend-Begegnung (22:24) gegen Frankreich in den Knochen steckte? Jedenfalls fanden sie ganz schwer in die Partie. Selbst als Bundestrainer Christian Prokop auf einigen Positionen frische Kräfte (Fabian Wiede, Paul Drux) brachte, kam kein Bruch ins Spiel. Zumindest wendete Brasiliens Keeper Cesar Almeida mit einigen guten Paraden weiteren Schaden von seiner Mannschaft ab. Das 8:15 durch den in der ersten Hälfte fünfmal erfolgreichen Kapitän Uwe Gensheimer konnte er aber nicht verhindern. Nach dem Wechsel leistete sich die DHB-Auswahl einige Fehler, gab aber nie die Kontrolle über das Spiel her. Bezeichnend, dass Kreisläufer Jannik Kohlbacher nach seiner Einwechselung praktisch mit seiner ersten Ballberührung das 21:13 (41.) markierte. Sehr respektabel war dennoch die Vorstellung des eingewechselten brasilianischen Keepers Leonardo Tercariol, der seinen Anteil daran hatte, dass der Gast immerhin auf 17:23 herankam. Wenig später stand es trotzdem 28:18 für Deutschland (53.). So konnte Prokop allen verfügbaren Kräften im Verlauf der 60 Minuten Spielzeit geben.

Wie fiel das Fazit der deutschen Spieler aus? 

Steffen Fäth stellte zufrieden fest: "Brasilien war nicht so gut, weil wir so gut waren." Teamkollege Steffen Weinhold ergänzte: "Die Chancenverwertung war noch nicht so gut und muss besser werden."

Gab es einen Mann des Spiels? 

Den gibt es ja schon deshalb immer, weil der Weltverband IHF nach Ende der Begegnung einen Akteur auszeichnet. Diesmal fiel die Wahl auf Uwe Gensheimer, den zehnfachen Torschützen. 

War die Partie denn auch wieder von vielen Hinausstellungen geprägt? 

Nein, die Teams haben sich offenbar gut auf die strengere Linie der Unparteiischen eingestellt. Im ersten Durchgang wurden nur drei Zeitstrafen ausgesprochen - bei Deutschland traf es Patrick Wiencek.

Wie war die Stimmung in der Mercedes-Benz-Arena?

Die Begeisterung nimmt hörbar immer weiter zu. Wieder waren 13.500 Zuschauer in der ausverkauften Halle am Berliner Ostbahnhof - und es war diesmal noch lauter als am Donnerstag. Schon nach drei Minuten gab es die ersten „Deutschland, Deutschland“-Rufe. Was bei diesem famosen Start nur so nachzuvollziehen war.

Wie geht es denn für die deutsche Mannschaft nun weiter? 

Am Montag geht es ab 18 Uhr (live in der ARD) an gleicher Stätte gegen Russland. Die Osteuropäer hatten am Nachmittag gegen Korea 34:27 gewonnen.

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Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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