31:23-Sieg gegen Serbien

Schwungvoller Abschied aus Berlin: Deutschland beendet die WM-Vorrunde ungeschlagen

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Durchgetankt: Matthias Musche (rechts) setzt sich hier gegen den Serben Nemanja Ilic durch.

"Oh, wie ist das schön", sangen die deutschen Fans am Donnerstag in der Berliner Arena. Mit einem klaren 31:23 (16:12)-Sieg über Serbien schloss die Handball-Nationalmannschaft die Vorrunde ab.

Am Samstag geht es um 20.30 Uhr (ARD) in Köln in das erste von drei Hauptrundenspielen. 3:1 Zähler nimmt das Team mit an den Rhein.

Die deutsche Mannschaft ging die Partie gegen Serbien mit nur 15 Spielern an. Zwar nahm der Halbrechte Steffen Weinhold auf der Ersatzbank Platz, der Kieler stand aber wegen einer Adduktorenzerrung nicht zur Verfügung. Auf eine Nominierung des am Mittwoch in Berlin angekommenen Kai Häfner (Hannover) verzichtete Bundestrainer Christian Prokop. So durfte diesmal der 21-jährige Franz Semper beginnen - eine von zwei Veränderungen im Vergleich zu den vorangegangenen Auftritten. Denn zudem erhielt im Tor Silvio Heinevetter diesmal den Vorzug vor Andreas Wolff.

Sowohl Semper und Heinevetter bekamen direkt mal Gelegenheit, sich auszuzeichnen und den Applaus der 13.500 Zuschauer in der ausverkauften Arena zu genießen. Der Leipziger Rückraummann erzielte das 1:2 (3.), und der Keeper ermöglichte seinem Team mit vier Paraden in den ersten zehn Minuten eine 6:4-Führung.

Der Auftakt in eine weitere deutsche Party bei der Handball-WM? DHB-Vizepräsident Bob Hanning, bislang immer mal wieder durch seine Pulli-Auswahl aufgefallen, betrat jedenfalls diesmal sehr feierlich im hellblauen Sakko die Halle.

Anfangs waren die Serben dem Druck der Gastgeber noch einigermaßen gewachsen. Doch auch wenn es für die Auswahl des Deutschen Handballbundes nur noch um die exakte Platzierung ging, so machte das Team schon deutlich, dass es mit ordentlich Schwung zur Hauptrunde nach Köln weiterreisen möchte. In der Offensive setzte Paul Drux die ersten Akzente, in der Abwehr hatte 2,10-Meter-Hüne Finn Lemke sichtlich Vergnügen daran, den sieben Zentimeter kleineren Mijailo Marsenic abzuschirmen. Nur logisch, dass der Vorsprung für den Favoriten immer weiter anwuchs. Hendrik Pekeler markierte nach Konter das 15:11.

Die Grundlage für den dritten Sieg in der Gruppe A war geschaffen. So muss es auch Prokop gesehen haben, der nach der Pause - wohl schon mit Blick auf die kommenden schwierigen Aufgaben - zwei weitere frische Kräfte brachte: Fabian Böhm und Jannik Kohlbacher. Es entstand zwar nie der Eindruck, als sollten die Deutschen noch in Schwierigkeiten geraten. Aber: Die Zahl der technischen Fehler nahm im zweiten Durchgang erkennbar zu. Umso wichtiger, dass Kohlbacher immer wieder einige Ausrufezeichen am gegnerischen Kreis setzte und Matthias Musche einen Siebenmeter eiskalt verwandelte (21:15/43.). Im Gefühl des sicheren Sieges durfte sich der Melsunger Lemke sogar ein ums andere Mal mit in die Offensive einschalten. Wie überlegen die Hausherren waren, spiegelte sich in einer zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Führung wider: Böhm gelang ein Doppelpack zum 26:16 (49.).

In der Schlussphase passte nicht mehr alles im Spiel. Doch einen Höhepunkt hatte die Partie noch: In der letzten Sekunde traf Heinevetter vom eigenen Kreis ins verwaiste gegnerische Gehäuse zum Endstand. Was dazu beitrug, dass das Publikum das Team mit viel Beifall in Richtung Köln verabschiedete.

Die Daten zum Spiel:

  • Deutschland: Heinevetter 1, Wolff - Musche 5/2, Drux 4, Kohlbacher 4, Böhm 3, Wiede 3, Fäth 2, Gensheimer 2/1, Pekeler 2, Semper 2, Wiencek 2, Strobel 1, Groetzki, Lemke
  • Serbien: Cupara 1, Milosavljev - N. Ilic 6/4, Vorkapic 3, V. Ilic 2, Kukic 2, Milic 2, Mosic 2, Radivojevic 2, Vujic 2, Marsenic 1, Nenadic, Nikolic, Obradovic, Orbovic, Pusica
  • Schiedsrichter: Pavicevic/Raznatovic (Montenegro)
  • Zuschauer: 13.500 (ausverkauft)
  • Strafminuten: 6 / 14
  • Disqualifikation: Drux (52./3. Zeitstrafe) / -

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