30:19 gegen Korea

WM-Start der deutschen Handballer gelingt: Kapitän in Torlaune, Keeper in Top-Form

Ein Kantersieg, ein Kapitän in Torlaune und ein Keeper in Top-Form – die Heim-WM begann für die deutsche Handball-Nationalmannschaft planmäßig. 

Gegen ein vereintes Team aus Korea feierte der Turnier-Mitfavorit einen klaren 30:19 (17:10)-Erfolg. Entsprechend stimmungsvoll verabschiedeten die 13 500 Zuschauer die DHB-Auswahl in den weiteren Abend. Am Samstag ab 18.15 Uhr (ZDF) geht es ebenfalls in Berlin gegen Brasilien.

Den ersten kräftigen Beifall gab es bereits, als die beiden Mannschaften noch gar nicht eingelaufen waren. Denn für den ersten Gänsehaut-Moment sorgten fünf deutsche Handball-Legenden: Heiner Brand, Pascal Hens, Dominik Klein, Henning Fritz und Stefan Kretzschmar brachten den WM-Pokal in die ausverkaufte Mercedes-Benz-Arena. Danach wurde es nicht wirklich ruhiger unterm Hallendach.

Hassan Moustafa, der Präsident des Welthandball-Verbandes IHF, betonte während der Eröffnungszeremonie mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier noch einmal die verbindende Kraft des Sports. Klar, noch nie zuvor spielte eine gesamtkoreanische Mannschaft bei einer Handball-WM. Ein Umstand, der dem Abend eine besonders emotionale Note verlieh. Umso mehr, als auch eine kleine Fan-Abordnung der asiatischen Gäste das Team lautstark unterstützte. Und immerhin, das erste Tor der 26. Weltmeisterschaft erzielte ein Koreaner: Suyoung Jung.

Deutsches Team übernahm die Regie 

Es blieb jedoch die einzige Führung des krassen Außenseiters an diesem Abend. Soll heißen: Das deutsche Team übernahm wie erwartet die Regie. Kapitän Uwe Gensheimer (2) und Steffen Fäth stellten auf 6:2 (9.). Allerdings wurde es ein ganz eigenartiges Spiel – mit ganz vielen Hinausstellungen. Dongmyung Kim sah nach einem Foul an Fäth sogar früh die Rote Karte.

Stark: Torwart Andreas Wolff. 

In dezimierter Besetzung musste die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Koreaner sogar noch einmal auf 5:7 herankommen lassen. Zudem tat sich Koreas Schlussmann wiederholt hervor – Jaeyong Park stand seinem Gegenüber Andreas Wolff somit kaum nach. Der deutsche EM-Held von 2016 wurde von Bundestrainer Christian Prokop vor Turnierbeginn zur Nummer eins erklärt – mit Recht, wie sich am Donnerstagabend zeigte. Auch ihm war es zu verdanken, dass die Gastgeber nie ernste Probleme bekamen. Hendrik Pekeler schloss zum 13:7 ab (23.). Schon zur Pause war nur noch eine Frage offen: Wie hoch fällt der deutsche Auftaktsieg aus?

Prokop nutzte die Breite des Kaders 

Korea war kein wirklicher Gradmesser. Keine Überraschung also, dass Prokop die oft angesprochene Breite im Kader nutzte. So durften etwa der Magdeburger Matthias Musche und Hannovers Fabian Böhm im Angriff, Melsungens Finn Lemke in der Abwehr ran. Der Vorsprung wuchs kontinuierlich an. Prokop konnte sich sogar den Luxus erlauben, den starken Wolff früh in den Feierabend zu verabschieden und Silvio Heinevetter einzuwechseln.

Nein, der letzte Weg war dies für den Hünen vom THW Kiel nicht. Wolff hatte noch einen Auftritt nach der Schlusssirene, als er zum Mann des Spiels gekürt wurde.

Korea - Deutschland 19:30 (10:17)

Deutschland: Wolff (Kiel), Heinevetter (Berlin) - Gensheimer (Paris/7/3), Pekeler (Kiel/4), Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen/4), Fäth (Rhein-Neckar Löwen/4), Musche (Magdeburg/3), Groetzki (Rhein-Neckar-Löwen/2), Wiencek (Kiel/2), Drux (Berlin/1), Weinold (Kiel/1), Böhm (Hannover/1), Wiede (Berlin), Strobel (Balingen), Lemke (Melsungen), Semper (Leipzig/1)

SR: Gjeding/Hansen (Dänemark) - Z: 13 500 (ausverkauft)

Zeitstrafen: 6:6 - Siebenmeter: 1/3:3/3

Rote Karte: Kim (Korea) wegen groben Foulspiels (12.)

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