Gruppe A bei der Handball-WM

Mitreißendes Spiel mit bitterem Ende: Deutschland spielt 25:25 gegen Weltmeister Frankreich

Handball-WM: Deutschland spielt in letzter Sekunde Unentschieden gegen Fankreich
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Auch das ist Handball: Paul Drux (links) kämpft mit dem Franzosen Dika Mem am Boden um den Ball.                                                                                                                           Foto: Sascha Klahn

Die deutschen Handballer haben bei der WM die Hauptrunde erreicht. In einem mitreißenden Duell gegen Titelverteidiger Frankreich kassierten sie in letzter Sekunde den Ausgleich.

Doch das 25:25 (12:10) reicht schon vor dem letzten Spiel am Donnerstag gegen Serbien zum Weiterkommen. 13.500 Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena – es war ein mitreißendes WM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Frankreich in Berlin. Erst mit der Schlusssirene kassierte das DHB-Team den bitteren Ausgleich. Der Schnellcheck:

Was bedeutet das Remis für die Ambitionen der deutschen Mannschaft?

Deutschland steht in der Hauptrunde. Und ganz so schlecht sind die weiteren Aussichten dafür nicht mehr, weil die Russen überraschend gegen Brasilien unterlagen.

Hatte der Europameister von 2016 den Punktverlust vom Vorabend gegen Russland gut verkraftet?

Zweifellos. Die Mannschaft machte nie den Anschein, als hätte ihr das unnötige 22:22 noch in den Knochen gesteckt. Bezeichnend eine Szene aus der 28. Minute: Als die Deutschen kurz vor der Pause den sechsmaligen Champion zu einem leichten Ballverlust trieben, lief der Melsunger Abwehrstratege Finn Lemke zur Bank zurück, baute sich vor den Zuschauern auf und riss die Fans förmlich von den Sitzen.

War es das erwartete Topspiel?

Von der Intensität her hätte es sich bei diesem Duell auch um ein WM-Halbfinale handeln können. Beide Teams legten los wie ein vor Selbstbewusstsein strotzender Gewichtheber: Der legt auch nicht mit den kleinen Scheiben los, sondern fängt direkt mal mit den großen an. Fast logisch, dass die Abwehrreihen und Torhüter die Szenerie beherrschten. Bei der deutschen Mannschaft machten Patrick Wiencek und seine Nebenleute vor Andreas Wolff das Zentrum dicht, auf der Gegenseite packten im Innenblock Ludovic Fabregas und Adrien Dipanda beherzt zu. Zehn Treffer nur fielen in den ersten 20 Minuten - und das gerecht verteilt: 5:5.

Das deutsche Team blieb stabil. Mehr noch: Es bekam den Gegner in den Griff. Dabei ging besonders viel Gefahr von der rechten Seite aus – durch den starken Fabian Wiede und Patrick Groetzki. Keine Überraschung also, dass die DHB-Auswahl durch Martin Strobel auf 10:7 stellte (28.) – es war die erste Drei-Tore-Führung. Bundestrainer Christian Prokop redet gern davon, dass sein Team eine Euphoriewelle erwischen muss. Jetzt war sie auf einem guten Weg dahin.

Gegen die Russen reichte eine Zwei-Tore-Pausenführung nicht zum Sieg – und diesmal?

Nein! Der amtierende Weltmeister machte deutlich, welche Qualität in seinem Kader steckt – auch ohne Superstar Nikola Karabatic, der für das Spiel wie erwartet noch nicht nominiert worden war. Dafür glänzte Kentin Mahé – er brachte den Gast mit 15:14 in Führung (36.). Doch nun hielten die Hausherren dagegen. Mit Hendrik Pekeler. Mit Strobel. Mit Fabian Böhm. Pascal Hens, ein Weltmeister von 2007, hielt es auf der Haupttribüne nicht mehr auf seinem Platz. Was den WM-Botschafter mit vielen tausend Fans in der Halle am Ostbahnhof verband. Die Arena glich einem Hexenkessel. Der Spielausgang? Völlig offen. Zehn Minuten vor Schluss stand es 20:20. In der heißen Phase erarbeitete sich Deutschland ein kleines Plus. Wiede trifft – 25:23 (57.).

Der Überraschungscoup war zum Greifen nahe. Dann leistete sich Böhm einen kapitalen Abspielfehler. Und in der letzten Sekunde traf Timothey N’Guessan zum 25:25. Wieder Enttäuschung bei der deutschen Mannschaft. Wie am Vorabend.

Wie war die Stimmung?

Also es hatte keine 40 Sekunden gedauert, bis die ersten „Deutschland, Deutschland“-Sprechchöre zu hören waren. Und die gab es auch nach dem Ende – nun zur Aufmunterung.

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