Deutsches Team gewinnt 34:23 zum EM-Auftakt

Handballer schlagen Niederlande - Sieg nach Häfners Muntermacher

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Lücke gefunden: Kai Häfner (Mitte) kommt hier gegen Ephraim Jerry (links) und Samir Benghamen zum Abschluss.

Kantersieg zum Auftakt: Die deutschen Handballer sind bei der Europameisterschaft in Norwegen, Österreich und Schweden mit einem 34:23 (15:13)-Erfolg gegen Neuling Niederlande ins Turnier gestartet. Bis in die zweite Hälfte hinein hatte das DHB-Team aber einige Probleme. Unser Schnellcheck:

Was bedeutet der Sieg der deutschen Mannschaft?

Er wird dem Team nach den erfolgreichen Tests gegen Island und Österreich weiteres Selbstvertrauen geben. Wesentlich wichtiger wird allerdings das nächste Spiel am Samstag ab 18.15 Uhr (ARD) gegen den Titelverteidiger Spanien. Denn die Punkte aus diesem Duell werden voraussichtlich mit in die Hauptrunde in Wien genommen.

Konnten die deutschen Handballer die überzeugenden Leistungen der vorangegangenen Tests bestätigen?

Zumindest teilweise. Es dauerte 192 Sekunden, bis die DHB-Auswahl das erste EM-Tor warf. Julius Kühn traf zum 1:2. Sein Melsunger Vereinskamerad Kai Häfner führte wenig später mit einem Doppelschlag die erste deutsche Führung herbei (4:3.). Es schien, als sollte der Europameister von 2016 seiner Favoritenrolle nun gerecht werden. Nach einer Viertelstunde stand es in Trondheim nach einem Treffer von Jannik Kohlbacher 10:4.

Wieso schrumpfte der Vorsprung bis zur Pause?

Als die Niederländer auf eine offensivere Abwehr umstellten, wurde das deutsche Team hektisch. Klare Aktionen? Fehlanzeige. Es musste schon ein Not-Pass von Kreisläufer Kohlbacher auf Rechtsaußen Tobias Reichmann her, damit die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop nicht wieder den Gleichstand hinnehmen musste (13:11, 25.). Zudem klafften einige Löcher in der Deckung. Das Positivste – neben der Führung – nach dem ersten Durchgang: zehn verschiedene Torschützen.

Bekam das DHB-Team die Partie im zweiten Abschnitt besser in den Griff?

Der Start war noch holprig. Doch der Olympia-Dritte hat ja einen Kai Häfner. Nachdem der Linkshänder in der 36. Minute seine zweite Zeitstrafe einstecken musste, signalisierte er seinen Kollegen mit einer eindeutigen Geste: Brust raus! Danach lief es besser: Kastening, Fabian Böhm und Häfner selbst besorgten eine Vier-Tore-Führung. Darüber hinaus zeichnete sich Torwart Andreas Wolff nun immer öfter aus.

Wann fiel die Vorentscheidung?

Mit sechs Treffern in Folge setzte sich das Team bis auf 29:19 ab (52.). Damit war der Widerstand der Niederländer gebrochen. Prokop konnte es sich erlauben, in der Schlussphase Rückkehrer Johannes Bitter für Wolff ins Tor zu stellen und auch andere Spiele zu schonen.

Gab es einen Aufreger?

Ja – und das schon in der 16. Minute. Kapitän Uwe Gensheimer traf Hollands Schlussmann Bart Ravensbergen beim Siebenmeter im Gesicht. Nach Videobeweis zückten die Unparteiischen die Rote Karte.

Wie machten sich die deutschen EM-Neulinge?

Prokop schenkte seinen vier Debütanten Marian Michalczik, Timo Kastening, Patrick Zieker und David Schmidt bereits im ersten Abschnitt das Vertrauen. Auch wenn ihnen noch nicht alles gelang, deuteten sie ihre Qualitäten an. Hannovers Kastening nutzte während einer Zeitstrafe gegen Reichmann beispielsweise direkt seine erste Chance bei diesem Turnier zum 6:4 (10.).

Wie war die Übertragung im TV?

Aller Anfang ist schwer. Das galt für die deutsche Mannschaft genauso wie für das ZDF-Reporterteam. Kommentator Christoph Hamm schrieb das erste deutsche Tor Johannes Kühn zu. Sehr passend war dagegen Hamms Fazit zum deutschen Auftritt: „Es stimmt nicht alles, aber das Ergebnis. Es ist noch viel Luft nach oben.“

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