Harte Nuss in Halbzeit eins - Glandorf kommt

Handballer wahren beim 31:25 gegen Weißrussland ihre weiße Weste

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Auf dem Weg zu einem seiner sechs Treffer: Steffen Fäth (links) setzt zum Wurf an und springt höher als sein weißrussischer Gegenspieler Artsem Karalek.

Kassel. Das Ticket für das WM-Achtelfinale hatten die deutschen Handballer ja schon gelöst. Nach dem 31:25 (16:16) gegen Weißrussland am Mittwochabend steht außerdem fest: Platz zwei in der Vorrundengruppe C ist ihnen nach dem vierten Sieg im vierten Spiel ebenfalls sicher.

Hier ist der Schnellcheck zum vierten Gruppenspiel.

Gab es personelle Überraschungen?

Nein. Schon am Vorabend hatte es Entwarnung bei Torhüter Andreas Wolff gegeben. Die Po-Prellung aus dem Spiel gegen Chile - harmlos und keinesfalls ein Hindernis für einen WM-Einsatz gegen Weißrussland. Ebenfalls in der Startformation stand diesmal der Berliner Paul Drux. Auf den Außen begannen Patrick Groetzki und Kapitän Uwe Gensheimer, am Kreis Patrick Wiencek, im Rückraum Steffen Fäth und Kai Häfner.

Wie war denn das Spiel?

Sagen wir mal so: Die Weißrussen entpuppten sich als eine andere Hausnummer als zuletzt Chile und Saudi-Arabien, die für die Deutschen kaum bessere Trainingspartner waren. Ganz anders war da die Mannschaft um den Ex-Melsunger Ivan Brouko, der allerdings nicht zum Einsatz kam. Sie machte dem Europameister in der ersten Halbzeit das Leben schwer. Vor allem die deutsche Defensive hatte so ihre lieben Probleme mit den hochgewachsenen Weißrussen um Karalek und Schylowitsch.

Stößt heute zum Team: Rückraum-Ass Holger Glandorf.

Die Abstimmung stimmte nicht, in der Deckung haperte es, dahinter hatte Wolff zwischen den Pfosten nicht seinen allerbesten Tag und war nicht der erhoffte Rückhalt. Für ihn brachte Bundestrainer Dagur Sigurdsson kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit Silvio Heinevetter. Schnell war klar: „Der Kuschelpart der WM ist vorbei“, wie Kommentator Markus Götz treffend feststellte. Beim 2:3 (5. Minute) lagen die Deutschen erstmals hinten. Ein ungewohntes Bild bei dieser WM. Zwar erhöhte Kai Häfner kurz darauf auf 6:4, doch nach einem Drei-Tore-Lauf waren die Weißrussen wieder vorn. Sigurdsson gefiel das gar nicht. Immer wieder trieb er sein Team an, handelte sich gar eine Verwarnung ein (22.). Erst nach dem Seitenwechsel ballte der Bundestrainer immer häufiger die Jubelfaust. Aus gutem Grund. Mit drei Treffern in Serie brachte Patrick Groetzki seine Mannschaft auf 19:16 in Front - die Vorentscheidung.

Was gab es sonst Bemerkenswertes?

Groetzki hat ein ganz besonderes Tor erzielt: Die 1:0-Führung war das 4000. deutsche WM-Tor der Geschichte. Eine schöne Momentaufnahme. Einen Preis gab’s allerdings nicht. Den erhielt Julius Kühn - er wurde als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Das hätte auch Gensheimer sein können, der mit acht Toren wieder einmal erfolgreichster Torschütze war. 19 von 20 Siebenmetern hat er bei dieser WM schon verwandelt. Chapeau.

Wie war die Übertragung?

Der Livestream wackelte zweimal kurz. Um die 18. und um die 48. Spielminute herum wurde das Bild kurzzeitig etwas grisselig. Bedrohlich aber war das nicht. Danach blieb die Leitung stabil.

Worauf können sich die deutschen Fans jetzt freuen?

Zum einen auf das Finale um den Gruppensieg gegen Kroatien am Freitag (17.45 Uhr/handball.dkb.de). Es ist die schwerste Aufgabe für die deutsche Mannschaft in der Gruppe C. Außerdem hat der Bundestrainer am Mittwochabend auch den noch vakanten 16. Platz im Kader vergeben. Und zwar wie erwartet an Holger Glandorf. Der Rückraumspieler stößt heute zum Team und wird gegen Kroatien dabei sein.

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