Handball-Bundesligist gewinnt nach Sechs-Tore-Rückstand

MT Melsungen siegt nach furioser Aufholjagd gegen HC Erlangen

Abgezogen: Melsungens Julius Kühn (Mitte, gegen Erlangens Nico Büdel und Petter Overby) traf im Heimspiel sechsmal.
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Abgezogen: Melsungens Julius Kühn (Mitte, gegen Erlangens Nico Büdel und Petter Overby) traf im Heimspiel sechsmal.

Was war das für eine Energieleistung! Im letzten Heimspiel des Jahres hat die MT Melsungen ihren Fans noch einmal eine Achterbahnfahrt der Gefühle geliefert. Der Handball-Bundesligist lag gegen den HC Erlangen schon mit sechs Toren zurück, gewann nach einer furiosen Aufholjagd aber noch 30:28 (11:16).

Im Vergleich zum Pokalerfolg gegen den Bergischen HC am Mittwoch musste die Zuschauerzahl in der Rothenbach-Halle aufgrund neuer Corona-Verordnungen noch einmal reduziert werden. 1135 Fans waren auf den Rängen. Auf einigen Plätzen, die leer bleiben mussten, lagen die Schilder von „Offen für Vielfalt. Geschlossen gegen Ausgrenzung.“ Schon vor der Partie hatte die MT daraufhin gewiesen, dass die Partnerschaft zwischen Verein und Initiative jetzt seit drei Jahren läuft und fortgeführt wird.

Bei den Melsungern begann diesmal Nebojsa Simic im Tor. Und mit seinen beiden Paraden in den ersten sechs Minuten trug er zu einer ungewöhnlichen Anfangsphase bei. Genauso wie drei Siebenmeter für die Gastgeber, drei Fehlpässe der Erlanger, die Schulter-Verletzung von HC-Spielmacher Steffen Fäth und der frühen Auszeit von Gäste-Trainer Michael Haaß. Es dauerte, bis so etwas wie Spielfluss aufkam. Und da führte die MT nach dem starken Dreher von Timo Kastening 4:2 (9.).

Auch in der Folge blieb es eine umkämpfte, hektische Partie – mit vielen Zeitstrafen und Siebenmetern. In der Abwehr agierten die Melsunger zunächst konzentriert. Allerdings machte Erlangens Rückraumschütze Simon Jeppson ihnen Probleme. Die Gastgeber führten dennoch 7:6 (18.). Es folgten fünf schwarze MT-Minuten – und ein 5:0-Lauf, mit dem die Gäste die Partie zum 11:7 (23.) drehten. Zwei Treffer hatte der Ex-Melsunger Johannes Sellin beigesteuert. Drei Zeitstrafen kurz hintereinander für die MT hatten auch ihren Anteil am Bruch im Spiel der Nordhessen. Auf einmal wirkten die Hausherren im Angriff ideenlos. Technische Fehler und Fehlwürfe häuften sich. Zu selten gab es in dieser Phase Lichtblicke wie das 8:11 (23.) von Kühn oder der Energieleistung von Elvar Örn Jonsson beim 9:14 (27.). Zur Pause lag die MT 11:16 zurück.

Zu Beginn der zweiten Hälfte mussten die Melsunger eine Reaktion zeigen – und das taten sie auch. Mit neuem Schwung in der Offensive verkürzten Domagoj Pavlovic und Kai Häfner schnell auf 13:16 (32.). Im Angriff sah es bei der MT viel flüssiger aus, sie agierte mit mehr Tempo. Im Tor hatte Trainer Roberto Garcia Parrondo nun Silvio Heinevetter gebracht, die 6:0-Deckung agierte offensiver und aggressiver. Den Rückraum hatten die Melsunger jetzt besser im Griff, aber die Erlanger fanden zunächst immer wieder Sebastian Firnhaber am Kreis. Die Melsunger ließen sich nicht entmutigen, waren im Angriff nun fast fehlerfrei. Und deckten in der Abwehr überragend. Für die Erlanger wurde es immer schwerer, zum Torerfolg zu kommen, auch weil Heinevetter mit seinen Paraden nun zur Stelle war. Und mit einem Kracher von Pavlovic glich die MT erstmals nach 29 Minuten wieder aus – 23:23 (43.).

Mit einem Gleichstand ging es auch in die Schlussphase. Parrondo riskierte viel, ließ im Angriff nun mit dem siebten Feldspieler agieren. Und das ging auf. Häfner traf zum 25:24 (50.) – der ersten Führung nach langer Zeit. Aber die Gäste ließen sich nicht abschütteln. Und wie so oft gegen Erlangen wurde es ein Handball-Krimi. Beim Stand von 29:28 für die MT in der letzten Minute hielt Heinevetter. Dann machte zehn Sekunden vor Schluss Yves Kunkel mit dem 30:28 den Sieg perfekt. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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