MT-Handballer Langhans im Fokus

Er war selbst mal ein Fuchs: MT-Profi Langhans trifft auf seinen Ex-Klub

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Vor einem besonderen Spiel: Melsungens Gabor Langhans trifft auf Ex-Klub Berlin. 

Bundesliga-Handballer Gabor Langhans von der MT Melsungen trifft am Sonntag auf seinen Ex-Klub Füchse Berlin.

Eigentlich ist für Handballer Gabor Langhans in diesen Tagen jedes Bundesliga-Spiel etwas Besonderes. Erst seit ein paar Wochen steht der Rückraumakteur der MT Melsungen wieder auf dem Feld, zuvor war er zwei Jahre wegen erheblicher Patellasehnenprobleme ausgefallen. „Ich genieße es einfach, endlich wieder Teil der Mannschaft zu sein“, sagt der 29-Jährige. Vor ein paar Monaten hätte er nicht zu träumen gewagt, dass er regelmäßig in Abwehr und Angriff spielt. Nun gelangen ihm sogar schon vier Treffer seit seinem Comeback.

Die kommende Begegnung hat allerdings noch einen etwas höheren Stellenwert für Langhans. Wenn die MT am Sonntag ab 12.30 Uhr in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle die Füchse Berlin erwartet, trifft er auf den Verein, bei dem seine Profi-Karriere begann. 2006 wechselte er als Jugendlicher zu den Reinickendorfern, danach schaffte er den Sprung in den Bundesliga-Kader der Berliner. Seine Trainer waren Jörn-Uwe Lommel (bis 2009) und der spätere deutsche Nationalcoach Dagur Sigurdsson.

Dabei stammt Langhans sogar aus Reinickendorf – der Wiege des Füchse-Handballs. Seine Familie lebt nach wie vor in Berlin. Wenn er mal in die Heimat reist, dann verbringt er gern einmal ein bisschen Zeit im Bereich Hackescher Markt, also in der beliebten Gegend zwischen Alexander- und Friedrichsplatz: Dazu gehört ein Spaziergang durch den Monbijoupark.

Der Kontakt zu den Füchsen besteht nach wie vor. Mit Schlussmann Silvio Heinevetter ist er gut befreundet, auch Torwart-Oldie Petr Stochl zählte damals zu seinen Teamkameraden. Die erste schwere Verletzung in seiner Laufbahn hatte Langhans während seiner Berliner Zeit. Im Frühling 2008 erlitt er einen Kreuzbandanriss im rechten Knie.

Erst einige Jahre später machte dem Hünen zunehmend dann das linke Knie arg zu schaffen. „Ich habe jetzt überhaupt keine Schmerzen mehr“, stellt Langhans zufrieden fest. Die Zeit, die er für die Arbeit mit MT-Physiotherapeutin Jenny Bajerke nutzte, hat sich gelohnt. Er erzählt: So oft wie er nach Kassel zu Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch musste, kenne er nun fast jeden Winkel in dessen Praxisräumen.

Wenn sich Langhans jetzt beim wöchentlichen Videostudium mit Melsungens Trainer Heiko Grimm in Aktion sieht, fällt ihm selbst auf, dass er noch nicht wieder ganz der Alte ist. „Ich bin noch nicht wieder so dynamisch“, sagt der Linkshänder, „es wirkt bisweilen etwas verrückt.“

Zu seiner Zukunft möchte sich der Rückraummann, der nebenbei an der Fern-Uni in Wismar im sechsten Semester Sportmanagement studiert, aktuell nicht äußern. Kein Wunder, er besitzt offiziell noch ein Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2019. Allerdings hat die MT für die nächste Serie zwei weitere Halbrechte unter Vertrag: Routinier Michael Müller und den dänischen Neuzugang Simon Birkefeldt (zurzeit noch Holstebro).

Gegen Berlin wird der Mann mit dem Zopf Gelegenheit bekommen, Kapitän Müller zu entlasten und seine Qualitäten gegen den frischgebackenen Europapokalsieger unter Beweis zu stellen. Dass die Füchse nach dem Triumph von Magdeburg am vergangenen Wochenende jetzt etwas nachlassen, kann sich Langhans nicht vorstellen: „So ein Erfolg kann auch für einen Schub sorgen.“ Zudem mischen die Hauptstädter noch im Kampf um einen Platz in der Königsklasse mit.

Langhans hofft darauf, dass sich sein Team für die 29:32-Hinspielniederlage revanchiert. Damals war er nur Zuschauer – das wird am Sonntag anders sein. So erwartet ihn ein weiterer besonderer Tag.

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