Recken nach 31:30 gegen Göppingen in der Pokal-Endrunde

Hannover-Burgdorf nach Mega-Krimi im Final Four

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Eines seiner zehn Tore: Recken-Linksaußen Casper Mortensen (Burgdorf) zieht nach einem Tempogegenstoß aufs Tor von Göppingens Schlussmann Daniel Rebmann ab. 

Hannover. Nach sechs vergeblichen Anläufen hat Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf erstmals den Einzug ins „Final Four“-Turnier des DHB-Pokals geschafft.

6102 Zuschauer feierten die Recken am Dienstagabend frenetisch nach dem 31:30 (16:12)-Zittersieg gegen Erstliga-Konkurrent FrischAuf Göppingen. Am Sonntag hatten die Hannoveraner das Punktspiel bei den Schwaben nach der ersten enttäuschenden Leistung in dieser bisher so erfreulichen Saison mit 19:30 verloren. Nach dem hauchdünnen Pokal-Erfolg bleibt festzuhalten: Revanche geglückt!

Aber was war das für eine Dramatik in der Tui-Arena! In der Schlussphase schien den Recken der fast schon sichere Sieg aus den Händen zu gleiten. 31:27 hatte das Team um Kapitän und Nationalspieler Kai Häfner fünf Minuten vor Schluss geführt. Dann machte es sich die Mannschaft vom spanischen Coach Carlos Ortega selbst schwer: Der russische Rekonvaleszent Pavel Atman kassierte ebenso wie der wieder starke dänische Spielmacher Morten Olsen eine Zeitstrafe.

Hier gibt es alle Infos zum Final Four Pokal-Halbfinale in Hamburg.

Letzten Angriff verdaddelt

Göppingens Coach Dr. Rolf Brack, der das Pokalduell nach dem Liga-Sieg noch mit markigen Sprüchen angeheizt hatte, nahm seinen Torhüter vom Feld, sodass FrischAuf den letzten Angriff mit Sieben gegen Fünf spielte. Vergebens, die Schwaben verdaddelten ihn kläglich, verpassten den Ausgleich. „Ein Coaching-Fehler von mir“, gestand Brack.

Den Recken war’s völlig wurscht – sie starteten eine Jubel-Arie wie noch nie. Die Fans feierten Hannovers Handball-Helden mit stehenden Ovationen und donnernden „Recken, Recken“-Sprechchören, die es nie zuvor gab. „Wir haben Geschichte geschrieben“, strahlte Toptorschütze Casper Mortensen bis über beide Ohren. Am Sonntag in Göppingen war der dänische Olympiasieger (Platz zwei in der Bundesliga-Torschützenliste) noch erfolglos geblieben – im Pokal hielt er sich mit zehn Treffern schadlos.

„Die Endrunde ist eine Riesen-Sache für den Klub“, jubelte Häfner. „Wir haben es aber unnötig eng gemacht.“ Überwältig war auch Rechtsaußen Timo Kastening: „Unbeschreiblich! Das Final Four ist doch das, wo jeder Handballer hin will. Für das bittere Viertelfinal-Aus vor einem Jahr in Leipzig haben wir uns jetzt rehabilitiert.“

Erfahrung mit der Endrunde

„Da war viel Leidenschaft und Emotion im Spiel“, meinte Recken-Trainer Ortega, der vom spannenden Verlauf sichtlich gezeichnet war, obwohl er in Barcelona schon viele Titel sammelte. „Das war ein guter Fight. Die Zuschauer haben uns den Schwung zum Sieg gegeben“, musste auch TSV-Geschäftsführer Benjamin Chatton erstmal wieder runterkommen. „Hannover hat am Maximum gespielt“, befand Gästecoach Brack.

Obwohl erstmals im Final Four, haben mehrere Recken schon Erfahrung damit. Kreisläufer Ilija Brozovic ist mit Kiel sogar amtierender Pokal-Champion. Auch Torge Johannsen (mit Flensburg) und Abwehrchef Sven-Sören Christophersen (mit Berlin mit Recken-Co-Trainer Iker Romero) haben den Titel schon gewonnen. Allein Kai Häfner hat keine guten Erinnerungen: 2011 verlor er im Halbfinale gegen Kiel. Sein Klub damals: FrischAuf Göppingen. (haz/gsd-nh)

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