Handball-Bundesliga

Die Recken: Der ungeahnte Höhenflug von Hannover-Burgdorf

+
Nummer eins der Torschützenliste: Hannover-Burgdorfs Casper Mortensen. 

Hannover. „Oh, wie ist das schön“, sangen 9163 Zuschauer jüngst in der Tui-Arena nach dem 28:27-Sieg des TSV Hannover-Burgdorf gegen den THW Kiel.

Zum dritten Mal in dieser Saison hatte das Team des spanischen Trainers Carlos Ortega den Rekordmeister bezwungen, was viele Spieler selbst kaum fassen konnten – fast ungläubiges Staunen über sich selbst. Die Recken rocken die Handball-Bundesliga, Platz eins zumindest bis Donnerstag Abend.

Hannovers Serien

Die Recken sind zu Serien-Monstern geworden. Vergangene Saison vergeigten sie nach dem Weihnachtssieg die weiteren 16 Rückrundenpartien: 14 Pleiten, zwei Remis, Trainer Jens Bürkle musste gehen. Jetzt ist die TSV seit dem 29:31 am 5. Oktober in Kassel gegen Melsungen ungeschlagen.

Hannovers Trainer

Antonio Carlos Ortega (45) hat die Recken wieder flott gemacht. Zusammen mit Co-Trainer Iker Romero (vier Jahre Berlin) setzt er auf die spanische Handball-Schule. Ortega, mit Titeln hochdekoriert als Spieler und Trainer, forciert das Kreisläufer-Spiel und lässt eine knallharte Abwehr spielen. Amtssprache ist englisch.

Hannovers Team

„Wir haben diese Saison eine geile Mannschaft.“ Diese Aussage machte nach dem Kiel-Sieg eigentlich jeder Spieler. Es passt einfach. Im Tor ergänzen sich Martin Ziemer und Malte Semisch hervorragend. In der Deckung machen Sven-Sören Christophersen und wahlweise Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic die Mitte dicht. Vorn glänzt dieses Duo am Kreis, für diese Position waren Pevnov (aus Gummersbach) und der Kroaten-Kracher (zuvor Kiel, Hamburg) absolute Glücksgriffe. 

Die Stars sind aber nicht etwa Dänen-Olympiasieger Morten Olsen oder Nationalspieler und Kapitän Kai Häfner, sondern Linksaußen Casper Mortensen. Der „Dänen-Blitz“ führt die HBL-Torschützenliste an (158/72 Tore) an, trifft so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk.

Hannovers Aussichten

Sind gut. Auch wenn vor allem Geschäftsführer Benjamin Chatton den Ball flach hält. Das Thema „Europa“ wird klein geredet, dabei ist der EHF-Cup auf jeden Fall drin. Der hatte schon 2013/14 Spaß gemacht, auch wenn man erfolglos blieb. Das Team 2018/19 steht schon bis auf den isländischen Rückraum-Rechten Runar Karason (geht) und Rechtsaußen Torge Johannsen (verhandelt noch). Für Semisch (nach Berlin) kommt Urban Lesjak - siehe auch unseren Handball-Tranferticker.

Der DHB-Pokal

Jetzt steht der Doppel-Auftritt gegen Göppingen an: Sonntag um Punkte auswärts, am Dienstag zu Hause im Pokal-Viertelfinale. Mit einem Sieg will sich die TSV einen Traum erfüllen: erstmalige Final-Four-Teilnahme in Hamburg (5./6. Mai). In dieser Saison ist den Recken alles zuzutrauen.

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der Handball-Bundesliga.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.