Schnellcheck des letzten Hauptrundenspiels

Handballer verlieren 27:31 gegen Spanien: Der Titelverteidiger ist raus

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Enttäuschung nach Abpfiff: Tobias Reichmann nach der deutschen Niederlage gegen Spanien.

Kassel. Aus und vorbei. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Kroatien das entscheidende Spiel gegen Spanien 27:31 (13:14) verloren.

Damit verpasst das Team von Bundestrainer Prokop das Halbfinale der EM. Nur ein Sieg hätte zum Weiterkommen gereicht. Unser Schnellcheck:

Was bleibt vom letzten deutschen Turnierspiel?

Varazdin, der Hauptrundenspielort der deutschen Mannschaft, war im 18. Jahrhundert vorübergehend die Hauptstadt Kroatiens. Als Party-Metropole für deutsche Fans wird Varazdin nicht in die Geschichte eingehen. Das Team des Europameisters fand recht ordentlich in die Begegnung, war aber insgesamt nicht konstant genug, um die Spanier in Gefahr zu bringen. Am Ende herrschte große Enttäuschung - auf der deutschen Bank und bei den vielen Fans.

Was bedeutet die Niederlage für den weiteren Turnierverlauf?

Für die Jungs von Bundestrainer Christian Prokop ist die Handball-Europameisterschaft in Kroatien beendet. Das Spiel um Platz fünf erreichten aus der deutschen Gruppe überraschend die Tschechen. Eine Sensation gab es auch parallel: Die Kroaten, der Turnier-Gastgeber, verpassten ebenfalls die Vorschlussrunde. Dafür kamen die Schweden weiter. Sie treffen nun auf Dänemark, die Spanier müssen gegen Frankreich ran.

Wie war die Neuauflage des EM-Endspiels von 2016?

Umkämpfter als das Finale vor zwei Jahren, in dem die DHB-Auswahl 24:17 triumphiert hatte. Beide Mannschaften waren taktisch gut eingestellt. Das deutsche Team operierte mit einer 6:0-Formation, der Gegner mit wechselnden Abwehrsystemen. Auf beiden Seiten schafften es die Deckungsreihen, den Kontrahenten ein gutes Stück vom Strafraum fernzuhalten. Wenn doch einmal ein Ball durchkam, zeichneten sich die Torhüter aus. Andreas Wolff stand dabei seinen iberischen Widersachern Gonzalo Perez und Rodrigo Corrales kaum nach. Anfangs lag der Europameister immer mit einem Tor vorn, dann hatte der Gegner um seinen bulligen Kreisläufer Julen Aginagalde leichte Vorteile. Bemerkenswert: Beide Teams schlugen ein hohes Tempo an und gingen konsequent in den Gegenstoß. Zudem übten Julius Kühn und Philipp Weber viel Druck aus dem Rückraum aus. Weber markierte auch das 13:14 kurz vor dem Wechsel.

Es war klar: Das deutsche Team muss zulegen. Ein Sieg mit einem Treffer Vorsprung würde ja reichen. Das Spiel wurde etwas hektischer. Die Fehlerzahl im Spiel der DHB-Auswahl nahm zu - ein gefundenes Fressen für die erfahrenen Spanier, die sich bis zur 41. Minute auf 19:15 absetzten. Prokop reagierte, brachte den Berliner Steffen Fäth. Doch es brachte nichts. Die Verantwortung wurde in schöner Regelmäßigkeit weitergegeben. Dreimal in Folge traf der Vize-Europameister von der iberischen Halbinsel ins verwaiste deutsche Tor - 15:22 (42.). Ferran Sole gelang sogar das 23:15. Zehn Minuten blieb das DHB-Team ohne eigenen Torerfolg.

Erst Kai Häfner fasste sich wieder mit Erfolg ein Herz - drei Tore in Serie zum 18:23. Doch mit Daniel Sarmientos Treffer zum 26:19 war eine Vorentscheidung gefallen (50.). Auch wenn der Titelverteidiger bis zum Schluss um seine Chance kämpfte.

Wer war der Mann des Abends?

Den einen überragenden Spieler gab es nicht. Aber das spanische Kollektiv verdient größte Anerkennung.

Wie war die TV-Übertragung im ZDF?

Besondere Spiele erfordern eine besondere Einstimmung. Das ZDF spielte gleich mal ein, wie sehr andere prominente Sportler wie Toni Kroos und Per Mertesacker den Bad Boys die Daumen drückten. Kommentator Christoph Hamm hatte einen Versprecher. Einmal sprach er von Franzosen anstatt von Spaniern. Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Ein Duell mit Frankreich wird es bei diesem Turnier nicht geben.

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