31:30 gegen Europameister Spanien 

Handball-WM: Deutschland holt Gruppensieg - Halbfinale gegen Norwegen 

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Erfolgreiches WM-Debüt: Der nachnominierte Tim Suton bejubelt einen seiner vier Treffer gegen Spanien. 

Jetzt gegen Norwegen. Die Handball-Nationalmannschaft bekommt es am Freitag in der Barclaycard-Arena in Hamburg im Halbfinale der Heim-Weltmeisterschaft mit dem Team aus Skandinavien zu tun.

Auch das letzte nahezu bedeutungslose Hauptrundenspiel gegen Europameister Spanien war ein Erfolg. Nach 60 kurzweiligen Minuten stand es 31:30 (17:16). Und die Norweger belegten in der Gruppe 2 hinter Dänemark den zweiten Rang.

Schon vor dem Spiel sah es gut für einen deutschen Gruppensieg aus, weil die bis dahin punktgleichen und ebenfalls bereits für die Vorschlussrunde qualifizierten Franzosen gegen Kroatien 20:23 verloren. So durfte sich das Team des Deutschen Handballbundes (DHB) sogar eine Niederlage mit maximal sieben Treffern Differenz erlauben.

Handball WM 2019: Christian Prokop schonte zunächst nur Hendrik Pekeler

Doch dies schien für die Mannschaft keine wirkliche Option zu sein: Bundestrainer Christian Prokop schonte zunächst nur Hendrik Pekeler. Für ihn begann Melsungens Finn Lemke. So ging seine Mannschaft couragiert und engagiert die Begegnung an. Paul Drux markierte das 3:1. Der Berliner hat zurzeit einen Lauf. Sein einziger Fehler in den vergangenen Tagen: Er hatte am Dienstag den Sieg von Leila Lowfire beim Dschungelcamp vorhergesagt – abends flog sie raus.

Regisseur Martin Strobel stand den Hausherren wegen des in der Partie gegen Kroatien erlittenen Kreuzbandrisses nicht mehr zur Verfügung. Sein Trikot blieb aber nicht im Schrank. Im Gegenteil: Die DHB-Oberen wie Vizepräsident Bob Hanning und Sportvorstand Axel Kromer erschienen in der Kölner Arena im Trikot mit der Nummer 19 – Strobels Nummer.

Nach zwölf Minuten durfte der nachnominierte Tim Suton ran. Und der Mann vom TBV Lemgo brauchte nicht einmal 120 Sekunden, um sein erstes WM-Tor zu erzielen: 8:7.

Es war spürbar, dass sich der Gastgeber mit einem guten Gefühl Richtung Halbfinal-Spielort Hamburg verabschieden wollte. Im Angriff kam das Team mit viel Schwung, in der Abwehr wurde allerdings nicht mehr so entschlossen zugepackt – das Verletzungsrisiko fest im Blick. So hatte die Partie teilweise eher den Charakter einer Dschungelprüfung: unterhaltsam für die 19 250 Zuschauer, aber auch nicht wirklich spannend. Das deutsche Team kassierte im ersten Durchgang 16 Gegentreffer – so viele musste die DHB-Auswahl noch bei keinem der vorangegangenen sieben WM-Spiele hinnehmen.

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Prokop wechselte nach der Pause kräftig durch. Dennoch bekam der Favorit die Begegnung immer besser unter Kontrolle. Die Deutschen hatten ja auch noch eine Rechnung mit den Iberern offen. Genau heute vor einem Jahr war das DHB-Team gegen den späteren Europameister ausgeschieden.

Lemke markierte das 22:19, Suton besorgte das 23:19 – und auf den Halbpositionen drehten die beiden Hannoveraner Fabian Böhm und Kai Häfner auf. Die Zuschauer dankten es der Mannschaft mit nicht enden wollendem „Oh, oh, oh, oh-yeah-oh“ – eine Liedpassage aus einem Hit der Kölner Karnevalsband Brings.

Nun hatte nicht nur Silvio Heinevetter im deutschen Kasten einige gute Szenen, auch der Bundesliga-Toptorjäger Matthias Musche zeichnete sich aus: weiter Ball Fabian Wiede, entschlossener Abschluss Linksaußen Musche – 27:23 (49.).

In der Schlussphase verkürzten die Spanier noch einmal den Rückstand auf ein Tor (27:28, 55.). Doch nun machten die Deutschen noch einmal das, was sie bis ins Halbfinale katapultiert hat: Sie standen sicher in der Abwehr. Das vorentscheidende Tor erzielte Jannik Kohlbacher (31:29, 60.). So blieb das Team auch im achten Turnierspiel ungeschlagen.

Hier gibt es den Ticker zum Spiel gegen Spanien zum Nachlesen

Deutschland - Spanien 31:30 (17:16) Deutschland: Wolff, Heinevetter - Böhm (5), Suton (4), Kohlbacher (4), Häfner (3), Musche (3/1), Drux (2), Gensheimer (2), Groetzki (2), Wiede (2), Wiencek (2), Pekeler (1), Lemke (1), Fäth, Weinhold  Spanien:Corrales, Perez de Vargas - Sole (8/5), A. Duschebajew (6), Fernandez (5), Guardiola (2), Aguinagalde (2), Entrerrios (2), D. Duschebajew (2), Goni (1), Figueras (1), Gomez (1) SR: Kurtagic/Wetterwik (Schweden) Z:19 250 (ausverkauft) Zeitstrafen:3:3 Siebenmeter: 1/1:5/5

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