22:21-Sieg gegen Kroatien

Wahnsinn bei Handball-WM: Deutschland ist im Halbfinale

Außer Rand und Band: die beiden deutschen Spieler Fabian Wiede (rechts) und Uwe Gensheimer.
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Außer Rand und Band: die beiden deutschen Spieler Fabian Wiede (rechts) und Uwe Gensheimer.

Um 22.07 Uhr war es geschafft: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bereits vor dem abschließenden WM-Gruppenspiel am Mittwoch gegen Spanien das Halbfinale bei der WM erreicht.

Nach einem 22:21 (11:11) gegen Kroatien ist der Gastgeber nicht mehr von einem der besten Plätze zu verdrängen. Ein letzter Freiwurf der Kroaten von der Mittellinie ging über den deutschen Kasten.

Die Gäste hatten vor dem Kräftemessen mit Deutschland nicht nur eine 26:29-Pleite gegen Brasilien zu verkraften, sondern auch den Ausfall des spielstarken Luka Cindric (Beinverletzung). „Die Niederlage macht die Kroaten eher noch heißer, noch gefährlicher“, mutmaßte Handball-Experte Stefan Kretzschmar vor dem Anwurf. Und er sollte Recht behalten: Vor 19 250 Zuschauern in der ausverkauften Arena ging der Weltmeister von 2003 erst mal 3:1 in Führung.

Handball WM 2019: Martin Strobel nach Foul raus

Es waren schnell die Tugenden Kampf und Leidenschaft gefragt. Umso mehr, als die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) früh einen bitteren Ausfall wegstecken musste: Regisseur Martin Strobel schied nach einem Allerweltsfoul aus – er musste mit Verdacht auf Innenbandriss im Knie ins Krankenhaus gebracht werden. Und einige Zeitstrafen trugen nicht gerade dazu bei, dass die deutsche Mannschaft Sicherheit in ihr Spiel bekam.

Doch die Abwehr in Verbindung mit Torwart Andreas Wolff stemmte sich mit Vehemenz dem kroatischen Angriff um Kiels Superstar Domagoj Duvnjak entgegen. Zwar hatten die Zuschauer für Sitzplätze bezahlt, aber schon in der Frühphase der Begegnung haben nur noch die wenigsten in der Halle gesessen. Erst Recht nachdem Hendrik Pekeler einen Querpass des Kontrahenten abfing und auf 8:7 stellte (21.) – erst die zweite Führung der Heimmannschaft am Abend.

Handball WM 2019: Alle Ergebnisse in der Übersicht

Die Deutschen bereiteten ihrem Gegner mit einer aggressiven Deckung zunehmend Probleme. Dies schlug sich auch in einer Führung nieder – Patrick Wiencek ins leere Tor zum 10:8 (26.). Es entwickelte sich eine intensive Auseinandersetzung – zur Pause zeichnete sich noch kein Trend ab.

Handball WM 2019: Deutschland machte gegen Kroatien guten Eindruck

Allerdings waren die Voraussetzungen für den Gastgeber nicht die günstigsten. Strobel raus – und Pekeler und Patrick Groetzki schon mit zwei Zwei-Minuten-Strafen belastet. Es mussten andere in die Bresche springen, und Fabian Böhm machte seinem Ruf als Krieger gleich mal alle Ehre (13:12). Da mochte sein Vereinskamerad aus Hannover, Kai Häfner, nicht nachstehen: 16:14 (43.).

Optisch machte Deutschland den besseren, den spritzigeren Eindruck. Dazu hatte das Team auch das Glück des Tüchtigen – wie bei Fabian Wiedes leicht abgefälschtem Wurf zum 18:15 (46.). Bundestrainer Christian Prokop setzte auf die Karte Breite im Kader. Während der WM war dies in einigen Duellen das Pfund, mit dem die DHB-Auswahl wuchern konnte. Und gegen Kroatien?

Blieb es das erwartete enge Duell, weil die Kroaten in Schlussmann Marin Sego einen guten Keeper hatten, der den Deutschen einige freie Bälle wegnahm. Vier Treffer warfen die Gäste in Folge – sie wandelten den Rückstand in eine 19:18-Führung um. Jetzt waren auch die „Hrvatska, Hrvatska“-Rufe der vielen kroatischen Fans wieder deutlicher zu vernehmen.

Die Mannschaften schickten die Zuschauer durch ein Wechselbad der Gefühle. Wer am Montagabend zum ersten Mal bei einem Länderspiel war, wird garantiert wieder kommen. Nach dem 21:20 durch Pekeler verstanden die Besucher allerdings ihr eigenes Wort nicht mehr. Und als Kapitän Uwe Gensheimer zum 22:20 nachlegte (60.), drohten einige Tribünen unter dem deutschen Handball-Wahnsinn zusammenbrechen.

Zum Nachlesen: Unser Handball-WM-Ticker - Deutschland zieht im Krimi gegen Kroatien ins Halbfinale ein

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