Kai Häfner über den WM-Test in Kassel und das Jahr 2016

Interview mit Handball-Nationalspieler: „Das wird ein geiles Länderspiel“

Freut sich auf die Partie in Kassel: Kai Häfner. Foto:  dpa

Kassel. Es ist der letzte Härtetest vor der Handball-Weltmeisterschaft: Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es am Montag in Kassel mit der Auswahl Österreichs zu tun.

„Die Zuschauer brennen auf diese Partie, das wird ein geiles Spiel“, erklärt Rückraumschütze Kai Häfner. Wir haben mit dem Profi von der TSV Hannover-Burgdorf aber auch über seine Beziehung zu Kassel, die WM und das abgelaufene Handball-Jahr gesprochen.

Herr Häfner, wie abergläubisch sind Sie? 

Kai Häfner: Ein bisschen schon. Jeder Spieler hat ja so seine kleinen Ticks. Welchen Schuh ziehst du vor dem Spiel zuerst an – solche Sachen eben.

Dann gefällt Ihnen bestimmt die Tatsache, dass die deutsche Mannschaft auch vor einem Jahr in der Rothenbach-Halle in Kassel war – kurz vor dem EM-Triumph in Polen. 

Häfner: Ach stimmt ja, gegen Island. Also ich hätte nichts dagegen, wenn wir nun ein ähnlich erfolgreiches Turnier folgen lassen.

Auch aus vielen Bundesliga-Spielen gegen die MT Melsungen kennen Sie die Atmosphäre in Kassel. Wie erleben Sie die Stimmung dort? 

Übertragen wird die Partie aus der Rotehnbach-Halle ab 19 Uhr bei Sky Sport News HD

Häfner: Es ist natürlich etwas Anderes, wenn du mit der Nationalmannschaft in einer Halle antrittst, in der du sonst als Gegner begrüßt wirst. Da ist der Empfang viel herzlicher. Kassel hat auf jeden Fall ein tolles Publikum. Ich habe mir schon sagen lassen, dass die Halle ausverkauft sein wird. Das zeigt doch einfach: Die Zuschauer brennen auf diese Partie, das wird ein geiles Spiel.

Welche Beziehung haben Sie zu Kassel? 

Häfner: In erster Linie kenne ich die Stadt durch die Autobahn A 7, die daran vorbei führt. Wenn ich aus meiner schwäbischen Heimat zurück nach Hannover fahre, dann weiß ich immer schon bei Kassel: In anderthalb Stunden bin ich da. Von Kassel selbst habe ich bis auf die Halle noch nichts gesehen.

Welchen Stellenwert hat die Begegnung an der Fulda? 

Häfner: Die Partie hat große Bedeutung. Es ist der letzte WM-Test. Wir haben bis zum Auftaktspiel gegen Ungarn nicht viel Zeit. Da gilt es, jede Minute gut zu nutzen. Noch dazu wird sich gegen die Österreicher zeigen, woran wir noch feilen müssen.

Wie weit ist die Mannschaft auf dem Weg Richtung Frankreich? 

Häfner: Wir sind auf einem guten Weg. Es ist allerdings noch in allen Bereichen Luft nach oben. Beim siegreichen Test gegen Rumänien wurde deutlich, dass der Spielfluss ein wenig fehlt. Für den Auftritt in Kassel bin ich zuversichtlich, dass unser Spiel dann schon besser funktioniert.

Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat gegen Rumänien im Rückraum schon früh viel gewechselt. Aus Ihrer Sicht ein taktisches Mittel für die WM? 

Häfner: Unser Team zeichnet aus, dass wir Ausfälle gut wegstecken können. Wir leben nicht von einem großen Star, sondern von unserer Ausgeglichenheit. Egal, wer spielt, jeder bringt sich voll ein. Das macht uns für jeden Gegner schwer ausrechenbar. Dass Dagur bei der WM alle fünf Minuten wechselt, glaube ich aber nicht.

Wie schätzen Sie den Gegner Österreich ein? 

Häfner: Sehr, sehr stark. Einige Spieler kennen wir ja aus der Bundesliga. Das wird eine echte Bewährungsprobe für uns. Die Österreicher sind der ideale Gegner, um noch das eine oder andere vor der Weltmeisterschaft auszuprobieren.

Die Erstliga-Saison ist erst seit ein paar Tagen in der Pause, und es geht für Sie weiter Schlag auf Schlag. Hatten Sie überhaupt einmal Gelegenheit, das Jahr 2016 Revue passieren zu lassen? 

Häfner: Nicht wirklich. Wir hatten ja nur zu Silvester zwei Tage frei. Für mich war es aber ein durch und durch positives Jahr. Mit Hochzeit und Olympia-Bronze im Sommer sowie EM-Gold im Winter.

Sie haben sich im Frühling auch die Mittelhand gebrochen. 

Häfner: Das ist nun mal Teil dieses harten Geschäfts.

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