Deutsche Lacrosse-Meisterschaft in Baunatal

Harte Checks und ein roter Ball

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Es geht schwungvoll zur Sache: Die Spieler von Rot-Weiss München (vorn) behaupten im Finale den Ball gegen einen Kölner Kontrahenten. Letztlich unterlagen sie und die Rheinländer holte n die Deutsche Meisterschaft. 

Dynamisch, schnell, mitreißend: Der Sportkomplex Baunatal war Austragungsort der Deutschen Meisterschaft im Indoor-Lacrosse. Sowohl bei Damen als auch Herren wurde im Final-Four der nationale Titelträger ermittelt. Wir waren vor Ort.

 Dynamisch, schnell, mitreißend: Der Sportkomplex in Baunatal war am Wochenende Austragungsort der Deutschen Meisterschaft im Indoor-Lacrosse. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren wurde dort in einem Final-Four der Deutsche Meister ermittelt. Wir waren vor Ort.

Schweißgeruch liegt in der Luft. Zwei goldglänzende Pokale stehen auf einem kleinen Podest, neben ihnen liegen zahlreiche Medaillen. In der Halle verteilt liegen zahlreiche Sporttaschen herum. Das hat ein bisschen was von Zeltlagerstimmung. Schützer, Helme und Lacrosseschläger soweit das Auge reicht. Die kleine Tribüne ist gut besetzt, die Zuschauer sorgen für eine ausgelassene Atmosphäre.

Gerade läuft das Finale der Damen. Der DHC Hannover spielt gegen den HLC Rot-Weiss München. Bei den Damen ist es die erste Deutsche Meisterschaft im Indoor-Lacrosse überhaupt. Und Spannung kommt nicht wirklich auf. Die Münchenerinnen dominieren. Und wie. Mit 5:0 führen sie nach dem ersten Viertel. Am Ende könnte das Ergebnis deutlicher kaum ausfallen. 14:3 endet das Finale. Die Damen aus der bayrischen Landeshauptstadt sind deutscher Meister.

Aber wie kommt es eigentlich dazu, dass sie ausgerechnet in Baunatal den Meisterpokal entgegennehmen? Kathrin Heidrich, die das Organisations-Team von Ausrichter Kassel Raccoons leitet, klärt auf: „Wir haben eine Anfrage vom Deutschen Lacrosse Verband erhalten und uns entschieden, das zu veranstalten. Es besteht schon länger ein Sportstätten-Problem im Lacrosse, geeignete Hallen sind selten.“

Heidrich spielt bei den Raccoons selbst Lacrosse. Sie ist von dieser Sportart begeistert. Allerdings hätte sie nicht unbedingt gedacht, mit welch einem aufwendigen Verwaltungsakt die Ausrichtung der deutschen Meisterschaft verbunden ist.

Gleich steht das Finale der Herren an. Die Teams machen sich bereits warm. Die Torhüter stehen unter Dauerbeschuss. Simon Krause, Sportwart vom Landesverband Indoor-Lacrosse, erwartet ein enges und spannendes Duell: „Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig. Wobei ich leichte Vorteile bei den Kölnern sehe.“ Im Herren-Finale stehen sich die SG Bonn/Köln und der HLS Rot-Weiß München gegenüber. Es besteht also die Chance, dass nach dem eindrucksvollen Sieg der Damen beide Pokale nach München gehen.

Und es geht auch gleich vielversprechend los für den HLS. 55 Sekunden sind gespielt, da klingelt es bereits im gegnerischen Tor. Unfassbar schnell geht es auf dem Spielfeld zu. Zudem bereitet es große Mühe, den kleinen roten Ball nicht aus den Augen zu verlieren.

Es wirkt nahezu mühelos, wie sich die Akteure den Ball zuspielen. Und eines sei gesagt: Beide Teams, die übrigens einige Nationalspieler in ihren Reihen haben, gehen nicht gerade zimperlich miteinander um. Mit teilweise richtig harten Checks wird der Gegenspieler in die Bande geschickt. Hier geht es schon ordentlich zur Sache. Von Theatralik keine Spur.

München führt nach dem ersten Viertel 5:2. Das sieht doch tatsächlich nach einem Doppelsieg des HLC aus. Aber Pustekuchen. Im zweiten Viertel dreht die SG Bonn/Köln so richtig auf. 6:1 heißt es, 8:6 steht es zur Halbzeit. Diese Führung gibt die SG letztlich nicht mehr aus der Hand. 14:10 endet das Herren-Finale. Und Krause sollte mit seinem Tipp schließlich recht behalten.

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