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CSC 03 Kassel gewinnt verrücktes Viertelfinale im Fußball-Kreispokal gegen KSV Baunatal

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Von: Horst Schmidt

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Ball im Blick: Baunatals Mounir Boukhoutta (links) gegen Kassels Nico Schrader.
Ball im Blick: Baunatals Mounir Boukhoutta (links) gegen Kassels Nico Schrader. © Andreas Fischer

Dramatik pur im Viertelfinale des Kreispokals: Elfmeterschießen, späte Tore und sogar ein Torwart-Treffer – diese Fußball-Partie hatte alles, was ein K.o.-Spiel ausmacht. Am Ende gab es auch noch eine Überraschung: Der Verbandsligist CSC 03 Kassel besiegte den Hessenligisten KSV Baunatal mit 9:8 (2:2, 3:3) nach Elfmeterschießen und zog ins Halbfinale ein.

Die Verlängerung und das Elfmeterschießen sahen aber nur noch wenige Zuschauer. Der Großteil der Besucher hatte den Kunstrasenplatz auf den Waldauer Wiesen kurz vor der 90. Minute verlassen. Denn zu diesem Zeitpunkt führten die Rothosen 2:0, sahen wie der sichere Sieger aus. Doch dann gab Baunatals Torhüter Kim Sippel der Partie eine Wende: Bei einem Eckball war er mit nach vorn gegangen und köpfte die Flanke von Patrick Krengel zum 1:2 über die Torlinie (90.). „Es ist nicht das erste Mal, dass ich als Torhüter einen Treffer erzielen konnte“, sagt Sippel. „Leider hat es am Ende nicht zum Sieg gereicht.“ Zunächst jubelten aber noch mal die Baunataler, denn nur zwei Minuten später flankte wieder Krengel, diesmal traf Joker Jonas Springer zum 2:2.

Zuvor waren beide Teams ersatzgeschwächt in die Begegnung gegangen. Bei den Gastgebern stand die gesamte Abwehrreihe der Hinrunde nicht zur Verfügung, bei den Baunatalern fehlten neben den Verletzten noch fünf Akteure wegen Corona. Dennoch entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie auf Augenhöhe. Für den ersten Höhepunkt sorgte der CSC: Ein langes Anspiel vollendete Toni Lecke aus 16 Metern ins linke untere Eck zur 1:0-Führung (13.). Nachdem Krengel innerhalb von zwei Minuten zwei Freistoßmöglichkeiten ausließ (24., 25.), fiel kurz darauf das 2:0. Beim schönsten Angriff der Partie spielten sich Tim Bode und Nico Schrader über links durch, Bode passte auf Enis Salkovic, der unhaltbar aus zehn Metern zum 2:0 traf (27.). Mehr als zwei weitere Chancen nach Freistößen hatten die Gäste zunächst nicht zu bieten.

Nach der Pause bot sich den Zuschauern weiter ein ausgeglichenes Spiel. Salkovic hätte die Partie mit einem Freistoß fast entschieden, scheiterte aber an der Latte (67.). Nach einigen taktischen Umstellungen von KSV-Trainer Tobias Nebe kam der Hessenligist in den letzten 20 Minuten besser ins Spiel – und sorgte mit dem Doppelschlag durch Sippel und Springer für die Verlängerung.

In dieser nahmen die Baunataler das Heft in die Hand und erspielten sich eine Reihe guter Chancen. Zunächst aber musste sich Sippel gegen einen Schuss von Jaroslaw Matys mächtig strecken (92.). Auf der Gegenseite verzog Schmeer ganz knapp (93.). CSC-Torhüter Lukas Rudolph musste gegen Hüseyin Cakmak sein ganzes Können aufbieten (95.). Doch nur eine Minute später trafen dann doch die Gäste: Rudolph hielt den Schuss von Cakmak, gegen den Kopfball von Mounir Boukhoutta war er aber machtlos (96.). Mit dem 3:2 hatte der KSV die Partie gedreht. Die beste Chance, um den Sack zuzumachen, hatte Justin Wieczorek, der mit seinem Kopfball an der Latte scheiterte (113.). Alles schien gelaufen, dann gab es in der 120. Minute die nächste Wende in dem verrückten Spiel. Kassels Armond Fetahi flankte, der Ex-Baunataler David Simoneit war zur Stelle und markierte das 3:3.

Es folgte das Elfmeterschießen. Zunächst trafen alle Schützen. Dann scheiterte Baunatals Niklas Künzel an Rudolph – und Fetahi entschied die Partie mit dem 9:8 für den CSC. „Obwohl wir verloren haben, bin ich nicht unzufrieden, weil meine Mannschaft Moral gezeigt hat“, sagt Nebe. „Der Sieg ist am Ende zwar glücklich, doch über die gesamte Spielzeit gesehen nicht unverdient“, lautete das Fazit von CSC-Coach Lothar Alexi.

Das zweite für dieses Wochenende angesetzte Viertelfinale zwischen dem Tuspo Rengershausen und der TSG Sandershausen fiel aus, da die Plätze in Baunatal gesperrt waren. (Horst Schmidt)

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