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Eintracht Frankfurt II will in die Fußball-Hessenliga

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Von: Manuel Kopp, Horst Schmidt

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Rückkehr zur neuen Saison: Eintracht Frankfurt will ab Sommer wieder eine zweite Mannschaft haben. In welcher Liga sie spielt, ist noch offen.
Rückkehr zur neuen Saison: Eintracht Frankfurt will ab Sommer wieder eine zweite Mannschaft haben. In welcher Liga sie spielt, ist noch offen. © imago/Jan Huebner

Eintracht Frankfurt will wieder eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb anmelden. Der Fußball-Bundesligist hatte 2014 seine U23 aus finanziellen Gründen zurückgezogen – nun hat ein Umdenken stattgefunden. Die Frage, die sich nun stellt und für viele Diskussionen sorgt: In welche Liga soll die Eintracht II gesetzt werden?

Kassel – Eintracht Frankfurt will wieder eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb anmelden. Der Fußball-Bundesligist hatte 2014 seine U23 aus finanziellen Gründen zurückgezogen – nun hat ein Umdenken stattgefunden. Die Frage, die sich nun stellt und für viele Diskussionen sorgt: In welche Liga soll die Eintracht II gesetzt werden?

Der Antrag

Wenn es nach den Frankfurtern geht, dann gibt es darauf eine klare Antwort: Hessenliga. Zumindest hat die Eintracht die Aufnahme der zweiten Mannschaft in diese Spielklasse beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) zur kommenden Saison beantragt, wie der Verein in einer Mitteilung bekannt gab. Sportvorstand Markus Krösche wird dort wie folgt zitiert: „Für unsere weitere strategische Ausrichtung im Nachwuchsbereich und als Übergang zur Profimannschaft ist es wichtig, einen starken Unterbau zu haben. Wir haben daher beim Hessischen Fußball-Verband einen entsprechenden Antrag gestellt und hoffen, zur neuen Saison in der Hessenliga spielen zu können.“

Während neugegründete Vereine in der untersten Spielklasse anfangen müssen, können untere Mannschaften eines Profiklubs oder eines Vereins mit einem A-Jugend-Bundesligisten von einem neuen Passus im Paragrafen 21 der HFV-Spielordnung profitieren. Dieser gilt ab 1. Juli – also zur neuen Saison. „Beim letzten Verbandstag wurde beschlossen, dass zweite Mannschaften von Lizenzvereinen (1., 2. Bundesliga oder 3. Liga; Anm. Red.) oder von Klubs mit einem A-Jugend-Bundesligisten auch in der Gruppen-, Verbands- oder Hessenliga gesetzt werden können. Über einen Antrag entscheidet der Verbandsspielausschuss“, sagt der nordhessische Regionalbeauftragte Matthias Schmelz.

Auf die Eintracht treffen die genannten Fälle zu. Der Klub hofft noch im Februar auf eine Entscheidung des HFV.

Die Reaktionen

Der KSV Baunatal ist der einzige nordhessische Verein in der Hessenliga. Für gestern Abend war ein Austausch der Vereine dieser Liga mit dem HFV geplant. Das Thema: Eintracht II. Vor dem virtuellen Treffen sagte Baunatals Sportlicher Leiter Matthias Kepper zu dem Frankfurter Vorstoß, direkt in die Hessenliga einsteigen zu wollen: „Grundsätzlich bin ich kein Freund davon. Ich verstehe, dass sie nicht in der Kreisober- oder Gruppenliga gesetzt werden, weil sie da alles kaputt schießen. Aber warum muss es gleich die höchste hessische Liga sein? Es gibt viele Verbandsligisten, die seit Jahren versuchen aufzusteigen.“ Genau wie Frankfurt hatten 2018 die Baunataler ihre U23 aufgelöst. Setzt auch beim KSV ein Umdenken ein? „Ich persönlich hätte gern wieder eine zweite Mannschaft, aber aktuell ist im Verein nichts in Planung“, sagt Kepper.

Wie reagieren die nordhessischen Verbandsliga-Topteams auf den Frankfurter Plan? „Ich habe schon damals nicht verstanden, warum die Eintracht das Team zurückgezogen hat“, sagt CSC-03-Coach Lothar Alexi. „Inzwischen hat man wohl gelernt, dass gerade dieses Team wichtig ist, um die Spieler, die aus dem Nachwuchsleistungszentrum kommen, weiter zu entwickeln. Zudem würde doch ein attraktives Team die Liga bereichern.“

Erkan Kilci, Sportlicher Leiter des Lichtenauer FV, sagt: „Es ist eine schwierige Situation für die Teams, die um einen Platz in der Hessenliga kämpfen, wenn ihnen möglicherweise ein solch namhaftes Team vor die Nase gesetzt wird. Allerdings würde die Liga auf der anderen Seite an Attraktivität gewinnen.“

Auch Mario Deppe, Trainer des SSV Sand, befürwortet den Einstieg der Eintracht II in der Hessenliga, betont aber: „Es muss von vornherein feststehen, dass, wenn das Team auf dem Aufstiegsplatz steht, der Zweite mitaufsteigt. Es darf kein anderer benachteiligt werden.“ (Manuel Kopp und Horst Schmidt)

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