Bald wieder Training bei Fußball-Hessenligisten möglich?

KSV Hessen und KSV Baunatal hoffen auf die Kleingruppen

Löwen-Trainer: Tobias Damm
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Löwen-Trainer: Tobias Damm

Der Profi-Fußball darf wieder loslegen, für die höchste hessische Spielklasse gilt das nicht. Spätestens am 16. Mai will sich der Hessische Fußball-Verband (HFV) über das weitere Vorgehen äußern. 

Die beiden heimischen Fußball-Hessenligisten, KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal, werden wahrscheinlich nicht so schnell auf den Platz zurückkehren – zumindest nicht für ein Pflichtspiel.

Das Sportamt Kassel gab gestern noch nichts Konkretes bekannt. Man werde sich an die Leitlinie der hessischen Regierung halten. Denkbar sei die Freigabe der städtischen Freiluftsportanlagen in der kommenden Woche – für kontaktlosen Vereinssport und unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Eingeschränktes Fußball-Training wäre nur dann möglich, wenn es eine Sondergenehmigung für Training in Kleingruppen geben würde. In Niedersachsen dürfen Vereine beispielsweise mit maximal sieben Personen auf den Platz. Wir haben uns bei beiden Vereinen umgehört.

Die Lage beim KSV Hessen Kassel

Den Bundesliga-Neustart bezeichnet Trainer Tobias Damm als schwierig. Auf der einen Seite merke auch er, wie der Fußball in den vergangenen Wochen gefehlt habe – Aktiven wie Zuschauern. „Auf der anderen Seite sind die Vorkehrungen und Maßnahmen, die getroffen werden müssen, fast absurd“, sagt er. Von Geisterspielen halte er ohnehin nichts. „Das sind zwei Mannschaften und ein Ball, aber das ist kein Fußball“, sagt Damm.

Dass die Löwen wieder trainieren könnten, wäre aber wichtig. „Wir müssen langsam wieder aufbauen. Zwei Monate ohne Training haben schon viel gekostet“, sagt der Trainer. Die Einheiten in Kleingruppen mit sieben Leuten würden beim KSV wahrscheinlich mit fünf Spielern, Damm und Co-Trainer Sebastian Busch ablaufen.

Von Geisterspielen ist auch Vorstandsmitglied Jens Rose nicht angetan. „Das ist wie Currywurst ohne Pommes. Wie Bratwurst ohne Bier“, sagt er. Laut Rose soll der Mannschaftsrat tagen, um genau festzulegen, wie das Kleingruppen-Training ablaufen könnte.

Kapitän Frederic Brill fühlt sich zwar auch durch das Individualtraining fit, freut sich aber dennoch, wenn er wieder auf dem Feld stehen kann. Dass die Profifußballer – anders als die Amateure – wieder spielen dürfen, versteht Brill. „Man muss da schon differenzieren. In den ersten beiden Ligen ist es ein Job und keine Freizeit. Klar haben diese Spielklassen eine Sonderstellung. Aber ich glaube nicht, dass Kinder fragen werden, warum die spielen dürfen und sie selbst nicht.“ Der Neustart sei ein gutes Zeichen – auch wenn er durch die Fußballbrille sehe.

Die Lage beim KSV Baunatal

Baunatals Trainer Tobias Nebe

„Wenn es möglich ist, würde ich gern bald wieder in Kleingruppen trainieren“, sagt Trainer Tobias Nebe. „Es wäre für die Spieler wichtig, dass sie sich wiedersehen und hinter den Ball treten.“ Passfolgen, Flanken und Torschüsse, das sei alles im Kleingruppen-Training möglich. Seit der Sperrung der Sportstätten halten sich die Spieler im Lauftraining fit. „Durch das Laufen bleibt man zwar in Form, aber es ist nicht dasselbe wie das Training auf dem Platz“, sagt Kapitän Daniel Borgardt. „Die Sehnsucht nach Fußball ist sehr groß.“ Allerdings sieht er im Kleingruppen-Training ein Problem: „Es wird schwer, das zu managen.“

Nebe hofft zudem auf eine „klare Entscheidung“ des HFV am 16. Mai. „Ich plädiere für einen Saison-Abbruch und wenn möglich den Start der neuen Spielzeit am 1. September. Dann hätten wir Planungssicherheit.“

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