KSV Hessen, Baunatal, Lohfelden und Ederbergland dabei

Die Fußball-Hessenliga legt am Wochenende los

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Endlich geht es los: Nico Schrader und der KSV Baunatal gehen zuversichtlich in die neue Saison in der Fußball-Hessenliga.

Kassel. Zwei Monate Pause, jetzt geht’s wieder rund:  Am Freitag startet die Fußball-Hessenliga in die neue Spielzeit. Der KSV Baunatal eröffnet im Parkstadion gegen den Aufstiegskandidaten SG Barockstadt (19.30 Uhr).

Am Samstag empfängt der FSC Lohfelden Regionalliga-Absteiger KSV Hessen Kassel zum ersten Derby der Saison (15 Uhr).

Es geht also gleich richtig zur Sache, wenn Hessens höchste Liga loslegt. Auch wenn das vierte Team aus der Region – der FC Ederbergland – zunächst spielfrei hat. Mit den neuen Spielgemeinschaften, dem FC Gießen und der SG Barockstadt, hat die Spielklasse zwei finanzstarke Teams, die den Aufstieg anvisieren. Dieses Ziel verfolgt sicherlich auch der KSV Hessen. In Baunatal und Lohfelden gibt es viele neue Gesichter. Ederbergland gibt dagegen klar das Ziel Klassenerhalt aus. Wir blicken wir auf die heimischen Vertreter.

KSV Hessen

Zur Saisoneröffnung im Auestadion kam Zweitligist SC Paderborn. Wenn die Liga am Samstag mit der Partie beim FSC Lohfelden für den KSV Hessen Kassel beginnt, dann erstmals seit zwölf Jahren wieder in der Hessenliga. Nach dem Abstieg wird vieles neu für die Löwen, die Gegner, die Stadien, der Status. Denn eines ist wohl schon jetzt klar: Jedes Team wird dem KSV ein Bein stellen wollen und hoch motiviert in die Partien gehen. Für das Team von Trainer Tobias Cramer heißt es, diesen Kampf anzunehmen – um am Ende oben dabei zu sein.

• Die vergangene Saison:Knapp zusammengefasst, sah das Jahr der Löwen so aus: Die neun Minuspunkte zu Beginn wegen der Insolvenz schnell aufgeholt. Dann ein halbes Jahr nicht gewonnen. Ein 1:4 bei Schott Mainz nach der Winterpause. Alle Hoffnung verloren. Dann fast gar nicht mehr verloren. Auf einmal wieder große Hoffnung. Dann am vorletzten Spieltag doch in Koblenz leer ausgegangen. Hoffnung auf zwei Aufsteiger. Keine Aufsteiger. Abstieg.

Schön durchgestreckt: KSV-Stürmer Sebastian Schmeer dehnt sich vor einem Testspiel in der Vorbereitung. Morgen geht es für seine Löwen mit dem Derby gegen Lohfelden an die neue Aufgabe Hessenliga. Foto: Christian Hedler

• Die Vorbereitung:So blieb dem KSV nichts anderes übrig, als sich in diesem Jahr auf die Hessenliga vorzubereiten. Und das klappte ganz gut. Trainer Tobias Cramer unterschrieb einen neuen Vertrag. Viele Leistungsträger wurden gehalten, auch wenn sich die Stamm-Viererkette verabschiedete. Von allen Testspielen wurde nur eins verloren – eben bei der Saisoneröffnung gegen Paderborn (3:4). Ansonsten gab es Achtungserfolge, wie zum Beispiel beim 1:1 gegen Steinbach, beim 1:0-Sieg gegen Lippstadt, und auch die deutlichen Erfolge gegen unterklassige Gegner brachten Selbstvertrauen.

• Die Ziele:Dass der KSV langfristig zurück in die Regionalliga will, ist kein Geheimnis. Die Verantwortlichen haben aber deutlich gesagt, dass das nicht unbedingt gleich im ersten Jahr klappen muss. Das könnte auch schwierig werden, schaut man auf die Konkurrenz aus Gießen und Fulda-Lehnerz. Nach Informationen dieser Zeitung geht die neue Spielgemeinschaft des FC Gießen mit einem Etat von rund 1,4 Millionen Euro in die Saison. Solche finanziellen Mittel hatte der KSV nicht einmal in der Regionalliga. Trainer Cramer erwartet sein Team aber unter den ersten Fünf. Und wenn seine Mannschaft mal den Rhythmus finde, sei mehr drin, sagt er.

• Das erste Spiel:Viel attraktiver kann eine Saison wohl kaum beginnen: Die Löwen eröffnen morgen gleich mit einem Derby beim FSC Lohfelden (15 Uhr). Von den ersten neun Partien muss der KSV achtmal auswärts ran. Grund ist eine Konzertreihe im Auestadion und ein neuer Rasen, der zunächst anwachsen muss. Coach Cramer will aber nicht jammern und damit gar nicht erst wichtige Energie verschwenden. Im Nordhessenstadion könnte es morgen richtig voll werden. Und es wird sich zeigen, wo die Löwen in diesem Jahr wirklich stehen.

KSV Baunatal

Der KSV Baunatal hat sich vor dieser Saison gezielt verstärkt. Mit zwölf Neuzugängen geht der Fußball-Hessenligist in die Spielzeit und will in der Tabelle wieder einen Schritt nach vorn machen. Los geht es für die VW-Städter bereits heute, wenn die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ab 19.30 Uhr im Parkstadion zu Gast ist.

• Die vergangene Saison: Sehr gerne erinnern sich die Baunataler an den Start in die vergangene Spielzeit zurück. Fünf Spiele, fünf Siege – der KSV erwischte einen optimalen Auftakt und war Tabellenführer – bis zum sechsten Spieltag. Danach pendelte sich die Mannschaft von Trainer Tobias Nebe im Tabellenmittelfeld ein. Am Saisonende hatten die Baunataler 44 Zähler auf dem Konto und waren punktgleich mit dem FSC Lohfelden. Zwar hatte der KSV das bessere Torverhältnis, aber es zählte für die Platzierung der direkte Vergleich und so landete der KSV auf Rang zehn.

• Die Vorbereitung: „Die Vorbereitung lief nicht zu 100 Prozent optimal aufgrund von Verletzten und Urlaubern“, sagt Nebe. „Nichtsdestotrotz haben wir das Beste daraus gemacht, sind jetzt fit und fiebern dem Start entgegen.“ Ein Höhepunkt in der Vorbereitung war das Testspiel gegen den VfL Wolfsburg, das der Bundesligist 7:0 gewann. Wacker schlug sich der KSV bei der 0:1-Niederlage gegen den Regionalligisten SV Lippstadt. In den weiteren Testspielen gegen die Verbandsligisten SV 07 Eschwege (0:0), SV Weidenhausen (3:1) und Tuspo Grebenstein (7:0) blieben die VW-Städter ungeschlagen. Mit Zoran Zeljko präsentierte der KSV kurzfristig einen neuen Torwarttrainer. „Zoran ist ein Glücksgriff, ein Siegertyp. Davon profitiert die gesamte Mannschaft, natürlich ganz besonders unsere Torhüter Pascal Bielert und Luca Graf“, sagt Nebe über den Ex-Profi Zeljko.

• Das Ziel: Die Baunataler wollen in der Tabelle wieder weiter nach vorn. Mit Spielern wie Rolf Sattorov (Halberstadt) und Niklas Künzel kamen Neuzugänge aus der Regionalliga, hinzugesellen sich erfahrene Hessenliga-Spieler und talentierte junge Akteure. Daher geht der KSV zuversichtlich in die Saison und Trainer Nebe gibt den Sprung ins obere Tabellendrittel – einen Platz unter den ersten Sechs – als Ziel aus.

• Der erste Spieltag: Es geht heute gleich mit einem Leckerbissen los. Die SG Barockstadt hat sich vor dieser Saison aus Borussia Fulda und TSV Lehnerz gebildet. Es wird mit Spannung erwartet, wie sich die Fuldaer, die zu den Meisterschaftsfavoriten zählen, präsentieren. „Sie haben eine riesige individuelle Qualität. Es wird total interessant, auch für die Zuschauer“, sagt Nebe. Dem KSV fehlen heute die Verletzten Mario Wolf, Manuel Pforr und Egli Milloshaj.

FSC Lohfelden

Es weht ein frischer Wind im Nordhessenstadion. Der FSC Lohfelden hat mit dem 29-jährigen Alfons Noja einen neuen jungen Trainer, der beim Fußball-Hessenligist für eine neue Lockerheit gesorgt hat. Diese möchten die Lohfeldener auch mit in die neue Spielzeit nehmen, die am Samstag (15 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den KSV Hessen beginnt.

Die vergangene Saison: Die vergangene Spielzeit verlief in Lohfelden turbulent. Dabei sah es lange Zeit richtig gut aus. Der FSC stand nach dem 13. Spieltag auf dem fünften Tabellenplatz. Dann folgte die schwarze Serie von sieben Niederlagen und einem Unentschieden. Der Klub rutschte in den Abstiegskampf ab. Zwischenzeitlich gingen der Verein und Trainer Otmar Velte getrennte Wege. Co-Trainer Daniel Beyer wurde zum Interims-Chef befördert und plötzlich lief es wieder. Die Lohfeldener holten 17 Punkte aus den letzten acht Partien und beendeten die Saison sogar noch auf dem neunten Rang.

Neues Gesicht auf der Bank: Alfons Noja (links) übernahm den Trainerposten in Lohfelden.

Die Vorbereitung: Acht Neuzugänge musste Trainer Noja in der Vorbereitung auf seine erste Hessenliga-Saison beim FSC integrieren. Durch die Verpflichtung vor allem junger Spieler wurde der Altersdurchschnitt auf unter 25 Jahre gesenkt. Die Lohfeldener starteten mit einem überzeugenden 2:0-Erfolg über den Verbandsligisten CSC 03 Kassel in die Testspiele. Danach gab es allerdings keinen weiteren Erfolg mehr für den FSC, der aber auch gegen ambitionierte Teams wie die Oberligisten aus Niedersachsen, Eintracht Northeim (1:3) und Nordrhein-Westfalen, SC Westfalia Herne (0:1), antrat. Hinzu kam eine 1:2-Niederlage gegen den Verbandsligisten SSV Sand. Einen 4:0-Erfolg gab es dagegen in der zweiten Runde des Kreispokals beim SV Nordshausen.

• Das Ziel: Die Lohfeldener wollen schnell in ruhiges Fahrwasser kommen. „Am Ende soll auf jeden Fall ein einstelliger Tabellenplatz stehen“, gibt Noja das konkrete Ziel vor. Außerdem will er die jungen Spieler weiterentwickeln. Dass Noja dies kann, bewies er schon während seiner seinen vorherigen Stationen bei den A-Junioren des KSV Hessen Kassel und den Männern des SV Kaufungen 07. 

• Das erste Spiel: Es ist die Partie, auf die alle Lohfeldener Spieler und der gesamte Verein hinfiebern. Ein Höhepunkt gleich zum Saisonstart. Am morgigen Samstag (15 Uhr) ist der KSV Hessen Kassel zu Gast. Natürlich hoffen beide Klubs beim Derby auf eine tolle Kulisse im Nordhessenstadion.

FC Ederbergland

An der Ausgangslage des FC Ederbergland hat sich auch im dritten Jahr der Ligazugehörigkeit nichts geändert. „Wir sind der Topfavorit auf den Abstieg“, sagt Trainer Vladimir Kovacevic. Allerdings ist der FCE in den vergangenen Jahren damit gut gefahren. Und so hofft das Team aus Allendorf und Battenberg erneut darauf, die Klasse zu halten, auch wenn in Felix Nolte eine lange als unverzichtbar geltende Offensivkraft den Verein in Richtung Stadtallendorf verlassen hat.

• Die vergangene Saison: Zu Beginn lief es gar nicht. Das Team dümpelte am Tabellenende herum, erst am neunten Spieltag folgte der erste Saisonsieg beim 3:0 gegen Hadamar. Dann hatte sich der FCE gefangen, holte vor allem im Oktober und im März die wichtigen Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Am Ende landete der FCE mit 34 Punkten auf Rang 13 und das mit der schwächsten Offensive der Liga (37 Tore).

• Die Vorbereitung: Mit den Ergebnissen der Vorbereitungsspiele war Kovacevic zufrieden, auch wenn sein Team beim Kahl & Schlichterle-Cup gegen Gruppenligist Wetter überraschend das Finale verpasste. Erneut wurde die Trainerarbeit durch viele Urlauber und Verletzungen gestört. So fielen Neuzugang Robin Wissemann, Sascha von Drach, Fabian Mohr und Tobias Lindenborn verletzt aus. Jammern will der Trainer aber nicht. „Dann spielen eben die, die noch da sind“, sagt er.

• Die Ziele: der Klassenerhalt, was sonst? Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Konkurrenz mächtig aufgerüstet hat. Als „Wahnsinn“ beschreibt Kovacevic das, was sich bei anderen Vereinen auf dem Transfermarkt getan hat und nennt die Aufsteiger Hünfeld, Bad Vilbel und Friedberg als Beispiele. Dennoch ist man optimistisch und hält die mannschaftliche Geschlossenheit dagegen. „Wir wissen, dass wir nur über Kampf und Leidenschaft bestehen können.“

• Das erste Spiel: Am ersten Spieltag ist der FCE noch spielfrei, dann kommt der KSV Hessen Kassel nach Allendorf. Ein Spiel, auf das sich Kovacevic freut. „Es muss jedem Spieler von uns Spaß machen, solche Gegner zu bearbeiten.“

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